Das Reitpad von LaBona ist eingezogen

23. Oktober 2017 at 05:42

Ich habe in der Vergangenheit immer mal wieder Bilder von Menschen gesehen, die mit einem Reitpad unterwegs waren. Eigentlich fand ich den Gedanken mir auch eins zu holen ganz interessant. Ich reite gerne mal ohne Sattel, allerdings wirklich selten, da ich Angst um den Pferderücken habe. Früher auf Ponyhöfen habe ich es geliebt ohne Sattel zu reiten, bei meinem eigenen Pferd bin ich da aber doch eher vorsichtig. Zum Ausreiten erschien mir ein Reitpad daher als nette Lösung nicht extra satteln zu müssen, wenn ich einfach nur mal schnell eine Runde um die Wiese gehen möchte.

Bei der Internetrecherche gefiel mir dann aber ein Lammfellsattel recht gut. Wenn ich schon nur faul auf dem Pferd sitze, dann kann es ja ruhig richtig bequem sein. Damals haben mich dann aber die Preise abgeschreckt, da ich mehrere hundert Euro für 3-mal im Jahr eine Runde um die Wiese doch zu teuer fand.

Vor einigen Wochen hat mich Paulina gefragt, ob wir uns nicht ein Reitpad holen wollen. Natürlich war ich grundsätzlich nicht abgeneigt und habe gesagt, dass ich mich einfach mal umschaue. Spätestens aber nachdem uns Krämer angefragt hatte, ob wir nicht beim Jubiläum auftreten wollen, stand für mich fest: Ein Reitpad muss her.

Amy ist in fremder Umgebung schon mal etwas aufgedreht und ich dachte mir, dass ein Pad dann doch mehr Halt bietet als der kugelige Pferderücken. Das Pony weiß natürlich genau wie viel Halt ein Reiter ohne Sattel auf ihrem Rücken hat und nutzt das auch hin und wieder mal aus.

Ich schaute mir verschiedene Anbieter und Modelle an und zum Schluss blieben 3 Anbieter in der engeren Wahl: Barefood, Brockkamp und LaBona. Wieso fiel meine endgültige Wahl denn auf das Pad von LaBona?

Zunächst gefiel mir am Pad von Brockkamp die Möglichkeit das Pad in jeder erdenklichen Farbe bestellen zu können. Da für mich ein Pad aber dann doch dem Sattel ähnelt entschied ich, dass es etwas Schlichtes werden sollte. Deshalb kamen auch die anderen Anbieter wieder ins Spiel, zumal es das Pad von LaBona auch in verschiedenen Farben gibt. Brockkamp hat aber eine sehr lange Wartezeit und da ich das Pad gerne sofort haben wollte, entschied ich mich dagegen.

Das Pad von LaBona wird in Deutschland handgefertigt und wurde selbst entworfen. Mir gefiel das Pad optisch sehr gut und ich schaute mir Produktvideos an. Durch die Polsterung bietet es Freiheit an der Wirbelsäule und es ist problemlos möglich die Gerte drunter her zu schieben.

Ich freute mich sehr, als der Postbote klingelte und das Paket brachte. Nun sollten wir eine Woche Zeit haben das Pad zu testen und uns dann zu entscheiden, ob wir es behalten wollen. Direkt mal vorab: Ich habe überwiesen!

Mit dem Pad im Stall angekommen habe ich natürlich zunächst den Rücken extra gründlich geputzt, damit das Pad nicht schmutzig wird. Die Unterseite des Pads ist aus Filz und somit gut sauber zu bekommen. Natürlich hafteten einige Haare nach dem Reiten an der Unterseite, diese ließen sich aber recht gut entfernen.

Was mir gut gefallen hat ist, dass es gar nicht nötig ist das Pad sehr fest zu gurten, denn die Filzunterseite hat einen guten natürlichen Halt auf dem Rücken. Mir wurde vorher gesagt, dass das Pad die ersten Minuten etwas hart sein kann, da sich dieses erst mit der Zeit auf dem Pferderücken an die Anatomie des Reiterpopos anpasst. Genau so war es auch. Nach dem Aufsteigen war ich erstmal sehr überrascht vom Sitzgefühl, denn es war viel angenehmer als erwartet. Durch die Polsterung unter dem Po und an den Knien hat man einen tollen Halt und merkt aber gleichzeitig auch, dass sich keine Knochen in den Pferderücken bohren und das Gewicht besser verteilt wird als ohne Pad. Die nicht gepolsterte Fläche ist so dünn, dass man diese kaum bemerkt und einen super Kontakt zum Pferd hat. Positiv ist aber definitiv der bessere Halt, denn die Reithose haftet an der Padoberfläche natürlich besser, als auf dem nackten Pferderücken.

Es war ein bisschen wie ohne Sattel reiten, nur eben mit Stützrädern.

Amy lief mit dem Pad absolut entspannt und flott vorwärts. Trotz des motivierten Ponys konnte ich super sitzen und bin nicht einmal ins Rutschen gekommen. Ich hatte den Eindruck, dass Amy sich durch das Pad in keiner Weise behindert fühlte und sie lief wirklich schön.

Nach dem Warmreiten fühlte sich das Pad an wie ein Sofa. Je länger ich ritt, desto weicher und angenehmer wurde die Sitzfläche. Aus einem kurzen Padtest wurde eine richtige Reiteinheit von einer Stunde. Zum Schluss wollte ich gar nicht mehr absteigen, weil es so schön war. Das Pad war angenehm zum Sitzen und man hat die Körperwärme des Pferdes unter sich gespürt.

Ich hatte mir zwar vorgestellt, dass es bestimmt nett beim Reiten ist, aber dass ich wirklich so zufrieden bin, hatte ich nicht erwartet.

Meine damaligen Gedanken einen Fellsattel zu kaufen, um auf einem Schaf ausreiten zu können, habe ich zum Glück begraben. Das Schöne an einem Reitpad ist, dass es möglich ist damit zu arbeiten. Es ist eben keine reine Couch zum Faulenzen, sondern eine Möglichkeit ohne Sattel auch unterm Reiter zu arbeiten.

Da wir ja gerne Bodenarbeit/Zirzensik machen oder auch mit Halsring unterwegs sind, ergänzt das Pad unsere Arbeit ideal.

LaBona hat ganze Arbeit geleistet, Amy und ich sind sehr zufrieden. Einziges Manko ist, dass das „Sattelblatt“ auf einer Seite im angegurteten Zustand etwas absteht. Das tut der Funktion zwar keinen Abbruch, aber mich stört es ein wenig. Zumal es ja kein generelles Problem zu sein scheint, da die eine Seite perfekt am Pferd anliegt.