Gastbeitrag: Beritt und Vertrauen ?!

5. Mai 2017 at 06:35

Der ein oder andere fragt sich jetzt vielleicht, was Beritt und Vertrauen miteinander zu tun haben und wer ich überhaupt bin und warum ich hier schreibe. Berechtigte Fragen. 

Katja hat mich gefragt: „Ach komm, schreib doch mal einen Gastbeitrag auf meinem Blog!“. Natürlich nahm ich das Angebot gerne an, aber ein Thema zu finden, was euch auch vielleicht interessiert, war ziemlich schwer. Also meinte Katja: „Schreib doch über Beritt“. 

Ok dachte ich mir, darüber kannste einen Haufen schreiben, weil du es ja jeden Tag machst, aber interessiert euch Zauberponys das denn? Also habe ich mich dazu entschlossen euch meine Gedanken darüber zu schreiben, was Vertrauen und Beritt miteinander zu tun haben. 

Kurz zu mir: Ich bin Carina, 21 Jahre alt, reite seit ca. 16 Jahren, kenne Katja fast mein ganzes Leben lang, reite derzeit 4-5 Pferde, reite Jungpferde ein und mache Beritt, und Amy kenne ich von klein auf.

Die meisten denken bei Vertrauen an Bodenarbeit, Halsring reiten oder Zirkuslektionen.

Aber wenn ein Pferdebesitzer sein Pferd in Beritt gibt, in fremde Hände, unter einem fremden Reiter, muss der Besitzer das aller größte Vertrauen in den Bereiter haben seinen Schatz von Pferd dort hinzubringen/reiten zu lassen. Ich kenne viele Pferdebesitzer die sagen „Es kommt mir kein anderer auf MEIN Pferd. Der wird nur von mir geritten.“ (Klar es gibt auch Ausnahmen!) Und da ich jeden Tag bis zu vier fremde Pferde reite (nein, ich mache das nicht beruflich), die nicht mir gehören, weiß ich es echt zu schätzen, dass die Besitzer mir blind ihr Pferd anvertrauen, mich damit alleine lassen, mich reiterlich alles machen lassen (sei es Springen, Dressur, Gelände oder Turnier). Sie vertrauen mir, dass ich ihr Pferd gut behandel, richtig reite und ausbilde und vor allem zuverlässig bin. 99% der Zeit bin ich mit den Pferden alleine, ohne die Besitzer. Nicht, weil den Besitzern ihr Pferd egal ist, sondern weil sie mir vertrauen und glauben, dass ich ihr Pferd reiterlich weiter bringen kann. 

Viele Reitbeteiligungen (auch wenn diese jetzt nicht unter Beritt für mich fallen) oder jegliche Fremdreiter sollten sich darüber mal bewusst werden, was ihnen da für ein Vertrauen entgegen gebracht wird. Pferde sind wie die Kinder für manche Menschen. Vorallem viele RB’s sollten sich dies einmal vor Augen führen, wenn sie sich über die Besitzer aufregen oder wie sie mit dem „fremden“ Pferd umgehen. Ihnen wird da ein Pferd anvertraut, was für andere die Welt bedeutet.

Ich weiß, dass viele Pferdebesitzer auch sehr schlechte Erfahrungen mit Beritt gemacht haben und ihr Pferd danach, nach Ihrer Aussage „kaputt geritten“ ist. Klar das kann in Einzelfällen stimmen. Aber oft muss der Pferdebesitzer sich echt an die eigene Nase fassen. Das ist leider so. 

Natürlich muss das Pferd seinem Menschen/Besitzer auch vertrauen, dass er/sie in gute Hände gibt. 

Ich weiß auch von Katja, dass sie nicht jeden einfach unbedacht auf ihre Amy lässt, einfach weil es ihr Baby ist. Total verständlich. 

Im Prinzip hat alles im Reitsport in der Pferde-Mensch + Mensch-Mensch-Beziehung mit Vertrauen zu tun. 

Das Pferd vertraut auch darauf, dass der Mensch jeden Tag kommt und das Futter bringt und das es nach dem Reiten wieder auf die Wiese geht und es nach einem Turnier immer wieder nach Hause geht. 

Man kann dies aus vielen Sichtweisen beleuchtet. Ich könnte auch noch lange über RB’s schreiben, aber das würde den Rahmen sprengen. 

Ich hoffe, dass es für euch wenigstens ein bisschen interessant und informativ war?!