Equitana 2017 – Die ReiterWG

22. März 2017 at 06:09

Als ich von der Idee der ReiterWG hörte, war ich sofort begeistert. Doch konnte ich mir zuerst gar nicht so ganz vorstellen, was genau geplant war. Ich schaute jeden Tag häufig in die Gruppe: Wer war wohl alles dabei? Gibt es neue Infos? Nach und nach erfuhren wir mehr Details über den Ablauf und ich freute mich dabei zu sein.

ReiterWG was ist das? Die Idee hatte Scarlett von Soulhorse. Ziel war es, zunächst sein Team an Markenbotschaftlern kennen zu lernen und auch ihnen die Möglichkeit zu geben sich untereinander kennen zu lernen. Leider sind wir Pferdebeigeisterten ja über ganz Deutschland verteilt und haben nicht oft die Chance uns persönlich zu sehen. Die Gruppe der Markenbotschaftler wurde um einige weitere Pferdeblogger ergänzt und so hat sich nun eine Gruppe junger Reiterinnen zusammengefunden, um gemeinsam Zeit in der WG zu verbringen.

Die Idee wurde schnell von weiteren Sponsoren begeistert unterstützt. Das WG-Leben findet in einem super coolen Loft in der Nähe der Equitana statt. Wir lernen uns kennen, tauschen unsere Erfahrungen aus, besuchen gemeinsam die Messe, kochen und haben Spaß. Für euch ist es möglich, dies alles im Lifestream auf den Social Media Plattformen zu verfolgen.

Nach der Einladung in die WG überlegte ich sofort, an welchen Tagen ich am WG-Leben teilnehmen wollte. Leider war mir bei der Planung anderer Termine ja noch nicht bewusst, dass dieses Event zur Equitana stattfindet und ich am besten eine ganze Woche Urlaub genommen hätte. Leider blieb mir so nur der erste Sonntag. Nachdem die Anmeldung raus war, wartete ich gespannt auf die feste Zusage. Nachdem ich das 72556-mal in meinem Postfach nachsah, war sie endlich da. Ich freute mich sehr, war zugleich aber doch recht nervös, was mich wohl erwartet.

Die Nächte bis zum Start der Equitana wurden gezählt und es fühlte sich ein bisschen wie Weihnachten an. In unserer Gruppe verfolgte ich die weitere Planung und war von der Idee „des perfekten Reiterdinners“ angetan und beschloss auf jeden Fall mitzukochen. Nach einer gefühlten Ewigkeit rückte der Tag näher und ist nun leider schon wieder vorbei.

Nach dem Messebesuch ging es in die WG. Von außen recht unscheinbar, war das Loft ein Traum. Am liebsten würde ich mich direkt für länger einnisten, natürlich nur mit den anderen Reiterlein. Der Abend war wirklich schön. Wir haben unser Dinner zubereitet und es war wohlbemerkt perfekt. Das Chaos in der Küche lasse ich in meiner Erzählung einfach mal raus. Wir haben zusammen gesessen und uns nett unterhalten, Videos gedreht und einfach eine tolle Zeit verbracht.

Als ich wieder zu Hause war, war ich einfach nur geschafft. Der ganze Tag hat mich überwältigt und ich musste die Eindrücke erst mal verarbeiten. Ich hatte viel Spaß und habe mich wirklich über das Kennenlernen gefreut. Besonders wichtig war es für mich, dass ich das Gefühl hatte dazuzugehören, auch wenn ich nicht zu den ganz Großen in dem Business zähle.

Ein großes Lob an das Organisationsteam und alle Unterstützer. Ich bin froh, dass ich dabei sein durfte: DANKE!

 

Equitana 2017- Webstar Convention

21. März 2017 at 23:20

Ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll, jedenfalls war ich total überwältigt von der ganzen Situation. Es war das erste Mal, dass ich eine Autogrammstunde gegeben habe. Ich kannte es zwar, dass mich schon mal vereinzelt ein paar Leute angesprochen haben, aber nicht im Rahmen einer organisierten Veranstaltung.

Als ich gefragt wurde, ob ich nicht mitmachen möchte, war ich zunächst skeptisch. Ich fühle mich nicht als „Star“ und wusste nicht so recht, was ich davon halten sollte. Neinsagen konnte ich aber auch nicht und es hat mich schon gereizt mitzumachen. Ich habe ja schon öfter bei anderen Webstars gesehen, dass diese Autogrammkarten haben und da ich nicht als Einzige ohne dastehen wollte, habe ich mir kurzerhand auch welche besorgt. Es war wirklich komisch, mit einem Karton Autogrammkarten zur Equitana zu fahren und ich muss sagen, ich war wirklich sehr sehr aufgeregt.

Nachdem ich dann müde vom Shoppen war, freute ich mich aber zusammen mit den anderen im Saal Europa Platz nehmen zu können. Es war toll die anderen persönlich kennen zu lernen und sich austauschen zu können. Als die Türen geöffnet wurden war es für einen kurzen Moment wirklich ruhig, weil wir alle gebannt zum Eingang gestarrt haben.

Dann ging es los, viele von euch sind vorbeigekommen und ich habe mich so wahnsinnig gefreut. Es hat Spaß gemacht sich mit den Followern zu unterhalten, Autogramme zu schreiben und Fotos zu machen. Mir hat es besonders gefallen zu sehen, wie sehr sich doch viele über so ein Treffen freuen. Einige haben mir noch gestern Abend direkt unsere gemeinsamen Bilder geschickt und ich habe mir jedes einzelne direkt auf meinen PC gezogen. Für mich sind das auch schöne Erinnerungen. Gefallen hat es mir auch, zu sehen, dass viele Eltern einen wohl auch kannten, das war mir bislang gar nicht so bewusst. Aber ich glaube manche Eltern müssen abends mit am PC sitzen, um Bilder und Videos von Pferdebloggern zu bestaunen.

Die Veranstaltung selber wurde toll von der Equitana organisiert, denn alles war sehr geordnet und gut geplant. Zwischendurch kam noch ein Kamerateam für ein Interview vorbei, da war ich glatt noch nervöser als vorher. Nachdem die Convention vorbei war, war ich schrecklich müde, das hätte ich vorher gar nicht so gedacht. Mir hat es aber trotzdem sehr viel Spaß gemacht. Manchmal ist die kleine Ponyprinzessin in mir doch gerne ein kleiner Star 🙂

Equitana 2017 – HAUL

20. März 2017 at 23:26

Gestern hatte ich wirklich einen richtig tollen Tag auf der Equitana in Essen. Der ganze Tag war in 3 Abschnitte eingeteilt: Shoppen, Equitana Webstar Convention und die Reiter WG.

Zunächst möchte ich euch vom Shoppen berichten. Es war mein 3. Jahr auf der Equitana und nachdem ich im ersten Jahr nur 3 Hallen gesehen habe und dann direkt pleite wieder nach Hause gefahren bin, war ich 2015 dann erstmal in allen Hallen stöbern. Ja ich wusste, dass die Equitana die größte Pferdemesse ist, aber dieses Jahr kam mir alles noch viel größer vor. Nach unserer Ankunft um 9.30 Uhr haben wir in einer riesigen Menschenmasse auf die Öffnung der Türen gewartet und waren froh, als es endlich losging. Eine wirkliche Shoppingstrategie hatten wir nicht und so ging es von Halle zu Halle. Viele Stände hatten ähnliche Sachen, einige aber auch etwas außergewöhnlichere Produkte.

Auf meiner Shoppingliste standen nur Chaps und der wichtige Hinweis: Bloß keine Schabracken. Soweit so gut, die Shoppingtour war in vollem Gange. Ich habe mich dieses Jahr wirklich sehr beherrscht und bin mit wenigen Tüten nach Hause gekommen. Chaps habe ich leider keine gefunden. Mir haben welche gefallen, aber nachdem die Verkäuferin meine Waden erst nach 27 Minuten eingezwängt hatte, waren die auch gar nicht mal so bequem. Große Lust darauf, jedes Mal eine halbe Ewigkeit auf dem Rücken durch die Stallgasse zu kugeln, um die allein anzubekommen, klang nicht so verlockend. Entweder waren die Chaps so lang, dass ich die bis zum Oberschenkel reichten, oder so eng, dass zwischen den Reisverschlüssen ein ganzer Grand Canyon war. Naja Waden, da seid ihr selber schuld, wenn ihr so komisch seid, jetzt müsst ihr nackt rumlaufen.

Nun interessiert euch aber sicher, was denn nun Neues eingezogen ist, oder?

Da mir meine bunt unterlegte Trense nicht zu allen Outfits gefällt, habe ich mich für den Kauf einer ganz schwarzen Trense von Imperial entschieden. Lack musste aber natürlich sein. Es war die letzte in Warmblut und ich bin froh, sie gefunden zu haben. Sie wird nach meinen Skiurlaub eingeweiht.

Es musste ja passieren. Schon länger habe ich mit der letzten Eskadron Nici Kollektion geliebäugelt und als die rosane Schabracke mit passenden Bandagen reduziert war, konnte ich dann doch nicht dran vorbeigehen. Da mir das ausgeblichene rosa der aktuellen Kollektion gar nicht so sehr gefällt, kam die Nici Schabracke in kräftigem rosa grade recht.

Auch wenn Amy hier im Mittelpunkt steht, brauche ich ja auch was zum Anziehen. Ich habe eine richtig coole pinke Weste von Springstar bekommen, passend dazu ein Halstuch. Das Tuch ist sehr dünn und somit auch für die jetzt wärmeren Frühlingstage geeignet. Außerdem noch Söckchen, Stiefeletten und eine niedliche kleine Glitzertasche. Die Stiefeletten sind praktisch, wenn ich Amy von der schlammigen Wiese holen muss. Ich freue mich sehr darauf, euch bald Outfitbilder zeigen zu können. Auch wenn ich am liebsten den restlichen Tag mit der Weste über die Messe gelaufen wäre, war es doch einfach viel zu warm. Den karierten Schal habe ich schon sehr lange auf meiner Wunschliste und nun ist er endlich eingezogen.

Nach einer Bratwurst haben wir uns den Auftritt der Webstars angeschaut und sind dann nach einer kleinen Runde zur Convention aufgebrochen. Das HAUL-Video findet ihr auf Youtube unter: Equitana 2017-HAUL.

Weiter mit dem Equitana-Tag geht’s im Blog zur Webstar Convention.

 

Der Besuch einer Pferdemesse

19. März 2017 at 23:55

Sparschwein geschlachtet? Fingernägel geschärft? Kofferrauminhalt in den Keller verfrachtet? Auch wenn das Reiterauto für gewöhnlich aus Zubehör für Pferd und Reiter besteht und normal auch kein Anlass besteht, an diesem Zustand etwas zu ändern, tritt doch bald das einzige Ereignis im Jahr ein, für dass der mobile Kleiderschrank aufgeräumt wird. Damit auch alle Freunde im Fahrzeug Platz finden, werden die Blümchen, die auf den matschigen Fußmatten wachsen kurzerhand in Omas Beet umgetopft.

Die nächste Pferdemesse findet statt und alle Reitsportbegeisterten befinden sich in Aufregung. Die Einkaufszettel werden geschrieben, wobei man hier nicht an Zettelchen, sondern eher an ganze Bücher denken muss. Wirklich gebraucht wird selten etwas, aber die Pergamentrollen füllen sich mit Wünschen. Grade im Internet die neusten Sommerkollektionen entdeckt, werden diese direkt auf der Liste ergänzt. Was wir bei anderen im Stall gesehen haben müssen wir uns auch besorgen, was der hat brauche ich ja logischerweise auch.

Ein Blick ins Portmonee sagt dem Reiter, dass der Umfang des Einkaufes besser gering ausfallen sollte. Aber wie wir Reiter so sind, befindet sich in jeder karierten Socke ein Notgroschen. Reiter sind ja eigentlich sehr sparsame Gesellen. Braucht man zum Beispiel eine ordentliche Bluse für die Taufe der Cousine vom Bruder der Schwägerin, ist jeder Preis zu teuer. Aber eine Schabracke darf gerne mal so viel kosten, wie eine 4-Köpfige Familie in der Woche für das Überleben zur Verfügung hat. Fehlt bei der letzten Sichtung des Budgets dann doch ein wenig Geld, werden schnell ein paar alte Sachen zu Wucherpreisen bei Ebay reingestellt. Mit dem Betreff: „Halfter dringend abzugeben.“ Als nicht Pferdemensch fragt man sich nun, warum dieses arme Halfter so eilig ein neues zu Hause braucht, ob es sonst zum Schlachter kommt?! Wer keine Lust auf Sammlerpreise im Internet hat, ist auf der Messer genau richtig.

Eine Messe wie die Equitana ist doch recht klein und man bekommt sicher keine Ware mehr ab, wenn man nicht am ersten Tag ganz früh ankommt und sich wild drängelnd einen Platz im Shuttelbus vom Parkplatz zur Messe erkämpft. Bevor die Türen öffnen, sammeln sich schon unzählige Reitsportbegeisterte an, es könnte der Eindruck entstehen, es gäbe etwas umsonst. Dann werden endlich die Stände gestürmt und tütenweise absolut notwendiges Zubehör angeschafft.

Neben der Möglichkeit einzukaufen, bietet eine Pferdemesse auch ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm an. Aber seien wir mal ehrlich: Wer braucht schon mehr Entertainment, wenn er die Möglichkeit hat zuzuschauen, wie sich zahlreiche kleine Mädchen um die neue Eskadron Kollektion prügeln 😉

Die Sache mit dem Vertrauen

16. März 2017 at 19:48

Häufig wird mir die Frage gestellt, wie ich es geschafft habe, dass mein Pferd mir vertraut. Ja nun ich denke nicht, dass es eine Anleitung für den Aufbau von Vertrauen gibt. Für mich ist bei der Arbeit mit Amy schon immer wichtig gewesen, sie möglichst abwechslungsreich zu beschäftigen und gemeinsam mit ihr Spaß zu haben. Wir arbeiten ja nicht miteinander um Vertrauen aufzubauen, sondern wir arbeiten aus Freude miteinander, da kommen Vertrauen und sich aufeinander verlassen können von ganz allein.

„Die Liebe zwischen zwei Menschen lebt von den schönen Augenblicken, aber sie wächst durch die schwierigen Zeiten, die beide gemeinsam bewältigen.“

Ich finde das Zitat sehr passend. Man verbringt gerne Zeit mit jemanden, wenn er einen zum Lachen bringt und man gemeinsam eine schöne Zeit hat. Doch woran man beim anderen ist, sieht man oft erst, wenn Probleme auftreten. Amy und ich hatten auch so unsere Schwierigkeiten, Momente in denen wir beide nichts mit dem anderen anzufangen wussten, aber wir haben uns nie aufgegeben.

Wir haben uns als Team vielen Herausforderungen gestellt: Der erste Sprung, das erste Mal alleine vom Hof gehen, Verladetraining, Einsprühen mit Fliegenspray, das erste Turnier und auch die ersten Versuche, Zirkuslektionen zu erlernen. Rückblickend betrachtet hat nichts davon sofort funktioniert. Wir sind in Sprüngen oder im Zaun gelandet, Amy hat sich im Wald losgerissen und ist weggelaufen, hat mich beim Verladen oder Einsprühe über den ganzen Hof gezogen und das sie jemals auch nur einen Trick lernt, hätte ich auch nicht gedacht.

Trotz aller schlechten und gerade wegen der guten Zeiten sind wir zu einem Team gewachsen. Ich denke, ohne diese Erlebnisse wären wir auch nicht die, die wir heute sind. Ich kann nur jedem raten, nicht aufzugeben und auch Schwierigkeiten als Chancen zu sehen, denn einfach kann jeder.

Die Frage nach dem Vertrauen fällt häufig im Zusammenhang mit dem Liegen. Ja es mag sein, dass es durchaus ein Vertrauensbeweis ist, wenn sich das Pferd ablegen lässt. Doch ich muss sagen, auch wenn es für mich immer noch ein ganz besonderes Gefühl ist, wenn Amy sich ablegt, ist es eben doch eine Zirkuslektion. Wenn ein Pferd nach dem Wälzen liegen bliebt, weil der Besitzer 5 kg Möhren vor seine Nase kippt, ist das für mich weniger Vertrauen, als Hunger. Ja, Vertrauen bei der gemeinsamen Arbeit gehört dazu, aber es ist eben doch ein Stück weit so, dass es ein erlerntes Verhalten ist. Amy vertraut nicht nur mir, sondern vor allem auch darauf, für ihr Verhalten belohnt zu werden. Belohnung muss auch nicht zwangsläufig essbar sein, auch liebe Worte oder ein Streicheln genügen.

Wenn jemand davon träumt, seinem Pferd das Liegen beizubringen sollte er vielleicht weniger nach einer Anleitung für Vertrauen suchen, sondern lieber einen Weg finden, dem Pferd zu erklären, welches Verhalten man von ihm wünscht. Vertrauen, Liebe, Geborgenheit und für einander da zu sein sind die Grundvoraussetzungen für eine gute Beziehung. Um dem Pferd aber verschiedene Lektionen beizubringen, ist es nötig einen Weg zu finden, dem Pferd dieses Ziel aufzuzeigen. Und ich habe tatsächlich mal verzweifelt überlegt, Amy ein Youtubevideo unter die Nase zu halten, damit sie sieht, was ich gerne von ihr möchte.

 

Studieren neben dem Beruf mit Pferd

15. März 2017 at 20:40

Als ich noch zur Schule gegangen bin, habe ich immer gedacht, dass ich nach dem Abi einfach irgendwas studiere. Kurz vor dem Abschluss wusste ich allerdings gar nicht so wirklich, was ich machen wollte und meine Mutter ist mir ständig auf die Füße getreten, ich solle mich doch auch einfach mal für eine Ausbildung bewerben, damit ich zur Not etwas habe. Danke dafür. Also habe ich dann einfach mal 5 Bewerbungen geschrieben, damit Mama endlich Ruhe gibt. Kurze Zeit später saß ich im Vorstellungsgespräch und als ich den Vertrag in den Händen hielt, unterschrieb ich ihn. Was studieren kann ich ja immerhin auch später noch.

Ich erinnere mich noch an eine Autofahrt, wo ich hinten auf der Rückbank saß und Däumchen drehte, während meine Eltern, die beide nach einer Ausbildung neben dem Beruf studiert haben, einen Vortrag darüber gehalten haben, wie hart es ist, diesen Bildungsweg zu wählen. War mir egal: Hunger, Durst, Pipi, Keks. Jetzt bereue ich es fast, damals nicht zugehört zu haben und mich nicht direkt für ein Studium entschieden zu haben.

Die Ausbildungszeit verging eigentlich wie im Fluge und nachdem ich diese sehr erfolgreich beendet hatte stand fest, ich werde jetzt wohl noch irgendetwas Sinnvolles anfangen müssen. Wirklich Lust hatte ich eigentlich nicht, aber meine Vernunft hat mir gesagt, dass ein Studienabschluss definitiv sinnvoll ist. So habe ich mich dazu entschieden, meinen staatlich geprüften Betriebswirt und meinen Bachelor in BWL zu machen.

Mittlerweile habe ich die Prüfung zum Betriebswirt bestanden und blicke nun auf das letzte halbe Jahr bis zum Bachelor hin. Ich bin ein wenig verwundert dem Ziel so nah zu sein, weil es den einen oder anderen Tag gab, an dem ich alles schmeißen wollte. Es ist definitiv anstrengend und erfordert ein gewisses Maß an Selbstdisziplin, neben einer 40 Stunden Woche noch einen Studiengang zu absolvieren. Im Grunde bin ich auch nach 8 Stunden Arbeit schon müde und bereit für die Couch, aber in den letzten 3 ½ Jahren musste die ganz schön zurückstecken. Zweimal unter der Woche abends und samstags vormittags zum Lernen unterwegs zu sein, Zeit für Hausarbeiten und Lernen noch nicht mit eingerechnet, belastet einen auf Dauer doch sehr.

Der Haushalt möchte ja dann schließlich auch noch gemacht werden, zumindest etwas Sauberes zum Anziehen und eine warme Mahlzeit. Das restliche Chaos wird dann immer bei Bedarf beseitigt, hier empfehlen sich große Schränke, in die kurz vor Erscheinen des Besuchs einfach mal schnell alles hereingestopft werden kann. Doch neben Studium und Beruf gibt es ja auch noch das Pferd.

Zwischen die Pflichtaufgaben auch noch das Pony unterzubringen erfordert ein sehr sehr gutes Zeitmanagement. Früh aufstehen, früh im Büro sein, um so Feierabend zu machen, dass man es noch vor der Schule in den Stall schafft. Es ist alles machbar, aber definitiv eine harte Zeit. In Vollzeit zu studieren war auch nicht möglich, da ich das Geld ja schließlich brauche um das Pferd zu finanzieren, also blieb mir nur dieser Weg. Ich bin wahnsinnig froh, wenn ich im September meinen Abschluss habe und endlich eine Sache weniger zu bewältigen habe.

 

Du machst besser nicht mit, du schaffst es nämlich nicht!

13. März 2017 at 18:37

Dies ist wohl einer der prägenden Sätze in meiner reiterlichen Laufbahn. Doch beginnen wir von vorne. In der 5. Klasse hatte ich eine Freundin, die reiten ging. Fand ich cool, wollte ich auch. Wir fuhren gemeinsam für eine Woche auf einen Reiterhof. Am ersten Tag wurde gefragt, wer denn schon alles reiten kann. Einer konnte nichts und das war ich. So folgten meine ersten Longenstunden und ich hätte im Leben nicht gedacht, dass ich einmal Leichtraben kann. Ich wusste nicht, ob ich aufgrund mangelnder Kondition ersticke, an Seitenstichen sterbe oder einfach runterfalle. Genau genommen kann ich es immer noch nicht auf dem richtigen Fuß, lach. 

Nach 2 Tagen durfte ich dann aber frei am Platz reiten, eigentlich viel zu früh so im Nachhinein betrachtet, aber ich glaube, die 2 Betreuerinnen Mitte 20 haben lieber geraucht und sich die Nägel gefeilt als sich um mich zu kümmern. Ich saß also auf dem Pferd und galoppierte meine Runden, immer mit der Gerte auf den Pferdepo, weil diese viel zu lang war und ich auch gar keine Ahnung hatte, wie ich Zügel und Gerte halten sollte. Aber hey, die Mädchen lachten. Mein Pferd ließ sich auf der Wiese auch nicht einfangen und es dauerte jedes Mal gute 20 Minuten mit mehreren Leuten bis wir es hatten. Außerdem ist mir auch noch ein Pferd auf den Fuß getreten. Warum ich trotz dieser fragwürdigen Woche weiter reiten wollte weiß ich gar nicht. Auf dem Hof lief so einiges schief und mein Kind würde ich dort bestimmt nicht abladen. Aber die einhändig, mit Kippe im Mund reitenden Mädchen fand ich schon ein bisschen cool. Aber ich brauchte die Zügel schließlich zum Festhalten.

Meine nächsten Reiterferien verbrachte ich auf einem Hof, wo die Ausbildung dann doch etwas mehr im Vordergrund stand. Problem war nur, dass ich echt schlecht war. Am Ende der Woche konnte man sein kleines Hufeisen machen, so zu mindestens die Theorie. Alle Kinder wollten teilnehmen, ich auch. Die Reitlehrerin kam zu mir: „Du machst aber besser nicht mit, du schaffst es nämlich eh nicht!“ Nun stand ich da, alle meine Reiterferienfreunde freuten sich auf die Prüfung und ich durfte nicht teilnehmen. Gar nicht so cool. Alle präsentierten ihren Eltern stolz ihre Urkunden, ich natürlich nicht. Wenn ich heute Kinde sehe, die ihr kleines Hufeisen machen, frage ich mich wie schlecht ich gewesen sein muss. Im Grunde reicht ja es ja schon fast, nicht runter zu fallen. Nach diesem Tag hatte ich auch kurz überlegt einfach nie wieder auf ein Pferd zu steigen. Neue Ferien, neues Glück und so kam ich in den nächsten Ferien wieder und schaffte mein kleines Hufeisen.

Gerne würde ich den Leuten von damals, Bilder von heute unter die Nase halten und ihnen zeigen, dass ich doch gar nicht so unfähig bin. Wenn man nicht aufgibt und fleißig weiter übt, kann man fast alles schaffen. Dass ich mal ein eigenes Pferd habe, und es sogar in meiner Obhut überlebt, wer hätte das jemals gedacht 😉

 

Wie der Herr so das Gescherr?!

12. März 2017 at 19:00

Ja was ist an diesem Spruch eigentlich dran? Wenn ich Amy und mich so betrachte, glaube ich doch recht viel. Die Frage ist nur, ob wir uns gefunden haben weil wir uns so ähnlich sind oder ob man mit der Zeit einfach Charakterzüge seines Partners übernimmt.

Similarity 1: Die Verfressenheit

Essen, egal was, egal wo. Amy und ich lieben es beide. Wenn Amy etwas zu fressen aufspürt, dann verschlingt sie es gnadenlos. Man muss sie im Grunde schon vor sich selber schützen. Hätte sie einen Heuballen vor sich, würde sie fressen, bis sie tot umfällt. Bananen findet sie besonders klasse, sagt natürlich auch zu sonst nichts nein. Wer mich kennt, weiß, dass es ähnlich ist. Ich kenne nur zwei Zustände: Hunger oder Übelkeit. Am liebsten esse ich natürlich auch ungesundes Zeugs und davon ganz schön viel. Mich trifft man meistens mit was Essbaren im Mund an und wenn ich anfange Amys Möhren zu essen, wird mir immer unterstellt, ich lasse dem armen Pferd ja gar nichts übrig. Wenn wir mal nicht mehr reiten können, dann werden wir am besten Restauranttester.

 

Similarity 2: Tollpatschigkeit

Durch die Gegend starren und seine Füße beim Laufen nicht heben ist auch eine unserer ganz großen Stärken. Wir schaffen es beide, ohne Grund zu stolpern. Letztens lag ein etwas größerer Stein auf dem Weg, natürlich trete ich dagegen und fall fast hin. Und was sehe ich aus den Augenwinkeln?! Eine taumelnde Amy, die grade noch so ihr Gleichgewicht findet. Mir fallen auch Brotdosen einfach so aus der Hand und wenn ich sie auffangen will, bekommt sie jemand anders an den Kopf.

Similarity 3: Bauerntrampel

Amy und ich sind alles andere als feinfühlig. Ich habe eine sehr direkte und offene Art und bei Amy kann ich dies auch feststellen. Wenn ich versuche jemanden anzutippen, haue ich ihn fast um. In einen Porzellanladen würde ich mit mir auch nicht unbedingt gehen. Amy ist auch nicht sehr sensibel. Wenn sie einen Grashalm sieht, dann werden Leute auch schon mal einfach dorthin gezogen. Amy ist nie böse, aber manchmal eben ein kleines Trampel.

Similarity 4: Ohne Familie sein

Ja diesen Punkt muss ich wohl etwas erklären. Am alten Stall hatte Amy ihre Freundin Sunny. Sunnys Mutter und ihr Onkel standen auch bei uns am Stall. Sie hatte also quasi ihre Familie um sich zum Aufwachsen und Amy kam ganz allein zu uns. Mir ging es ähnlich. Einige Kinder hatten Geschwister und Eltern am Stall. Ich hingegen wurde von meinen Eltern immer nur mal schnell aus dem Auto geworfen. Als ich kleiner war, fühlte ich mich ihr einfach verbunden, weil wir beide allein waren. Natürlich haben wir beide Freunde gefunden, aber wir waren doch irgendwie immer die ohne Familie.

Similarity 5:  Verhalten

Wir können beide einfach unheimlich stur sein und werden zickig, wenn etwas nicht so läuft wie wir uns das vorstellen. So lange wir an einem Strang ziehen sind wir ein cooles Team, aber wehe einer hat mal schlechte Laune, dann zicken wir uns an. Und last but not least: Sind wir beide verdammt heiße Blondinen!

Vielleicht habt ihr euch ja auch schon mal Gedanken gemacht, was ihr mit eurem Vierbeiner gemeinsam habt und wo ihr euch unterscheidet. Ich denke, dass Amy und ich ein Team sind, hat schon etwas mit unseren Gemeinsamkeiten zu tun, allerdings resultiert vieles bestimmt auch einfach aus der Zeit die wir miteinander verbringen.

10 Arten von Reitern (Part 1)

9. März 2017 at 17:49

1) Der Markensuchti
Geht der Markensuchti auf die Messe,
bekommt er schnell mal eine auf die Fresse.
Geprügelt wird sich um die guten Dinge,
da zieht man besser seinen Kopf aus der Schlinge.
Ist die neue Kollektion auch noch so schlicht,
sie wird gekauft, ob mans braucht oder nicht.
Aber wer genug Kohle hat,
der hat die doofe Schnäppchenjagd sowieso satt.
Hauptsache es steht eine Marke drauf,
es ist ja schließlich nicht egal, womit ich am Stall rumlauf.

2) Die Verwöhnte
30 Schabracken, 5 Trensen und 40 Decken sind nicht genug,
sieht man etwas Neues, ist Papis Kreditkarte am Zug.
Alles haben und nichts dafür tun,
dafür aber genug Zeit, um sich auf dem Geld auszuruhn.
Stall wird gemistet, Sache hintergetragen und Pferd geputzt,
da werden die Eltern schnell mal ausgenutzt.
Läuft etwas nicht wie geplant, wird geweint,
bis Mama flott mit etwas Teurem erscheint.

3) Der Internetstar
Was das Pferd gerne möchte ist Nebensache,
viel wichtiger ist, ob ich auf jedem Bild auch lache.
Raus aus der Box zum Fotografieren,
man muss sich ja schließlich vor der Kamera profilieren.
Ich poste mein Leben und bettel um Klicks,
will ja sein die Beste von allen Chicks.
Ich weiß alles besser als die anderen, dass ist ja klar,
schließlich bin ich ein ja auch Internetstar.

4) Der Hypochonder
Hat das Pferd auch nur einen kleinen Kratzer,
ist dies für mich ein riesen Patzer.
Der Tierarzt wird für jedes fehlende Haar gerufen,
die Nummer brauche ich da gar nicht lange suchen.
Schüsslersalze gibt’s mit sämtlicher Nummer,
da ist etwas dabei für jeden Kummer.
Gamaschen, Bandagen und noch Glocken,
da ist der Beobachter mal schnell erschrocken.
Da ist die Tierarztrechnung von Millionen schnell hier,
aber was tut man nicht alles fürs liebe Tier.

5) Die Lästertante
Mein zu Hause ist die Bande,
nein hier steh ich nicht am Rande.
Ein guter Blick auf den Platz ist wichtig,
vielleicht macht ja jemand etwas nicht ganz richtig.
Am liebsten lästre ich hinterm Rücken,
ein offenes Gespräch hat schließlich so seine Tücken.
Auch wenn ich es selbst nicht besser kann,
maule ich andere mit großer Freude an.
Den abwertenden Blick habe ich voll drauf,
und wenn wer kommt, sehe ich zu, dass ich schnell davon lauf.

First Blog

6. März 2017 at 17:00

Sicher stellen sich jetzt einige die Frage: Was will die Alte jetzt eigentlich mit einem Blog? Vor ungefähr 5 Jahren habe ich für Amy eine Facebook Seite erstellt und somit begonnen, mein Leben rund um den Stall mit euch zu teilen. Instagram und Youtube folgten auch. Bilder, Videos und Berichte über Amy und mein Leben gehören für mich nun einfach zu meinem Dasein als Pferdemädchen dazu. Es macht mir Spaß.

Auf Youtube kommen die Videos, auf Instgram die Bilder und auf Facebook, mhh, ja da war immer ein Mix aus allem. Nur haben sicher alle mitbekommen, dass Facebook die Beitragsreichweiten stark einschränkt und nicht mal mehr alle, die eine Seite geliked haben auch alle Beiträge angezeigt bekommen. Dies hat nichts mit Likegeilheit zu tun, aber wenn ich einer Seite folge, möchte ich ja auch alle Beiträge sehen. Für einen Seiteninhaber ist es jedenfalls unbefriedigend, wenn kaum noch Menschen die eigenen Beiträge überhaupt sehen. Und dann stand ich letzte Woche unter der Dusche und dachte: Du brauchst einen Blog.

Ich verspreche mir mit meinem eigenen Blog ein wenig Unabhängigkeit von den Social Media Plattformen. Selbstverständlich werdet ihr auch weiterhin unsere Bilder auf Instagram und die Videos auf Youtube finden, die Facebookseite bleibt auch bestehen. Da ich lieber schreibe, als mich vor die Kamera zu setzen, weil wegen schüchtern und so, dachte ich mir, ist ein Blog doch einer super Idee.

Gedanken zu Blogthemen habe ich mir auch schon gemacht und bin total motiviert, endlich loszulegen. Ich würde mich freuen, wenn uns auch auf unserem Blog viele von euch folgen werden. Für Lob & Kritik sind wir immer offen, also haut in die Tasten.

Somit erstmal: Herzlich Wilkommen auf unserem Blog!