Reitplakette – Was ist denn das?

26. Januar 2018 at 06:21

Nachdem einige Fragen zu dem Foto in meiner Instagramstory kamen, möchte ich euch heute etwas über die Reitplaketten erzählen. Viele von euch haben scheinbar noch nie von ihnen gehört und wissen gar nicht, was es damit auf sich hat.

Wozu dient die Reitplakette?

Die Reitplakette ist im Grunde wie ein Kennzeichen für Autos. Jedes Pferd erhält ein individuelles Kennzeichen, bestehend aus einem Buchstaben für die Stadt oder den Kreis, in dem man selbst wohnhaft ist und einer in der Regel vierstelligen Zahl. Die Plakette dient zu Identifizierung. Reitet man beispielsweise einen Rentner über den Haufen, so kann dieser sich das Kennzeichen merken und Anzeige erstatten.

Was steht dahinter?

Wie fast alles im Leben ist der Hintergrund aber weniger, dass man das Kennzeichen zur Erkennung hat, sondern Geld. Die Reitplatten sind natürlich nicht kostenfrei und die Stadt oder der Kreis bessert hierdurch seine Kasse auf. Die Abgabe soll zur Instandhaltung der Wege dienen. Ich für meinen Teil habe aber weder am alten, noch am neuen Stall je einen Reitweg gesehen.

Braucht jeder eine Plakette?

Jeder Reiter der seinen Hof mit dem Pferd verlassen möchte, ob zum Ausreiten oder nur Spazieren benötigt dieses Plakette.

In welchen Bundesländern gibt es diese Reitplakette?

Die Plakette gibt es nicht bundesweit, sondern lediglich in einigen Bundesländern. Definitiv verpflichtend ist sie für alle Reiter aus NRW, Thüringen, Hamburg und Berlin. In Baden-Württemberg und Bayern sollte man sich erkundigen. In anderen Bundesländern ist eine Kennzeichnungspflicht nicht nötig.

Wie viel kostet eine Reitplakette?

Das ist in jedem Bundesland etwas anders geregelt und ich kann nur erklären, wie es in NRW abläuft. Bei Neubeantragung zahlt man die Kennzeichen selbst, sowie die aktuelle Jahresmarke. Die Kosten hängen davon ab, ob es sich um ein Privatpferd oder einen Reiterhof handelt. Das Kennzeichen selbst kostet für Privatpferde ca. 40,00 € und die Jahresmarke immer um die 30,00 €. Man kann die Jahresmarke entweder jedes Jahr neu beantragen oder einmalig ein Kreuzchen setzen, sodass man diese automatisch zu Jahresbeginn zugeschickt bekommt.

Wo ist die Plakette anzubringen?

Die Reitplakette besteht wie auch beim Auto aus 2 Kennzeichen, nur das diese nicht vorne und hinten, sondern beide seitlich am Pferd angebracht werden müssen. Es ist möglich die Plakette beidseitig an der Trense zu befestigen, ich habe aber auch schon häufiger gesehen, dass sich Leute einen Halsring angelegt haben, wo die Marken befestigt sind oder diese am Sattel zu finden sind. Ich persönlich befestige sie aus Gewohnheit an der Trense. Am Sattel wüsste ich nicht, wie ich sie festbekommen sollte und mir einen extra Riemen für den Hals zuzulegen, habe ich irgendwie noch nicht geschafft. Das plane ich aber für dieses Jahr, weil das ab und dran machen an die Trense, schon recht nervig ist.

Und wenn ich nur selten ausreite?

Tja, ich glaube das ist den Behörden wohl egal. Wer ohne erwischt wird zahlt eine Strafe. Ich persönlich bin ein Verfechter von Recht und Ordnung und besorge mir jedes Jahr brav die aktuelle Jahresmarke.

Wo bekomme ich diese Marke her?

Die Plakette wird bei der zuständigen Verwaltung beantragt. Das heißt, ihr schaut am besten einfach mal auf der Homepage eurer Stadt oder eures Kreises nach einem Ansprechpartner. Meistens ist es in der Nähe der Rubrik „Hundesteuer“ zu finden. Die Abgabe ist im Grunde wie eine kleine Pferdesteuer.

Wo darf ich alles reiten?

Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Bislang war das Reiten offiziell nur auf gekennzeichneten Wegen gestattet, was sich aber vor kurzem geändert hat. Nun ist das Reiten auf allen Wegen erlaubt, auf denen nicht ausdrücklich ein Verbotsschild zu finden ist. Die genauen Regelungen hängen auch immer etwas von der jeweiligen Stadt ab. Ich kann euch nur raten: Nehmt Rücksicht. Entfernt Haufen von Straßen, reitet immer im Schritt an Menschen vorbei und was immer hilft: Nett Grüßen! Ich denke häufig gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter. Versucht euch rücksichtsvoll im Gelände zu verhalten, auch wenn das nicht immer von anderen Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist!