Reiten, ein Sommerhobby?

19. November 2018 at 07:33

Die Tage werden wieder kürzer. Egal, ob ich morgens früh das Haus verlasse oder abends aus dem Stall komme, es ist immer dunkel. Die Temperaturen sinken und grade nach diesem Jahrhundertsommer mit wochenlang über 30 Grad, fühlt sicher dieser Herbst noch kälter an als sonst.

Zugegeben, bei den immer kälter werdenden Tagen, ist es schon manchmal schwierig seinen inneren Schweinehund zu überwinden und in den Stall zu fahren. Ein Pferd zu besitzen ist nur eben mit der großen Verantwortung belastet, dass man sich das ganze Jahr über gut um seinen Partner kümmert. Mir persönlich macht das Wetter meistens gar nicht mehr so viel aus, wenn ich denn einmal am Stall angekommen bin. Solange ich aber zu Hause oder im Büro sitze und aus dem Fenster schaue, graut es mir häufig davor in den Stall zu fahren.

Während einem beim Reiten selbst ja recht schnell warm wird, so gibt es auch Aufgaben im Stall, die im Winter weniger Spaß machen. Neben der Stallarbeit, dem Warten auf Tierarzt oder Hufschmied und dem Putzen, friere ich vor allem beim Longieren. Wenn man bei dem kalten Wetter länger steht und sich wenig bewegt, dann friert man eben auch schnell.

Im Winter gehe ich meistens dick eingepackt, von Mütze über Handschuhe, bis hin zu dicken Wollsocken, in den Stall. Letzte Jahr bin ich aber beim Surfen im Internet noch auf eine geniale Erfindung gestoßen: Beheizbare Kleidung!

Da zu dem Zeitpunkt aber die Tage schon wieder heller wurden und die Temperaturen gestiegen sind, hat sich eine Anschaffung einfach nicht mehr gelohnt. Im Kalender wurde aber ein dicker Vermerk für diesen Winter gemacht.

Vor ein paar Wochen erreichte mich dann ein Paket von der Firma Lenz. Ich wollte eine beheizbare Weste und beheizbare Socken testen und freute mich sehr, als ich das Paket in den Händen hielt. Zunächst wurden beide Produkte ausgepackt und sorgfältig begutachtet. Qualitativ machten sie einen super Eindruck und ich konnte es kaum erwarten, bis es endlich kalt genug wurde, um die beiden Sachen im Stall zu testen.

Da ich ja ein kleines Spielkind bin, konnte ich natürlich nicht warten und habe direkt man die Akkus aufgeladen. Während die Akkus geladen haben, habe ich mein Handy gezückt und mir die App zur Steuerung der Produkte herunter geladen.

Da ich bei der Bedienung nichts falsch machen wollte, habe ich zunächst einen Blick in die Gebrauchsanweisung geworfen. Die wichtigsten Infos konnte ich direkt entnehmen und so habe die Anleitung schnell beiseitelegen können.

Nachdem ich die Akkus geladen hatte, habe ich sowohl die Weste, als auch die Socken mit den Akkus bestückt. Das Anschließen der Akkus war kinderleicht, denn sie werden mit 3 Druckknöpfen mit der beheizbaren Kleidung verbunden.

Zunächst habe ich mir die Socken angezogen und diese manuell eingeschaltet. Schließlich musste ich ja sofort wissen, ob sie funktionieren und das taten sie. Bei den Socken wird nur der vordere Teil an den Zehen geheizt, was aber durchaus ausreichend ist. Nun habe ich das Handy zu Hand genommen um die Socken mit der App zu konfigurieren.

Zum Konfigurieren der Akkus mit der App ist es notwendig, die Taste, ich hätte fast den Homebutton (Iphone-Suchti) gesagt, 15 Sekunden lang zu drücken, bis die mittlere Lampe aufleuchtet. Nun findet das Smartphone den Akku über Bluetooth und man kann auswählen, für welches Produkt der Akku genutzt wird, um so individuell die Produkte ansteuern zu können. Mit der App ist es als theoretisch möglich, beide Füße unterschiedlich warm einzustellen.

Den Vorgang habe ich mit beiden Füßen durchgeführt und anschließend getestet. Während sich die Produkte manuell in 3 Stufen regeln lassen, ist über die App noch eine präzisere Steuerung möglich.

Dass man die Socken ja an den Füßen trägt und dies in der Regel ja auch noch unter anderer Kleidung, so ist die Appsteuerung sehr viel einfacher. Während man als Reiter, mit den Socken über der Hose noch gut an das Bedienfeld herankommt, so ist es als Skifahrer schon schwieriger unter einer dicken Skihose an das Bedienfeld zu kommen.

Da bei uns auch im Februar wieder ein Skiurlaub ansteht und wir vorher sicher auch nochmal nach Winterberg fahren, habe ich mich direkt für die Verwendung der App entschieden.

Nachdem ich die Socken konfiguriert habe und sie einem kurze Test in der Wohnung unterzogen habe, zunächst erstmal wieder sicher verstaut. Beim Lagern ist darauf zu achten, dass die Akkus von den Produkten getrennt werden.

Das tolle an der App ist, dass man durch die Registrierung bei Lenz auch immer alle aktuellen Updates zur Software erhält.

Nachdem ersten Test der Socken war auch die Weste an der Reihe. Die Weste sitzt super und ich war direkt begeistert, von dem kuschlig warmen Rücken. Auch die Weste lässt sich wie die Socken manuell durch drei Stufen steuern oder eben präziser über die App. Zunächst hatte ich die Weste über meinen dünnen Pullover gezogen, aber mir hat die Wärmeentwicklung näher am Körper besser gefallen. Somit habe ich die Weste dann direkt über mein Top gezogen und so nur eine Kleidungsschicht zwischen mir und der Weste gehabt.

Nachdem nun beide Produkte inspiziert und getestet wurden, stand dem Härtetest im Stall nichts mehr im Weg.

Zunächst hatte ich beide Produkte ausgeschaltet angezogen und habe mich auf den Weg zum Pferd gemacht. Nach dem Saubermachen des Paddocks habe ich Amy von der Wiese geholt und sie geputzt. Anschließend haben wir uns auf den Weg zum Platz gemacht, wo ich sie longiert habe.

Nach den ersten 5 Minuten war mir dann schon kalt, sodass ich kleine Frierhippe die Socken und die Weste eingeschaltet habe. Ein Traum! Der Winter wird dieses Jahr ziemlich erträglich, denke ich.

Die Socken uns die Weste werden mich den ganzen Winter am Stall und auch beim Skifahren begleiten!

Je nach Heizstärke halten die Akkus eine gewisse Anzahl an Stunden gut warm. Da ich in der Regel ca. 3 Stunden am Stall bin, habe ich die Maximaldauer noch nicht erreicht. Die Zeit am Stall hatte ich aber überhaupt keine Probleme mit der Akkuleistung. Der entgültige Langzeittest folgt dann, wenn ich den ganzen Tag auf der Skipiste bin.

Die beheizbaren Socken und die Weste von Lenz sind einfach sehr zu empfehlen.

Verladetraining mit Luuk Teunissen

14. November 2018 at 06:03

Am vergangenen Samstag ging es für Amy und mich zum Krämer Megastore in Leverkusen/Leichlingen. Wir hatten dort einen kleinen Auftritt und bei dem Amy sehr fein mitgemacht hat. Als ich vor 3 Wochen das Prospekt vom Jubiläumstag im Briefkasten hatte, habe ich das Programm durchgeschaut, um zu sehen, wer noch alles an dem Tag dort ist. Direkt vor mir las ich einen bekannten Namen: Luuk Teunissen.

Im Programmhaft war eine Trainingseinheit ausgeschrieben, für die man sich bewerben konnte. Verladetraining? Na perfekt, wenn das mal nicht unsere Baustelle ist. Zunächst wollte ich ihm gar nicht schreiben, weil ich dachte, wir werden bestimmt eh nicht ausgewählt. Dann habe ich mich aber doch dazu entschlossen, denn ich fand die Vorstellung ihm Amy in die Hand drücken zu dürfen schon ziemlich toll.

Als mich dann die Nachricht erreicht hat, dass wir zum Live-Training mit Luuk Teunissen kommen dürfen, hatte ich ein breites Grinsen im Gesicht. Jetzt war ich natürlich nicht nur aufgeregt vor meinem Auftritt, sondern vielmehr vor dem Verladetraining. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, was er wohl zu uns sagt und wie die Einheit verlaufen wird.

Am Samstagmorgen haben wir uns dann auf den Weg zu Krämer gemacht. Es hat gefühlt den ganzen Tag geregnet und ich hatte schon etwas bedenken, dass der Tag abgesagt werden könnte. Aber wir Reiter sind ja schließlich nicht aus Zucker. Mit Regenjacke bewaffnet kamen wir vor Ort an und Amy durfte erstmal etwas grasen. Damit sie nicht schon vorher aussah wie ein begossener Pudel, hatte ich extra eine Regendecke eingepackt. Nunja, spätestens nach 2 Minuten auf dem Platz, war sie dann eh nass.

Jedenfalls waren wir recht früh dran und ich bin ein wenig aufgeregt durch die Gegend gehüpft bis Luuk endlich da war. Das Training konnte beginnen…

Zusammen mit meinen Freundinnen standen wir unter Regenschirmen am Rand und haben zugesehen. Ich habe Ronya mit Filmen beauftragt, damit ich mir das ganze Training später noch einmal ansehen kann. Ich war schon recht aufgeregt, wie alles klappt wird, denn ich kenne ja mein Pony.

Nach wenigen Minuten war abzusehen, dass die Einheit ein Fortschritt für uns sein würde. Natürlich löst man so ein Problem nicht in 5 Minuten, aber Luuk hat mir neue Ansätze gezeigt. Ich fand den gesamten Aufbau des Trainings toll. Er hat auch jeden seiner Schritte erklärt und das Publikum mitgenommen. Für mich war es natürlich etwas Besonderes, denn ich konnte ihn bei der Arbeit mit meinem Pferd beobachten. Wenn man Trainern generell zuschaut, kann man zwar viel lernen, aber wenn man die Arbeit am eigenen Pferd sieht, dann ist es doch nochmal etwas anderes.

Luuk war nicht der erste Trainer, den ich mit Amy habe am Verladen arbeiten sehen. Umso positiver war ich über die Art begeistert. Er hat so unglaublich ruhig und logisch mit Amy gearbeitet, dass ich mir selbst fast doof vorkam. Nunja, in der Regel liegen die Probleme der Pferde ja meistens am Besitzer. Ich würde mich ja generell auch nicht als Vollkatastophe im Umgang mit Amy bezeichnen, aber was das Verladen angeht, da stehen wir auf Kriegsfuß.

Zunächst hat er ohne Trennwand im Hänger gearbeitet und diese dann nach und nach bis auf die normale Position verstellt. Amy hat sich gut auf das Training eingelassen, da habe ich wie gesagt schon ganz andere Dinge gesehen. Was mir auch gut gefallen hat war, dass er mich zum Ende der Einheit mit einbezogen hat.

Für mich war es etwas ganz neues im Hänger zustehen und mein Pony zu mir herein holen zu können, ohne einen Schritt zu machen. Dies ist auch einer der Punkte an denen ich arbeiten muss, mich beim Verladen nicht von Amy bewegen zu lassen. Wenn sie mal rausrennt, muss ich auf jeden Fall stehen bleiben und ihr nicht folgen.

Zusammenfassend habe ich aber selten einen so netten und wahnsinnig sympathischen Menschen getroffen. Er hat ein tolles Training mit Amy absolviert und ich glaube es war nicht nur für mich als Besitzerin sehr informativ und hilfreich.

Danke Luuk, für deine Hilfe!

Amy und ich werden natürlich weiter am Verladen übern, in der Hoffnung, dass wir es eines Tage immer ganz ohne Stress schaffen, in den Hänger einzusteigen. Ich habe Amy schon damit gedroht, dass ich sie sonst bei Luuk aussetze 🙂

Artikel 13 und was es damit auf sich hat

8. November 2018 at 05:27

Es ist mal wieder so weit, ein weiteres Drama in der Internetwelt ist ausgebrochen. Man hört und liest in den Social Media seit einigen Tagen viel zum Thema „Artikel 13“. Da schon ganz viele Blogger zusammengefasst haben, worum es dabei genau geht, möchte ich da nur kurz drauf eingehen.

Die EU hat eine neue Richtlinie zum Umgang mit dem Urheberrecht beschlossen. Bislang war jeder Nutzer einer Plattform, sei es Youtube oder Instagram selbst dafür verantwortlich und haftbar, wenn es zu einem Verstoß gegen das Urheberrecht kam. Durch Artikel 13 ändert sich dies, denn nun sind die Plattformbetreiber selbst dafür verantwortlich, welche Inhalte auf Plattformen hochgeladen werden.

Es liegt in der Natur der Sache, dass sie die Betreiber der Plattformen nun etwas einfallen lassen müssen, um sich selbst zu schützen. Nun wird grade komplett schwarz gemalt und es steht das Gerücht im Raum, dass einfach alle Social Media Plattformen geschlossen werden und die Blogger arbeitslos werden.

Diese Behauptung halt ich einfach mal für sehr sehr übertrieben und unwahrscheinlich. Die Plattformbetreiber leben von ihren Seiten und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie diese komplett schließen.

Es wird selten so warm gegessen, wie gekocht wird! Ich rege mich über diese ganze Thematik nicht auf und warte ab, in wie weit tatsächliche eine gravierende Veränderung folgt.

Grundsätzlich gehe ich auch davon aus, dass das Posten von Inhalten komplizierter wird, als es bislang ist. Software zur Urheberrechstprüfung wird vermutlich kommen und diese wird auch bestimmt nicht ohne Fehler laufen.

Möglicherweise dauert das Hochladen länger, Beiträge werden fälschlicherweise geblockt oder andere Dramen treten ein. Theoretisch dürften Live-Videos oder Storyposting dann nicht mehr machbar sein, weil eine Urheberrechtsprüfung da kaum möglich ist.

Aber wie schon erwähnt: Warten wir mal ab, was kommt und die genaue Umsetzung tatsächlich aussieht.

Und so hart das klingt: Werden YT oder Instagram morgen gelöscht, würde meine Welt davon nicht unter gehen!

Und damit Amy mich nicht auf ihr Urheberrecht verklagen kann, gibt es zu diesem Beitrag nur Bilder von mir 🙂