Skiunfalls Teil 2, Diagnose und Zeit bis zur OP

22. März 2019 at 11:35

Auf dem Weg zum MRT Termin war ich ziemlich aufgeregt. Es war eine Woche seit dem Unfall vergangen und ich fand die Ungewissheit wirklich schrecklich. Sollte es nur eine Zerrung sein, könnte ich ja sofort wieder rumhüpfen, wie ein Hase. Auf der anderen Seite wusste ich ja nicht, inwieweit ich das Bein bei einer schlimmeren Verletzung belasten und bewegen darf. Aber das MRT würde ja Gewissheit bringen…

Nachdem das Knie direkt nach dem Unfall ja zunächst völlig normal aussah, ist es noch am selben Abend stark angeschwollen und so habe ich mir natürlich schon Sorgen gemacht. Basti hat mich die ganze Zeit damit geärgert, dass ich eh nur eine Dramaqueen bin und es nichts Schlimmes ist. Wir haben uns aus Spaß dann ein paar OP Videos vom Worst-Case angeschaut und ich habe gehofft, dass er Recht behält und ich wirklich nur eine Mimose bin.

Als ich im MRT lag habe ich darüber nachgedacht, dass es schon peinlich wäre, wenn der Arzt mich gleich mit den Worten „Hör auf zu jammern, da ist nichts“ nach Hause schickt. Ich finde Medizin wahnsinnig interessant und habe auch das MRT voll neugierig inspiziert. Das Ganze hat so 30 Minuten gedauert und mir fiel es schwer ganz ruhig zu liegen, denn je mehr ich mich darauf konzentriert habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass mein Bein einfach zuckt.

Als ich fertig war, wollten die mich ohne Diagnose nach Hause schicken und die CD und den Bericht in den kommenden Tagen schicken, was ich aber einfach nicht ausgehalten hätte. Ich wollte die Diagnose sofort wissen und habe mich dafür entschieden, auf den Arzt zu warten…

Als diese mich aufgerufen hatte, bin ich ziemlich nervös in sein Büro gehumpelt und habe erwartungsvoll gefragt, was das MRT ergeben hat. Tja, sein Gesicht hat mir die wichtigste Frage schon sofort beantwortet: Reiten kann ich die nächsten Wochen wohl vergessen!

Ich hörte mir noch die vollständige Diagnose an und lies mir alles genau auf den Bildern zeigen. Es war super interessant, allerdings ein wenig komisch, schließlich ist ja mein Bein kaputt.

Diagnose: Meniskusriss, Innenbandriss und Kreuzbandriss

Ich war nach dem Gespräch erstmal bedient und habe mein Leben wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen sehen. Meine Pläne für die nächsten Monate: Hinüber!

Mir ging es die ersten Tage und auch jetzt noch zwischendurch seelisch einfach nicht so gut. Ich bin normal selbstständig, unabhängig und einfach sehr aktiv. Nun sitze ich grade zu Hause und komme alleine nicht weg, Autofahren geht nicht und auf Krücken ist meine Reichweite zu Fuß beschränkt.

Es ist einfach eine sehr komische Situation für mich und zu wissen, dass einige meiner Pläne einfach gelaufen sind, ist auch sehr schwer. Ich habe mich mittlerweile mit der Situation arrangiert, zumindest meistens.

Nach einem Termin beim Orthopäden war ich dann im Krankenhaus zur Besprechung und der Planung des OP Termins. Nun warte ich, bis mein Knie am 01.04.2019 wieder repariert wird. Aktuell habe ich Physio und schone das Bein.

Mir fällt das zu Hause sitzen und auf anderen angewiesen sein sehr schwer. Ich bin froh über jeden Ausflug aus der Wohnung den ich machen kann. Am schönsten ist es natürlich, wenn ich mein Pony sehen kann.

Für Amy habe ich ein Team an Freunden zusammengestellt, die mich tatkräftig unterstützen und sich um das Pferdchen kümmern.

Ich habe ein wenig Angst vor der OP. Zum einen vor den Schmerzen danach und auch davor wieder komplett auf Hilfe angewiesen zu sein. Jetzt wo der Unfall ein paar Wochen her ist, bin ich wieder recht fit, aber nach der OP starte ich bei Null. Da das Knie so geschwollen und unbeweglich war, muss ich ja so lange auf die OP warten und ich muss sagen, je mehr Zeit vergeht, desto mehr kann man sich verrückt machen.

Aber Kopf hoch! Ich berichte wie die OP gelaufen ist!