Skiunfall Teil 3 – Bis zur OP

18. April 2019 at 12:26

Die Nacht vor der OP konnte ich erstaunlicherweise recht gut schlafen. Die Tasche für den Krankenhausaufenthalt hatte ich schon am Abend vorher gepackt, sodass wir am Montagmorgen direkt losfahren konnten. Da mich inzwischen viele Nachrichten mit Fragen erreicht haben, versuche ich diese in dem Beitrag hier zu beantworten.

Was war in meiner Krankenhaustasche?

-Hygieneartikel wie Zahnbürste, Zahnpasta, Deo und eine Haarbürste

Im Nachhinein hätte ich gerne noch eine kleine Flasche Handdesinfektionsmittel dabei gehabt, ansonsten habe ich bei diesem Punkt nicht viel mehr benötigt.

-Handtücher

Ich hatte vorsichtshalber ein großes Duschtuch und ein kleines für die Hände eingepackt. Da ich aber natürlich in den Tagen nicht duschen war, hätte auch ein kleines für die Hände ausgereicht.

-T-Shirts, Unterwäsche, Socken und kurze Hosen, bzw. eine sehr große Jogginghose

Für mich persönlich war die kurze Hose die Rettung, weil man so nicht viel am frisch operierten Bein herumdoktern muss. Natürlich ist es an kalten Tagen sinnvoll eine lange Hose dabei zu haben, diese sollte dann allerdings über die Schiene passen. Da ich ja eh fast nur im Bett lag hat, war die kurze Hose schon sehr praktisch.

-Kuscheldecke, Kissen und Plüschtier

Um sich ein wenig wie zu Hause zu fühlen hatte ich meine Kuscheldecke und ein Kissen mit. Ich schlafe gerne hoch und da man ja nie weiß, wie die Kissen woanders sind, war das schon eine gute Idee. Ein Plüschtier muntert auch den stärksten Krieger auf, wenn man sich mal einsam fühlt.

-Naschzeug und Beschäftigung

Sinnvoll ist es natürlich an etwas zur Ablenkung zu denken. Handyladekabel und Kopfhörer nicht vergessen und ein gutes Buch oder eine Zeitung kann natürlich auch nicht schaden.

-Unterlagen

Krankenkassenkarte und Überweisung sollte man einstecken, sofern diese nicht vorher schon abgegeben wurden.

Das schlimmste am Morgen vor der OP war allerdings der Hunger. Zur OP muss man nüchtern sein und 12 Stunden vorher keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen. Das Trinken von Wasser war bis 3 Stunden vor der OP erlaubt. Ich habe versucht darauf zu verzichten, weil ich Angst hatte aufs Klo zu müssen.

Natürlich verhungert kein Mensch vor seiner OP, aber wie ihr wisst, bin ich ja ein kleiner Vielfraß.

Am Abend vor dem Termin habe ich im KH angerufen und erfahren, auf welcher Station ich mich melden sollte. Als wir dann am Montag dort ankamen, wurden wir recht nett begrüßt und mir wurde mein Zimmer gezeigt. Wir haben die Sachen in den Schrank geräumt und gewartet. Der Schrank war abschließbar und die Schwestern haben für die Zeit der OP auf den Schlüssel aufgepasst, sodass man danach direkt an seine Sachen kam.

Jetzt lag ich also im Bett herum und habe darauf gewartet, dass es losging. In der Zeit haben wir etwas mit dem Bett gespielt und geschaut, was man alles einstellen kann. Ich musste so lachen, als wir das Bett einfach nicht mehr in die Ausgangsposition bekommen haben.

Irgendwann brachte die Schwester mir mein Outfit und ich musste mich umziehen. Auch ein Arzt hat vorher nochmal vorbeigeschaut um einige Fragen zu stellen und das richtige Bein mit einem Pfeil zu markieren. Das Outfit für die OP bestand aus einem Kittel und einer Netzunterhose, sowie einer Haube und einem Thrombosestrumpf für das gesunde Bein.

Beim Umziehen bin ich dann schon recht nervös gewesen und dann wurde ich auch schon abgeholt.

Im Vorbereitungsraum musste ich dann aus meinem Bett auf eine Liege klettern, ich wurde ans EKG und Pulsoximeter angeschlossen und mein Blutdruck wurde gemessen. Als der Pfleger dann den Zugang legen wollte, musste er lachen, weil meine Hand ein Eisklotz war. Er brachte dann einen Staubsauger der warme Luft unter meine Decke gepustet hat, denn ich musste ja erstmal aufgetaut werden, sodass es überhaupt möglich war mir den Zugang in die Hand zu legen.

Nach 15 Minuten war meine Hand dann zumindest so warm, dass der Zugang gelegt werden konnte.

Jetzt kam eine andere Ärztin zu mir, die mit Hilfe eines Ultraschallgerätes einen weiteren Zugang in meiner Leiste gelegt hat. Dieser Zugang ist ein Schmerzkatheter über den das Bein betäubt werden konnte. Das Ganze war ein wenig unangenehm, da sie mit einer Nadel und elektrischen Impulsen den Nerv gesucht hat. Es gab zwar vorher eine lokale Betäubung, aber komisch war es trotzdem. Als sie den Nerv getroffen hat, hat das Bein gezuckt, was ich schon wieder sehr lustig fand.

Nach einiger Zeit habe ich gemerkt, dass Teile des Beines taub wurden, allerdings recht ungleichmäßig, aber dabei habe ich mir nichts gedacht. Das es wohl nicht ganz so war wie es sollte stellte sich aber erst nach der OP heraus, dazu aber später mehr.

Nachdem ich um 8.30 Uhr abgeholt wurde, war mittlerweile schon 10 Uhr und ich muss sagen, ich war ungeduldig. Da ich nervös war, musste ich eigentlich auch Pipi, aber als ich gesehen habe, dass nur die Bettpfanne in Frage kommt, wollte ich doch nicht mehr aufs Klo.

Um kurz nach 10 war dann die OP der Dame vor mir fertig und sie wurde in den Raum zum Aufwachen geschoben, jetzt musste nur noch der OP geputzt werden und dann würde es losgehen.

Mein Ruhepuls lag bei etwa um die 60 Schläge in der Minute, aber als die Frau dann geschnarcht hat, war mein Puls direkt bei über 80. Ich hasse lautes Atmen schon sehr doll. Um ca. 10.20 Uhr wurde ich dann abgeholt und in den OP gebracht. Dort musste ich ein letztes Mal Umsteigen und lag auf dem OP Tisch.

Ab jetzt ging aber alles sehr schnell, ich habe das Narkosemittel gespritzt bekommen und keine 5 Sekunden später tief und fest geschlummert…

BRIDLERY – Anatomische Trense

23. März 2019 at 10:16

Um Weihnachten herum bin ich beim Stöbern im Internet auf eine neue Seite gestoßen. Ich verbringe ja durchaus viel Zeit damit mir alle Trends rund um den Reitsport anzuschauen und so fiel mir „BRIDLERY“ direkt ins Auge. Bislang hatte ich noch nichts von dieser Firma gehört und das hatte auch einen Grund: BRIDLERY ist er seit Ende Dezember auf dem Markt!

Ich war schon länger auf der Suche nach einer Trense ohne Sperrriemen und so hat mich BRIDLERY sehr neugierig gemacht. Wir reiten ja in der Regel ohne Sperrriemen und ich finde es meistens nicht ganz so schön, wenn dann auf dem Nasenriemen das Nöppchen, also die Halterung ist. Da ja die Reiterwelt insgesamt immer mehr umdenkt, wird die Nachfrage nach Trensen ohne bzw. mit abnehmbaren Sperrriemen sicher noch steigen.

Auf der Homepage (www.bridlery.com) habe ich mir dann die einzelnen Modelle angeschaut und ich fand sie einfach nur unfassbar schick. Die Trensen sind alle anatomisch geformt, weich gepolstert und haben einen abnehmbaren Sperrriemen. Es gibt Modelle mit und ohne Lacknasenriemen, aber auch rundgenähte Exemplare. Bei der Auswahl viel mir die Entscheidung, welches Modell ich gerne für Amy hätte, nicht leicht.

Es stand aber recht schnell fest, dass bei uns definitiv eine neue Trense einziehen soll.

Die Auswahl

Nach kurzem Stöbern konnte ich mich dann für das Modell „Charm“ entscheiden. Mir hat die Form des Genickstücks sofort zugesagt, außerdem gefiel mir die Optik am besten. Außerdem ist der Nasenriemen hier schwarz unterlegt und das sah so edel aus.

Der eigentliche Bestellprozess ist super strukturiert und es war sehr leicht sich seinen Wunschwarenkorb zusammen zu stellen.

Neben der Trense „Charm“ habe ich mir auch noch ein Paar Zügel ausgesucht. Hier gibt es drei Varianten zur Auswahl:

Zügel „Cord“: Hierbei handelt es sich um die wohl am weitesten verbreitete Zügelvariante. Die Zügel sind in einzelne Abschnitte aus Cord unterteilt. Bislang waren auch wir meistens mit dieser Art unterwegs.

Zügel „Soft“: Diese Zügel sind genau wie die Variante aus Cord aufgebaut, nur eben aus Soft. Solche Zügel habe ich bislang noch nicht gesehen.

Zügel „Rubber“: Hierbei handelt es sich um durchgehend mit Gummi überzogene Zügel, welche quasi stufenlos zu nutzen sind. Da ich in der Vergangenheit mit dieser Variante gute Erfahrungen gemacht habe und von den normalen Cordzügeln auch noch welche im Keller liegen, habe ich mich für die Zügel „Rubber“ entschieden.

Weiterer Pluspunkt an den Bridlery-Trensen ist das Stirnriemensystem mit Switch-It. Die Stirnriemen lassen sich super leicht mit Druckknopf wechseln, somit ist es nicht nötig, die ganze Trense beim Wechsel auseinander zu bauen.  Das Ganze geht natürlich mit den Modellen von BRIDLERY untereinander oder erleichtert mir in meinem Fall das Anbringen meines Magic Tacks Stirnriemens. Da ich schon seit vielen Jahren treuer Magic Tack Kunde bin, wird mein Stirnriemen natürlich auch an meine neue Trense von Bridlery umziehen.

Da es grade ein Bestellangebot gab, war bei meiner Bestellung auch direkt eine Trensentasche dabei. Dies fand ich auch absolut verlockend, da wir ja öfter mit dem Hänger unterwegs sind und die Trense so auch auf Reisen gut geschützt ist und einfach transportiert werden kann.

Nachdem ich meine Bestellung aufgegeben hatte, hieß es warten…

Das Auspacken

Schon aus dem Fenster konnte ich den DHL-Mann sehen und habe mich sehr auf das Paket gefreut. Jetzt stellte sich ja die Frage: Kann die Trense auch live ihren guten Eindruck bestätigen?

Das Paket war definitiv mit Leidenschaft gepackt. Man hat sofort gemerkt, dass die Menschen hinter BRIDLERY ihr Produkt mögen, denn die Trense war liebevoll verpackt.

Die Trense war in ganz tolles Goldpapier gewickelt und war somit wie ein Geschenk an das Pony verpackt. Mir hat auch besonders gut gefallen, dass dem Paket eine handgeschriebene Grußkarte lag. Dies zeigt, mit wie viel Mühe das Paket gepackt wurde. Außerdem befand sich noch eine kleine Aufmerksamkeit in Form von Leckerchen für das Pferd im Karton. So macht das Auspacken freude!

Nachdem ich das Modell „Charm“ in den Händen hielt, war ich positiv angetan. Das Leder fühlt sich sehr angenehm an und die Trense ist sehr hochwertig verarbeitet. Das schon im Internet gutaussehende Design lässt sich auch wenn man die Trense in der Hand hält nur bestätigen.

Zunächst habe ich den Paketinhalt ausgiebig inspiziert und war voller Vorfreude Amy die Trense am nächsten Tag anzuprobieren.

Im Stall angekommen, wurden erstmal das Gebiss an die Trense gebaut, damit Amy sie anprobieren konnte. Später habe ich unseren MagicTack Stirnriemen eingebaut. Das BRIDLERY-Stirnriemensystem hat mir den Wechsel des Stinriemens sehr leicht gemacht.

Qualität

Durch die gute Lederqualität war auch das Einstellen der Trense auf Amys Größe kein Problem. In der Vergangenheit hatte ich da auch schon Trensen aus so einem harten Leder, das das Verstellen ein Kampf war. Die BRIDLERY Trense liest sich aber schnell und einfach einstellen.

Wie schick! Amys Köpfchen in dem Modell „Charm“. Ich war sofort begeistert und Amy schaute auch direkt etwas eingebildet. Ich bin ja der festen Meinung, dass sie genau weiß, dass sie ein Ponymodel ist.

Passform

Die Trense ist anatomisch geschnitten und soll den Druck auf den Nervenbahnen im Gesicht mindern. Sie ist im Genick und an der Nase gut gepolstert und sitzt richtig gut. Zunächst habe ich die Trense komplett anprobiert, also mit dem Sperrriemen. Anschließend habe ich diesen dann abgemacht und in die Trensentasche gelegt, damit ich immer weiß wo er ist, falls wir ihn verwenden möchten.

Amy wirkte auch nach der ersten Reiteinheit sehr zufrieden.

Die Zügel „Rubber“ liegen gut in der Hand und rutschen nicht. Amy lief sehr entspannt und ich glaube, ihr gefällt die neue Trense sehr gut. Diesmal habe ich mir auch fest vorgenommen, dass ich die Trense regelmäßig reinigen und pflegen werde. Bei mir wird sie aber vermutlich dann doch dem Schmutz-Supergau-Test unterzogen. Kleiner Spaß am Rande, ich werde sie natürlich gut pflegen, damit wir auch lange Freude daran haben werden.

Fazit und Empfehlung

Amy ist mehr der Trense sehr zufrieden und wir nutzen diese mittlerweile schon ein paar Wochen. Amy läuft noch immer sehr entspannt mit dem Model „Charm“. Es wird nur langsam mal Zeit die Trense zu putzen 🙂

Danke an das BRIDLERY-Team für diese optisch schicke, fürs Pferd angenehm anatomisch geschnittene und qualitativ hochwertige Trense!

UPDATE: Das Team von BRIDLERY hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es derzeit eine Aktion gibt, bei der man die Zügel und Trensentasche zur Trense geschenkt bekommt!

Die Trensen findet ihr hier: BRIDLERY

Skiunfalls Teil 2, Diagnose und Zeit bis zur OP

22. März 2019 at 11:35

Auf dem Weg zum MRT Termin war ich ziemlich aufgeregt. Es war eine Woche seit dem Unfall vergangen und ich fand die Ungewissheit wirklich schrecklich. Sollte es nur eine Zerrung sein, könnte ich ja sofort wieder rumhüpfen, wie ein Hase. Auf der anderen Seite wusste ich ja nicht, inwieweit ich das Bein bei einer schlimmeren Verletzung belasten und bewegen darf. Aber das MRT würde ja Gewissheit bringen…

Nachdem das Knie direkt nach dem Unfall ja zunächst völlig normal aussah, ist es noch am selben Abend stark angeschwollen und so habe ich mir natürlich schon Sorgen gemacht. Basti hat mich die ganze Zeit damit geärgert, dass ich eh nur eine Dramaqueen bin und es nichts Schlimmes ist. Wir haben uns aus Spaß dann ein paar OP Videos vom Worst-Case angeschaut und ich habe gehofft, dass er Recht behält und ich wirklich nur eine Mimose bin.

Als ich im MRT lag habe ich darüber nachgedacht, dass es schon peinlich wäre, wenn der Arzt mich gleich mit den Worten „Hör auf zu jammern, da ist nichts“ nach Hause schickt. Ich finde Medizin wahnsinnig interessant und habe auch das MRT voll neugierig inspiziert. Das Ganze hat so 30 Minuten gedauert und mir fiel es schwer ganz ruhig zu liegen, denn je mehr ich mich darauf konzentriert habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass mein Bein einfach zuckt.

Als ich fertig war, wollten die mich ohne Diagnose nach Hause schicken und die CD und den Bericht in den kommenden Tagen schicken, was ich aber einfach nicht ausgehalten hätte. Ich wollte die Diagnose sofort wissen und habe mich dafür entschieden, auf den Arzt zu warten…

Als diese mich aufgerufen hatte, bin ich ziemlich nervös in sein Büro gehumpelt und habe erwartungsvoll gefragt, was das MRT ergeben hat. Tja, sein Gesicht hat mir die wichtigste Frage schon sofort beantwortet: Reiten kann ich die nächsten Wochen wohl vergessen!

Ich hörte mir noch die vollständige Diagnose an und lies mir alles genau auf den Bildern zeigen. Es war super interessant, allerdings ein wenig komisch, schließlich ist ja mein Bein kaputt.

Diagnose: Meniskusriss, Innenbandriss und Kreuzbandriss

Ich war nach dem Gespräch erstmal bedient und habe mein Leben wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen sehen. Meine Pläne für die nächsten Monate: Hinüber!

Mir ging es die ersten Tage und auch jetzt noch zwischendurch seelisch einfach nicht so gut. Ich bin normal selbstständig, unabhängig und einfach sehr aktiv. Nun sitze ich grade zu Hause und komme alleine nicht weg, Autofahren geht nicht und auf Krücken ist meine Reichweite zu Fuß beschränkt.

Es ist einfach eine sehr komische Situation für mich und zu wissen, dass einige meiner Pläne einfach gelaufen sind, ist auch sehr schwer. Ich habe mich mittlerweile mit der Situation arrangiert, zumindest meistens.

Nach einem Termin beim Orthopäden war ich dann im Krankenhaus zur Besprechung und der Planung des OP Termins. Nun warte ich, bis mein Knie am 01.04.2019 wieder repariert wird. Aktuell habe ich Physio und schone das Bein.

Mir fällt das zu Hause sitzen und auf anderen angewiesen sein sehr schwer. Ich bin froh über jeden Ausflug aus der Wohnung den ich machen kann. Am schönsten ist es natürlich, wenn ich mein Pony sehen kann.

Für Amy habe ich ein Team an Freunden zusammengestellt, die mich tatkräftig unterstützen und sich um das Pferdchen kümmern.

Ich habe ein wenig Angst vor der OP. Zum einen vor den Schmerzen danach und auch davor wieder komplett auf Hilfe angewiesen zu sein. Jetzt wo der Unfall ein paar Wochen her ist, bin ich wieder recht fit, aber nach der OP starte ich bei Null. Da das Knie so geschwollen und unbeweglich war, muss ich ja so lange auf die OP warten und ich muss sagen, je mehr Zeit vergeht, desto mehr kann man sich verrückt machen.

Aber Kopf hoch! Ich berichte wie die OP gelaufen ist!

Skiunfall Teil 1, wenn eine Sekunde deine Träume zerstört

21. März 2019 at 11:08

Es ist wohl auch mal an der Zeit ganz ausführlich von unserem diesjährigen Skiurlaub zu erzählen. Ich war die Woche davor schon mit einem Männerschnupfen gesegnet und auf der Hinfahrt mussten wir wegen einer Straßensperrung einen 2 Stunden Umweg in Kauf nehmen. Man könnte ja fast meinen, dass der ganze Urlaub eh schon unter einem schlechten Stern gestanden hat. Unsere Unterkunft war aber sehr nett und wir hatten jeden Abend ein 5-Gänge-Menü gebucht. Normalerweise wäre ich davon nicht mal satt gewesen, aber wegen der Erkältung habe ich kaum was runter bekommen. Der erste Skitag war leider auch dann nicht ganz so schön, weil es nur geschneit hat und man den Weg auf der Piste nur erraten konnte. Aber ein Blick auf der Wetterbericht kündigte Besserung an: Ab Montag die ganze Woche nur Sonnenschein!

Als wir morgens aufgestanden sind war tatsächlich traumhaftes Wetter und wir sind gut gelaunt auf den Berg gegondelt. Tja und dann kam es mal wieder anders als geplant. Keine 50 Meter auf der Piste habe ich mir dann beim Versuch auszuweichen das Knie verdreht.

Ich habe während des Fallens schon gewusst, dass es definitiv richtig doof gelaufen ist. Es hat ein richtig ekliges Geräusch gemacht und ich lag im Schnee. Mein Knie tat weh und ich habe erstmal geweint. Mir war sofort klar, dass das Reiten mit Amy auf der Equitana in Gefahr ist. Irgendwie wiß ich auch gar nicht genau, warum ich geweint habe. Zum einen weil mein Knie weh tat und zum anderen weil ich wusste, dass der Urlaub gelaufen war und auch meine Pläne für dieses Jahr in Gefahr waren.

Einige nette Leute haben mir sofort ihre Hilfe angeboten und eine Frau hat mir erstmal den 2. Ski abgemacht, dass ich mich so hinrollen konnte, dass die Schmerzen besser auszuhalten waren. Dann saß ich da, umringt von ein paar Leuten mitten auf der Piste. Es war so schrecklich für mich, weil ich gerne der harte Kerl bin. Wir haben die Leute dann weg geschickt, schließlich wollte ich ja tapfer sein. Leider stellte ich schnell fest, dass irgendwas anders ist und mein Knie wohl keine Lust hatte, noch bis ins Tal zu fahren.

Die 2 Jungs von der Pistenrettung haben mich dann auf einer Liege ins Tal gezogen. Mir war das so unglaublich unangenehm. Vielleicht wäre die ganze Situation ohne pinke Hasenohren auf meinem Helm ein wenig angenehmer gewesen. Im Tal angekommen haben mich natürlich alle Menschen angestarrt und ich wollte einfach nur von der Trage hüpfen und weglaufen. Ich wollte auch nicht, dass sie einen Krankenwagen rufen und bin schnell auf eine Bank gehumpelt und habe auf Basti gewartet.

Wir sind dann zunächst zur Dorfärztin gefahren, aber ihr Blick auf mein Knie sah weniger positiv aus und sie schickte uns ins Krankenhaus.

Dort mussten wir sehr lange warten und mir tat es leid, dass ich unseren Urlaub ruiniert hatte. Auf dem Röntgen hat man natürlich nichts gesehen und ich bekam eine Schiene und Krücken und sollte das Bein schonen und zu Hause einen MRT Termin machen. Eigentlich wollte ich ja auch gar nicht früher abreisen, aber mein Bein tat weh und ich hatte schlechte Laune und so sind wir dann früher abgereist.

Zu dem Zeitpunkt kannte ich die Diagnose nicht und hatte dementsprechend noch Hoffnung, dass alles halb so wild ist….

Das Ponyshowteam

20. März 2019 at 13:53

Ja zu diesem Thema habe ich ja noch gar nicht viel erzählt und ich muss sagen, dass es mir grade auch etwas schwer fällt. Aber beginnen wir von vorne: Ich fand die Idee mit der Springquadrille von Anfang an ziemlich cool, leider habe ich bei der Gründung damals keine Chance gesehen, ein Teil des Teams werden zu können. Ich hatte weder Auto, noch Hänger, noch Führerschein und so war es nahezu aussichtlos den Hof mit Pony verlassen zu können. Nachdem ich dann nun endlich meinen Hängerschein hatte, sah die Welt schon besser aus. Als dann auch noch mein eigener Hänger eingezogen ist, stand uns die Welt ja fast schon ganz offen. Mein Papa ist meistens so lieb und leiht mir sein Auto, da mein Traum von eigenen Zugfahrzeug ja noch nicht in Erfüllung gegangen ist. Letzten Sommer habe ich dann die Ausschreibung für ein Casting gesehen und wollte sehr gerne hin, leider hat der Tag zeitlich so gar nicht gepasst und so geriet die Idee dem Ponyshowteam beizutreten erstmal in den Hintergrund, bis Dezember…

Im Dezember gab es dann wieder eine Ausschreibung zum Casting und diesmal haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Ich war wirklich ganz schrecklich nervös, zum einen wollte ich mich nicht blamieren und zu anderen hieß zum Casting fahren ja auch, dass das Pony in den Hänger muss. Im Endeffekt wären ein paar weniger Nervenzusammenbrüche auch okay gewesen, denn das Probetraining lief super. Amy hat das ganz fein gemacht und wir hatten beide Spaß!

Und als dann später die Nachricht kam, dass wir Teil des Team sein dürfen, war ich wirklich happy. So begann dann unsere Zeit im Ponyshowteam. Es ging mindestens einmal die Woche zum Training und mein Paps war so lieb mir sein Auto ganz zur Verfügung zu stellen. Wir hatten abgemacht die Autos bis zur Equitana im März zu tauschen, denn das war das große Auftrittsziel mit dem Ponyshowteam.

Mit jedem Training war ich weniger aufgeregt und auch das Verladen wurde für uns mehr zur Routine. Das Training selbst hat uns beiden auch immer Spaß gemacht. Amy findet hüpfen ja eh ganz nett und ich mochte die anderen Teammitglieder auch sehr gerne.

Es hat viel Zeit in Anspruch genommen: Training, Kostüme planen etc. aber es hat mir sehr gefallen. Ich habe mich so sehr auf die gemeinsame Zeit auf der Equitana gefreut. Es ist mein Kindheitstraum einmal mit meinem Pferd auf der Equitana reiten zu dürfen.

Und dann kam es natürlich mal wieder ganz anders als geplant!

„Life is what happen, while you´re making plans.“

Ich habe mich im Skiurlaub verletzt und damit meinen Traum vom Auftritt auf der Equitana begraben können. Zunächst hatte ich immer noch Hoffnung, dass es nicht so schlimm ist, aber der MRT Termin hat dann Gewissheit gebracht: Ich falle aus.

Es war echt ein Schlag ins Gesicht. Mir war das Ganze sehr wichtig und ich wollte das Team ja auch nicht im Stich lassen. Leider hatte ich keine Wahl und muss nun erstmal pausieren.

Ich hoffe sehr, dass ich bald wieder ein Teil des Ponyshowteams sein darf.

Die richtige Wahl der Decke

13. Februar 2019 at 05:34

Winterzeit ist Deckenzeit und man steht immer wieder vor der Frage, welche Decke wohl die richtige Wahl sein könnte. Generell steht am Anfang des Winters erstmal die Entscheidung an, ob ein Pferd überhaupt eingedeckt werden muss. Von Natur aus hat das Pferd ein Fell, was dazu konzipiert ist auch kältere Tage gut zu überstehen. Nehmen wir als Beispiel die Isländerponys, welche auch bei kalten Temperaturen und Schnee dem Wetter trotzen.

Allerdings entwickeln sich Pferd immer mehr vom Wildpferd zum Hauspferd und somit sind die Ansprüche an die Tiere anders als in der Natur. Ich finde es gut, wenn Pferde ganz ohne Decken zurechtkommen, weil ich der Meinung bin, dass sich die Natur schon etwas beim Winterfell gedacht hat.

Doch grade alte und kranke Pferde kommen mit den Temperaturen im Winter schwieriger zu recht, sodass das eindecken nötig wird. Ebenso ist es bei Pferden die im Training stehen und sehr stark schwitzen, hier ist es dann nötig Teile oder sogar das ganze Winterfell scheren zu müssen. Ohne Fell schwitzen die Pferde weniger und sind somit schneller trocken, wenn das Training sehr anstrengend war. Schert man dem Pferd Fell weg, muss man dies natürlich durch eine Decke ersetzen.

Decken gibt es in allen möglichen stärken, von der 0 g Decke für regnerische Tage, bis zu dick gefütterten 450 g Decke für ganz kalte Tage. Auch in den Ausführungen unterscheiden sie sich, es gibt welche mit normalem Schnitt, welche mit „High Neck“ oder gar welche mit einem kompletten Halsteil.

Für den Beginn des Winters bietet es sich zunächst an, eine 0 g Decke zu wählen, damit das Pferd zunächst vor Regen und Wind geschützt wird. Sinken die Temperaturen, macht es Sinn eine dickere Decke zu wählen. Wir handhaben es aktuell so, dass wir im Herbst und Frühjahr bei Temperaturen bis Grad die 0 g Decke oder eine nur leicht gefütterte verwenden. Sobald die Temperaturen auf 0 Grad oder kälter sinken, trägt mein Pferd eine 200 g Decke. Wir haben das Model „Buster“ von Premier Equine, mit der Option, ein Halsteil anbringen zu können. Bei Schnee und Minusgraden, ergänze ich die Winterdecke dann um das Halstteil.

Bislang war mein Pferd nicht geschoren, sodass wir so gut durch das Jahr gekommen sind. Wir haben uns aber aktuell aufgrund eines höheren Trainingspensums für eine Teilschur entschieden, sodass ich das Halsteil bei Temperaturen bis 10 Grad dranlassen werde. Sollte der Winter weiter so kalt bleiben und die Temperauren im Minusbereich bleiben, so überlege ich noch eine Decke mit 300 g oder mehr zu kaufen.

Bei Pferden mit einer Vollschur sollte man selbstverständlich schon im Herbst ein gefüttertes Model von 100 g oder 200 g wählen und im Winter dann auf die dickste Stufe wechseln. Natürlich kommt es auch immer noch auf das Pferd selbst und sein Kälteempfinden an.

Grundsätzlich gibt es 3 Stufen von Decken:

-leichte Decken

-mittlere Decken

-schwere Decken

In unserem Kleiderschrank befinden sich bislang nur die ersten beiden Stufen, aber wenn ich einen Blick auf das Thermometer werfe und sehe, dass es bis zu minus 10 Grad werden soll, dann überlege ich noch eine sehr dicke Decke von 300 g oder 400 g zu besorgen.

Neben der Regendecke oder Winterdecke gibt es natürlich auch noch die Abschwitzdecken. Während die Pferde im Sommer einfach in der Sonne trocknen, muss man im Winter einen anderen Weg finden, das nach dem Training geschwitzte Pferd wieder trocken zu bekommen, damit es sich nicht erkältet.

Je nach Bedarf kann man sich für eine Abschwitzdecke mit normalem Schnitt oder eine mit Halsteil entscheiden. Wenn ein Pferd stark schwitzt, bietet es sich an, eine mit Halsteil zu wählen.

Doch auch bei den Abschwitzdecken gibt es Unterschiede. Es gibt Decken aus Fleece oder auch extra Funktionsdecken, aus besonderem Material. Wir hatten bislang immer Fleeceabschwitzdecken und haben dieses Jahr zum ersten Mal eine „Cooler Rug“ von Premier Equine getestet. Durch die besondere Struktur und das Material trocknet sie die Pferde noch besser und schneller. Wir waren positiv überrascht, dass dieses Model mehr Erfolg beim Trocknen bringt.

Für komplett geschorene Pferde empfiehlt es sich beim Warmreiten eine Nierendecke zu verwenden oder beim Ausreiten eine Ausreitdecke. Diese decken nur den hinteren Bereich des Pferdes ab und stören beim Reiten nicht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es kein falsche Wetter sondern lediglich falsche Kleidung gibt. Wählt man die Dicke der Decke dem Wetter entsprechend angepasst, so fühlt sich auch das Pferd sehr wohl. Es muss natürlich auch vermieden werden, dass eine zu dicke Decke verwendet wird, ansonsten kann dem Pferd schnell sehr warm werden. Ein Blick auf das Thermometer kann nie schaden.

Amy beim Friseur

6. Februar 2019 at 16:32

Lange habe ich mich gegen den Gedanken gewehrt, dass ich Amy schere. Vor einigen Jahren habe ich mal ganz coole Schermuster im Internet gesehen und überlebt, ob ich meinem Pony nicht auch mal eine nette Frisur verpasse. Da ich aber absolut kein Freund vom Scheren bin, habe ich mich bislang immer dagegen entschieden. Meine Angst irgendetwas kaputt zu machen, bzw. das mein Pony später friert war immer zu groß. Außerdem habe ich bei vielen Leute gesehen, dass sie ihr Pferd scheren, weil es schick aussieht. Grade aber bei diesen Leuten war es absolut nicht notwendig.

Ich bin auch jetzt noch der Meinung, dass sich die Natur etwas bei Winterfell gedacht hat und man wirklich gut Abwegen sollte, ob es denn sein muss. Natürlich kann man das Training in einem gewissen Grad anpassen oder Lösungen wie späteres Umdecken finden, aber nun sind auch wir an einem Punkt, wo ich einfach nicht drum herum komme, Amy zum Friseur zu schicken.

Amy schwitzt bei richtiger Arbeit schon sehr stark und trocknet langsam. In der Regel versuche ich das Training durch Schrittpausen zu entspannen, langes Trockenreiten ist auch selbstverständlich. Nun ist es aber so, dass wir 1-2-mal die Woche zum Auswärtstraining fahren, wo die Haupteinheit nun mal einfach anstrengend für das Pony ist. Da wird nach dem Training dann noch eine Hängerfahrt vor uns haben, ist es einfach doof, wenn sie ganz nass ist.

Nun habe ich wirklich lange drüber nachgedacht und komme zu dem Entschluss, dass Amy einen neuen Haarschnitt braucht. Neben meiner Seite der Abneigung gegen das Scheren, hat meine andere Seite sich natürlich gefreut und ich habe angefangen nach einem geeignet Schermuster zu suchen.

Geplant habe ich zunächst möglich wenig Fell wegzunehmen und bei Bedarf die Fläche zu vergrößern. Wichtig ist mir aber, dass Sattel- und Gurtlage bestehen bleiben, um Druckstellen zu vermeiden. Nun hatte ich einige Ideen für die Umsetzung, aber da ich um mein Feingefühl weiß, durfte das Schermuster natürlich nicht zu anspruchsvoll sein.

Nachdem ich meine Ideen für ein Schermuster zusammengetragen hatte, musste ich mich mit der Thematik der richtigen Schermaschine beschäftigen. Zunächst habe ich mir auf der Homepage von „horizont“ umgesehen, um einen Überblick über verschieden Produkte zu erhalten.

Das Unternehmen bietet viele verschiedene Produkte rund um Tierhaltung und den Reitsport an. Durch die übersichtliche Darstellung bin ich schnell fündig geworden und konnte die Funktionen und Leistungsfähigkeit einzelner Schermaschinen in Erfahrung bringen.

„horizont“ hat Produkte für verschiedene Ansprüche und unterschiedliche Budgets. Für mich war bei der Suche nach der für uns am besten geeigneten Schermaschine schnell klar, dass es nicht unbedingt das High-End Produkt werden muss. 

Für Amy hatte ich keine Vollschur vorgesehen, insofern sollte uns ja ein Produkt in einer niedrigeren Preisklasse ausreichen. Zunächst habe ich zwischen einer kleineren und einer mittleren Schermaschine geschwankt, da ich etwas unsicher war, welche meinen Ansprüchen am ehesten gerecht werden würde.

Ich entschied mich dafür ein Beratungsgespräch mit dem Team von „horizont“ in Anspruch zu nehmen. Die Beratung war super, nachdem ich meine Wünsche geäußert habe, wurden mit mir zusammen die Vor- und Nachteile der verschieden Schermaschinen abgewogen, sodass ich mich am Ende für die mittelklassige Maschine „Star“ von der Firma Wahl entschieden habe.

Ich möchte an dieser Stelle schon mal vorwegnehmen, das ich mit der Beratung sehr zufrieden bin und die richtige Schermaschine für uns finden konnte. Da bei mir auch eine Unsicherheit  herrschte, ob ich meine Detailideen für die Schur umsetzen kann, wurde mir Vorgeschlagen doch hierfür einfach einen kleinen Trimmer dazu zunehmen. Zunächst hatte ich ja überlegt meinem Freund den Nasenhaartrimmer zu klauen, aber dank der guten Beratung des Teams von „horizont“ habe ich gesehen, dass es solch ein Produkt auch für direkt für Tiere gibt.

Nachdem nun meine Entscheidung für eine Bestellung gefallen war, gab ich diese auf. In letzter Zeit habe ich auf manche Einkäufe sehr lange warten müssen, nicht aber bei dieser Bestellung.  Mein Paket kam sehr schnell bei mir an. Montag bestellt und Mittwoch kam dann das Paket an.

Nun stand noch die Frage im Raum: Was wird Amy zu der Schermaschine wohl sagen?!

Die Wahl der Schermaschine „Star“ und auch der „Pico“ fiel natürlich auf die Farbe Pink. Ich denke, dies benötigt keiner weiteren Erläuterung. Für das Prinzessinnenteam kommt natürlich nur solch eine schicke  Farbe in Betracht.

Nach dem Öffnen des Pakets habe ich die Schermaschine und den kleinen Trimmer erstmal genau inspiziert und angeschaut. Die Ware war extra in Luftpolsterfolie verpackt, sodass sie auf dem Transport gut geschützt ist. Nachdem ich mit der Luftpolsterfolie gespielt habe, ging es dann am Folgetag in den Stall.

Zunächst habe ich Amy erstmal den kleinen Trimmer gezeigt, dann die Schermaschine. So lange die Geräte ausgeschaltet waren, fand Amy sie zwar merkwürdig, aber nicht weiter schlimm.

Als ich dann den Trimmer eingeschaltet habe, hat sie große Augen gemacht. Frontal auf das Pony zu gehen, hat nicht so gut geklappt, da sie dann rückwärts gegangen ist. Als ich allerdings von der Seite auf sie zugekommen bin, war das ganze Thema kein Problem. Amy war wirklich brav, ganz so brav hätte ich sie gar nicht erwartet.

Am Samstag stand dann der Termin zum Scheren fest. Zunächst haben wir mit der Schermaschine „Star“ die großen Flächen an Hals und Po geschoren. Die Schermaschine war super leicht zu bedienen. Zunächst muss man etwas Öl auf das Scherblatt machen und sie einmal kurz einschalten, damit es sich gut verteilt. Dann konnte die Arbeit auch schon beginnen und die Schermaschine hat sich ihren Weg durch Amys dickes Fell gesucht. Es hat mir unglaublich Spaß gemacht, denn Scheren ist eine Arbeit, bei der man direkt ein Ergebnis sieht. Ich war fasziniert, wie einfach das Ganze von statten ging. Schermaschine ansetzen, gegen die Wuchsrichtung ohne großen Druck oder Krafteinsatz nach oben streichen, weg war das dicke Winterfell.

Aufgrund der dicke von Amys Fell hatte ich zunächst die Befürchtung, die Schermaschine könnte der Fellmasse nicht gewachsen sein, aber die ging durch den Pelz wie durch Butter. Die großen Flächen waren innerhalb weniger Minuten fertig.

Ursprünglich wollte ich nach einem Model ohne Kabel schauen. Nun hat die „Star“ eine permanente Stromversorgung und es hat mich gar nicht beeinträchtigt. Das Kabel ist sehr lang und flexibel und mit Gummi überzogen. Wir haben kein Verlängerungskabel benötigt und kamen super an jede Stelle des Pferdes. Beim Austausch mit einer anderen Einstellerin habe ich erfahren, dass ihre akkubetriebene Schermaschine sehr viel schneller warm wird, als meine mit permanenter Stromversorgung. Insofern denke ich, dass wir hier keine falsche Entscheidung getroffen haben. Ist im Stall natürlich kein Stromanschluss vorhanden, wird man hier auf eine mit Akkubetrieb zurückgreifen müssen.

Amy ist auch einmal auf das Kabel drauf getreten, was dem Kabel aber nichts ausgemacht hat. Natürlich sollte dies vermieden werden, aber grade bei Tieren kann es immer mal passieren, dass sie auf ein Kabel drauf treten.

Da dies unsere erste Schur war, habe ich vorher im Internet nachgelesen, worauf man alles achten muss. Ich hatte bedenken, dass das Scherblatt schnell heiß werden könnte und habe regelmäßig gefühlt wie warm es wurde. Wir haben ja nur eine Teilschur umgesetzt und hier sind wir ohne größere Pausen zum Abkühlen ausgekommen. Es hat die 1-2 minütige Beratungszeit, wo genau wir noch etwas wegscheren wollen ausgereicht, dass das Scherblatt wieder angenehm kalt war. Ich vermute, dass man auch bei einer Vollschur keine sehr langen Pausen machen muss, dass der Kopf der Schermaschine gut belüftet ist und dafür sorgt, dass sich das Scherblatt nicht zu sehr aufheizt.

Das eigentliche Scheren war absolut unkompliziert. Die Maschine liegt gut in der Hand und lässt sich problemlos durch das Fell manövrieren. Für den Feinschliff hat sich die große Schermaschine natürlich nicht so gut geeignet, hier haben wir den Trimmer „Pico“ zur Hand genommen.

Nachdem ich vor einigen Wochen ein Pummeleinhorn auf einem anderen Pferdepopo gesehen hatte, wollte ich auch eins aus Amys. Netter weise, hat sich die Besitzerin angeboten uns bei der Detailschur zu helfen. Nachdem das Scheren der großen Flächen so super schnell ging und wir damit in ca. 15 Minuten fertig gewesen sind, hat die Arbeit an dem Detail auf dem Po mehrere Stunden gedauert. Amy hat eben sehr dickes Fell und das Pummeleinhorn viele Details.

Für die nächsten Jahre habe ich schon beschlossen, dass wir dort etwas Einfacheres als Highlight wählen, wie z.B. ein Herz. Der Trimmer hat sich aber bei der kleinen Detailarbeit sehr bewährt, denn es ist auch möglich kleine Figuren zu rasieren. Der Trimmer ist federleicht, sodass er sich ganz flexibel einsetzen lässt. Der Trimmer eignet sich besonders für alle engen und schwerer zu erreichenden Stellen, wie Ohren oder eben feinere Muster. Bei Amys dickem Fell hatte er manchmal etwas Mühe, sich seinen Weg zu bahnen, aber da er recht klein ist und die Fellmenge sehr groß, ist dies auch verständlich.

Nachdem wir fertig waren, mussten Schermaschine und Trimmer noch gereinigt werden. Hierzu ist es nur notwendig die Haare mit einem kleinen Pinsel abzubürsten.

Mit dem Ergebnis am Ende war ich sehr zufrieden. Amy hat nun weniger Fell und die darauffolgende Trainingseinheit hat den Erfolg bestätigt. Amy hat deutlich weniger geschwitzt und ist somit auch schneller trocken gewesen.

Der Regenschirm fürs Pferd

1. Februar 2019 at 05:30

Zugegeben: Die Vorstellung, dass unsere Pferde mit einem Regenschirm auf der Weide stehen, ist schon recht lustig. In der Praxis gestaltet sich das Ganze natürlich schwierig und so ist es einfacher, wenn die Pferde bei nassem Wetter Regendecken tragen.

Nachdem ich seit einigen Wochen die gefütterte 200 g Decke „Buster Turnout Rug“ von Premier Equine in Benutzung habe und mich diese komplett überzeugt, wollte ich auch unbedingt noch eine ungefütterte Regendecke von Premier Equine haben. Die Passform und Qualität der Decken sind einfach super und so habe ich mir die 0g Decke „Buster Hardy Half Neck Turnout Rug“ ausgesucht.

Nach der gewohnt schnellen Lieferzeit von 2-3 Tagen, kam das gute Stück aus England bei uns an. Geliefert wurde die Decke natürlich auch wieder in einer praktischen Tasche. Dort lässt sich die Decke Lagern und auch einfach Transportieren.

Beim Auspacken habe ich festgestellt, dass die Decke in echt noch schicker ist, als auf den Bildern. Farblich gefällt mir navy generell an Amy sehr gut und so passt die Decke hervorangedn in unseren Kleiderschrank. Das besondere an der Buster Hardy half neck, ist aber das Abgenähte. Logo und Nähte sind in rot und royalblau gefasst und das macht die Decke optisch besonders schick.

Auf dem Logo der Bauchgurte befindet sich auch nochmal die Füllmenge der Decke. Während bei dieser hier die 0 g vermerkt sind, so findet man auf meiner Winterdecke die 200 g. Somit kann man auch immer nochmal schnell nachschauen, wie dick die Decke ist, die das Pferd grade trägt.

Die Kreuzgurte unterm Bauch lassen sich stufenlos einstellen, sodass auch jeder Pferdebauch in die Decke hereinpasst.

An Brust und Hintern sind Reflexionsstreifen angebracht, welche Licht gut reflektieren, sodass man das Pferd auch bei Dunkelheit erkennt.

Neben den stabilen Brustverschlüssen befindet sich vorne auch noch ein Klettverschluss, welcher zusätzlich für guten Halt sorgt.

Wie auch meine Winterdecke verfügt diese über Beinschlaufen und eine weitere Schlaufe, für hinten. Somit hat die Decke einen sehr guten Halt, auch wenn das Pferd auf der Weide galoppiert oder sich mal wälzt. Der Riemen für hinten ist mit einem extra Gummiüberzug versehen, sodass er auch dann gut zu reinigen ist, wenn das Pferd auf den Riemen äppelt.

Außerdem finde ich den langen Schweiflatz toll, so ist auch der Hintern gut vor Regen geschützt. Hier hat Premier Equine auch ebenfalls etwas Cleveres überlegt. Der Schleiflatz verfügt über eine weitere Schlaufe, durch welche man den Schweif zieht. Hebt das Pferd nun den Schweif beim Äppeln, so hebt sich auch der Schweiflatz mit an und bleibt sauber.

Die Decke ist einfach super toll verarbeitet und passt dem Pferd sehr gut. Mir gefällt an diesem Model der hohe Kragen sehr gut, da es jetzt im Winter ja nicht nur oft regnet, sondern auch stürmisch ist und durch den Kragen ist das Pferd noch besser geschützt.

Je nach Temperatur passe ich die Decke den Bedürfnissen meines Pferdes an.

Wie trockne ich mein Pferd nach dem Reiten?

29. Januar 2019 at 05:29

Grundsätzlich finde ich es am schönsten, wenn die Pferde ihr Winterfell behalten können und nicht geschoren werden müssen. Leider lässt sich dies nicht immer verhindern, sorgt aber dafür, dass das Pferd weniger schwitzt.

Aktuell ist Amy nicht geschoren, also ist es immer eine Herausforderung ihr Fell nach dem Reiten wieder trocken zu bekommen. Sofern sich die Reiteinheit frei gestalten lässt, schaue ich immer, dass es viele Schrittpausen zur Erholung gibt. Da man aber in einer Unterrichtsstunde mehr arbeitet, lässt sich auch das stärkere Schwitzen nicht vermeiden.

Aktuell ist Amy nicht geschoren, also ist es immer eine Herausforderung ihr Fell nach dem Reiten wieder trocken zu bekommen. Sofern sich die Reiteinheit frei gestalten lässt, schaue ich immer, dass es viele Schrittpausen zur Erholung gibt. Da man aber in einer Unterrichtsstunde mehr arbeitet, lässt sich auch das stärkere Schwitzen nicht vermeiden.

Das Pferd nach dem Reiten zum Trocknen unters Solarium zu stellen, ist mit Sicherheit nicht allen möglich. Für mich persönlich kommt diese Methode nicht in Betracht, da ich mir nicht vorstellen kann, dass es gesund ist, dass Pferd, welches einer Umgebungstemperatur von minus 2 Grad ausgesetzt ist, kurzfristig so künstlich zu erwärmen und anschließend wieder in die Kälte zu stellen.  

Sofern es der zeitliche Rahmen zulässt, stelle ich mein Pferd mit Abschwitzdecke in die Box und bitte eine Freundin mein Pferd später um zudecken. Da wir aber aktuell auch abends zum Training fahren, besteht diese Möglichkeit nicht. Mein Pferd sollte möglichst trocken sein, bevor ich den Stall verlasse.

In unserem Fall kommt noch hinzu, dass wir nach dem Training noch eine Hängerfahrt nach Hause haben und so habe ich mich nach einer neuen Abschwitzdecke umgesehen. Bislang hatten wir immer nur normale Fleecedecken, nachdem ich aber davon gehört habe, dass es Decken aus anderem Material geben soll, die schneller trocknen, wurde ich neugierig.

Neben einer besseren Abschwitzfunktion sollte meine neue Decke aber auch ein Halsteil haben, weil Amy grade dort sehr nass ist. Da ich von der Qualität und Passform meiner Premier Equine Winterdecke so begeistert bin, habe ich dort nach einer neuen Abschwitzdecke geschaut. Neben normalen Fleecedecken gibt es dort eben auch eine Abschwitzdecke, die aufgrund ihres Materials besser abschwitzen soll. Die Entscheidung stand schnell fest, wir wollten die „Combo Dry-Tech Horse“ testen.

Bei dieser Abschwitzdecke handelt es sich um ein Modell mit Halsteil, sie ist aber auch grundsätzlich ohne zu erhalten. Die Decke besteht nicht aus klassischem Fleece, sondern aus einer speziellen Schicht aus Lagen.

Die Decke hat eine feine Steppung, das Muster ähnelt einer Waffel. Von außen ist die Decke in einem schlichten Navy gehalten, die Inneseite hingegen ist knallrot. Das besondere an der Steppung ist, dass sie dafür sorgt, dass die Feuchtigkeit besser vom Fell des Pferdes nach Außen transportier wird.

Die Passform der Decke überzeugt mich total. Sie ist anatomisch geschnitten und liegt sehr eng an, sodass sie ihre Funktion gut entfalten kann. Amy sieht in der Decke zudem sehr schlank aus, was natürlich eigentlich keine Rolle spielt. Das Halsteil ist auch für Pferde mit einem sehr langen Hals geeignet. In unserem Fall können wir sogar die oberste Schnalle auflassen, da Amys Hals sehr kurz ist. Dies ist aber überhaupt kein Problem, das etwas zu lange Stück lässt sich einfach umschlagen oder steht nach vorne über. Durch das Überstehen, hat die Decke Kontakt mit Ohren, welche somit auch schneller trocknen. Aber ob man den zu langen Teil überstehen lässt oder umschlägt, bleibt ja jedem selbst überlassen. Bei Pferden mit längerem Hals wird das Halsteil perfekt passen.

Die Decke hat zwei stabile Metallverschlüsse an der Brust, was mit gut gefällt. Viele Abschwitzdecken haben vorne einen schlechten Verschluss. Die „Combo Dry-Tech“ hat zusätzlich auch ein sehr starkes Klett an der Brust. Ich bin auch bei dieser Decke von Premier Equine wieder total von der Stabilität und Qualität der Verarbeitung überzeugt.

Durch die Brustgurte und den Riemen unterm Schweif, kann man das Pferd auch unbeaufsichtigt in die Box stellen, da die Decke nicht verrutschen kann.

Ich habe liebevoll den Witz gemacht, dass Amy nun einen neuen Pyjama hat.

Die Decke kam bei uns nach einem anstrengenden Training das erste Mal zum Einsatz. Amy war sehr nass und musste noch bis nach Hause auf dem Hänger stehen. Während ich in den Wochen davor ein Pferd in nasser Decke vom Hänger geholt habe, war Amy diese Woche tatsächlich fast trocken. Die Decke selbst war nicht komplett nass und auch das Pony war trockener, als mit einer normalen Decke.

Auch nach den nächsten Trainingseinheiten hat sich mein erster Eindruck bestätigt und das Pony trocknet tatsächlich besser. Die Decke ist natürlich kein Zauberumhang, wo das Pferd nach 10 Minuten ganz trocken ist, aber es ist in vergleichbarer Zeit eben trockenerer.

Zudem trocknet die Decke selbst auch besser, als eine Fleecedecke. Aufgrund des feuchten Wetters die letzten Wochen, hatte ich im Stall oft Probleme, dass meine Abschwitzdecken nicht mehr richtig getrocknet sind. Mit der neuen Decke, war dies besser.

Außerdem habe passt die Decke sehr gut zu unseren Transportgamaschen.

Kleiner Rückblick

26. Januar 2019 at 16:26

Nicht nur auf das letzte Jahr, sondern auf unseren gemeinsamen Anfang. Vor ein paar Tagen hat Carina angefangen mir mal ein paar alte Bilder und Videos zu schicken und ich musste echt schmunzeln. Wir waren jung und wild. Was mir tatsächlich sehr fehlt, ist die Leichtigkeit, mit der man in jüngeren Jahren durch das Leben geht. Man hat weniger Verantwortung, mehr Freizeit und malt sich bei vielen Dingen noch keine Horrorszenarien aus.

In meiner Jugend habe ich einfach viel Zeit mit meinen Freunden am Stall verbracht, das ist so heute gar nicht mehr möglich. Wir alle haben einen Job, Partner und andere Verpflichtungen. Mir fehlt die Zeit in der wir am Stall im Schnee gespielt haben, Inliner fahren waren und solche Dinge. Aber ich denke jede Zeit hat seine Vor- und Nachteile.

Dennoch finde ich es sehr interessant alte Bilder und Videos zu betrachten und zu sehen, dass wir uns einfach entwickelt haben. Amy hat es mir nicht immer sehr leicht gemacht und ich war bestimmt auch nicht die begabteste Pferdemama, aber wir haben unseren Weg gemeistert.

Ich bin sehr froh Erinnerungen an unseren Anfang zu haben und nun betrachten zu können, dass wir zusammen gewachsen sind.

Wenn ich an die ersten Springversuche denke, die ersten Versuche alleine spazieren zu gehen oder noch weiter zurück: Der Moment an dem ich das erste Mal auf Amy saß!

Von der ersten Zeit gibt es keine Bilder oder Videos, da ich mich in Amy verliebt hatte und ich dachte, unsere Wege trennen sich bestimmt eh, dann brauche ich auch keine Bilder. Nun bereue ich es, dass wir die ersten Momente unterm Sattel nie festgehalten haben. In meinem Kopf sehe ich aber diesen Moment noch genau vor mir: Pony streckt alle 4 Beine zur Seite und fragt sich, was dieser große Klumpen denn auf ihrem Rücken zu suchen hat. Die ersten Schritte waren so vorsichtig, unausbalanciert und brav.

In den ersten Reiteinheiten bin ich nur Schritt geritten, später kam der Trab dazu. Der erste Galopp an der Longe, der erste freie Galopp, wir haben uns gesteigert. Die erste Minirunde ausreiten, alleine Spazieren gehen oder das erste Mal Bandagieren. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, wie sie mich beim Einsprühen mit Fliegenspray über den Hof gezogen hat oder sogar gestiegen ist, heute ist das alles kein Problem.

Rückblickend betrachtet hat Amy bei so ziemlich allem irgendwann mal ihre Grenze getestet. Egal ob Hufe desinfizieren, wo wir fast zusammen auf der Stallgasse lagen, weil auch ich den Huf nicht losgelassen habe oder Abspritzen, Einsprühen oder etwas in die Richtung, ich bin schon mehr als einmal verzweifelt.

Heute bekommen wir so ziemlich alles hin, mit kleinen Diskussionen und ein wenig Überredungskunst, aber im Großen und Ganzen sind wir ein Team geworden.

Es gab eine Zeit, da hat Amy sich bestimmt jede 2. Woche einmal beim Putzen losgerissen. Es gab Spaziergänge in denen ich wirklich Angst hatte, Amy könnte mich umrennen oder sich losreißen und abhauen.

Ich könnte noch ewig weiter darüber nachdenken, dass bei uns schon alles schief gelaufen ist, bin aber zusammenfassend froh, dass wir fast allen in den Griff bekommen haben. Die einzige ewig währende Baustelle ist noch das Verladen. Es ist ein auf und ab, aber ohne Sorge funktioniert es nie.

Wer weiß, vielleicht kann ich ja in 2 Jahren berichten, dass Amy freiwillig in den Hänger rennt 🙂