Wenn man eine Pferdeverrückte auf Publikum loslässt

20. Oktober 2017 at 17:00

Als Katja mir von ihrem bevorstehenden Auftritt bei dem Jubiläum von Krämer erzählte, wusste ich sofort, dass es bis dahin viele anstrengende Mittagspausen geben wird. Denn wer Katja kennt, weiß, dass sie sich über jedes noch so kleine Detail den Kopf zerbricht und sich in alles reinsteigert. Und natürlich war es auch hier nicht anders. Also lag sie mir schon Wochen vor dem Auftritt in den Ohren: „Was ist, wenn ich alles falsch mache?“ und „Was ist wenn ich mich vor allen auf die Fresse packe?“. Es wurden also viele wichtige Themen erörtert: Mit oder ohne Kostüm? Mit oder ohne Pad? Musik oder keine Musik? Und natürlich machte sich die Pferdemama wie immer mehr Gedanken über Amys Outfit als über ihr eigenes.

Umso näher der Auftritt dann rückte, desto öfter wurde Katja zwischendurch unruhig und rutschte auch schon mal mit ihrem Hintern aufgeregt über den Stuhl, weil sie nicht still sitzen konnte. Tage vorher kam die Nervosität in Phasen, aber insgesamt blieb Katja doch relativ gelassen. Da bin ich definitiv schlimmeres gewohnt. Ich erinnere mich zum Beispiel an unser Examen letztes Jahr und die stundenlangen Telefonate.

Als ich dann hörte, dass Katja einen Tag vor dem Auftritt einen Abflug von Amy gemacht hat, dachte ich schon, dass es das jetzt gewesen ist und Katja einen völligen Nervenzusammenbruch erleidet. Allerdings war genau das Gegenteil der Fall. Sie sagte: “Was soll denn passieren? Wenn ich runter falle, mache ich halt vom Boden weiter.“ Genau diesen Optimismus liebe ich an ihr.

Wie sollte es auch anders sein, klingelte am großen Tag vormittags mein Handy und die Tonlage und Geschwindigkeit der „Worte“, die an meinem Ende ankamen ließen darauf schließen, dass sich die Gelassenheit verabschiedet hatte. Doch wie meistens ging es ihr, nachdem sie sich einmal kurz alles von der Seele geredet hatte, besser. Außerdem darf man bei so einem Ereignis auch nervös sein. Und da ist es auch zu verzeihen, dass ich ihrem Freund was zu essen mitbringen musste, da Katja glatt vergessen hatte ihn zu füttern. 😅

Bei Krämer angekommen, hatten Katja und Amy noch ein wenig Zeit und während das Pony sich noch einen kleinen Grassnack gönnte, sah man Frauchen leicht aufgekratzt zwischen Amy, Hänger, Auto und den umherstehenden Leuten hin und her laufen. Das Pony musste ja hübsch aussehen und Aufgaben mussten an die mit angereisten Helferlein verteilt werden. Denn wenn man Katja und Amy begleitet, hat man sich auch nützlich zu machen. In meinem Fall war es der Nachschub der Leckerlis und der Instagram Livestream.

Als der Auftritt dann begann musste man sich erstmal daran gewöhnen, dass ihre Stimme nur verzögert aus den Verstärkern kam. Das, zusammen mit der Schnappatmung (Katja hat in etwa die Kondition eines Butterbrotes) hörte sich zwischendurch schon etwas lustig an. Zum Glück hat sie zusätzlich nicht in ihrem Standardtempo gesprochen. Ansonsten wären wahrscheinlich nur Satzfetzen wie „Katja….Pony….Kunststücke“ bei den Zuschauern angekommen.

Was Katja und Amy bei ihrem Auftritt gezeigt haben, hat Katja ja schon berichtet. Deswegen sage ich an dieser Stelle nur so viel: Ich finde es immer wieder beeindruckend wie toll die beiden zusammen sind und was sie zusammen leisten. Vor ein paar Wochen war ich Katja und Amy das letzte Mal besuchen und ich muss sagen, hätte sich Amy bei Krämer so präsentiert, wie an diesem Tag, wäre das ein kurzes Vergnügen gewesen. Denn wie alle Frauen ist auch Amy manchmal emotionsflexibel (zickig sagt man nämlich nicht) und hat so gar keine Lust das zu machen, was Frauchen möchte. Aber beim Auftritt war Amy einfach klasse.

Zum Schluss durften dann ja noch alle Bilder mit Amy machen und mehrere Kinder wuselten um sie herum. In dem Moment dachte ich, wenn Amy jetzt einfach aufsteht, sehen wir gleich ein kleines Kind mit der Nase voran im Dreck liegen. Doch sie war ganz brav und hat es sogar genossen von allen Seiten getätschelt zu werden.

Katja und Amy sind ein großartiges Team und ich denke, dass es sich trotz der wochenlagen Aufregung auf jeden Fall gelohnt hat und ich hoffe, dass sie irgendwann noch einmal auftreten.

Liebe Grüße

Eure Aline 😘