Takt, Losgelassenheit, Versammlung und ein Studium

28. September 2017 at 06:05

Hallo Zauberponys,

legen eure Mamas auch so großen Wert auf eure Ausbildung? Ständig höre ich die Fachgespräche auf der Stallgasse: Grüne oder rote Schabracke, gerader oder geschwungener Stirnriemen, da gibt es eine Vielzahl von wichtigen Entscheidungen, die eine Pferdemama für die Ausbildung seines Schützlings treffen muss. Mal möchte Mama, dass ich locker vorwärts laufe, dann muss es auf einmal seitwärts oder gar rückwärts sein. Die Alte weiß doch auch nicht was sie will.

Ich weiß auch gar nicht warum wir in den Unterricht gehen: Muss sie was lernen oder ich? Mir fällt es manchmal schwer ihr Dinge zu erklären, deshalb bin ich froh, wenn diese Aufgabe die Reitlehrerin übernimmt. Aber während ich in der Lage bin meinen Alltag selbstständig zu gestalten, habe ich das Gefühl gehabt, dass Mama oft langweilig ist und sie deswegen dauernd bei mir war.

Ich habe mir also vor knapp 4 Jahren überlegt, dass es nötig ist ihr ein Hobby zu suchen, bei dem sie auch noch etwas lernt. Überlegt doch mal: Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen! Mama geht mir nicht mehr ganz so sehr auf die Nerven und zusätzlich bildet sie sich weiter, damit sie eines Tages mehr Geld für viel Futter für mich hat. Mama muss studieren!

Nachdem ich sie dann endlich für das Studium angemeldet hatte, musste ich sie nur noch überzeugen, dass sie dort auch hingeht. Aber wenn ich in Anhänger gehen, über Pfützen springen und an Kühen vorbeigehen muss, dann kann sie ja wohl auch mal was tun, worauf sie keine Lust hat.

Natürlich habe ich die letzten Jahre immer aufgepasst, dass ich da sehr konsequent bin. Ich muss euch gestehen, manchmal hat es einfach nur mit Gerte oder Sporen geklappt. Auch wenn ich darauf nicht so stolz bin, immerhin habe ich mich durchgesetzt und sie dahin geschickt.

Immer wenn eine Klausur anstand hatte Mama plötzlich besonders viel Zeit. Ich verstehe zwar nicht, wie sie die Inhalte der Klausuren lernen wollte, während sie meine Hufe das 4. Mal hintereinander auskratzte, aber es schien zu funktionieren. Offenbar sind Menschen da etwas anders als wir Pferde, anstatt sich entspannt auf die Arbeit vorzubereiten, schieben sie alle möglichen Dinge vor, nur um später zu jammern, dass man doch besser früher angefangen hätte zu lernen.

Mama hat das aber doch insgesamt ganz gut gemacht und so hat sie mir jetzt stolz erzählt, dass sie fertig ist und ob ich mich freue. Ähhhhhhm, Sekunde?! Es sind ernsthaft schon 4 Jahre rum?! Ja super Mama, toll gemacht.

Versteht mich nicht falsch, natürlich habe ich mich für sie gefreut, aber ich befürchte, dass sie ohne Hobby jetzt wieder sehr anhänglich wird. Aber was mache ich mir Sorgen, wenn ich keine Lust auf sie und ihre verrückten Ideen habe, dann zicke ich einfach rum.

Aber was soll ich dazu nun sagen, schließlich muss sie ihren Platz in der Herde ja allein finden. (Und ich bin der Chef)

Eure Amy

 

Hängerführerschein BE

26. September 2017 at 07:12

Ich habe vor ein paar Wochen meinen Hängerschein gemacht und wollte euch die wichtigsten Fragen dazu kurz beantworten. Meine Motivation und meine Erfahrungen habe ich euch ja bereits geschildert, deshalb gibt es hier einfach nur noch einmal ein paar Fakten. Ihr müsst dabei berücksichtigen, dass ich den normalen Führerschein Klasse B bereits hatte.

Was kostet der Hängerschein?

Das hängt natürlich von der Fahrschule und dem Können des Fahrers ab. Es erklärt sich von selbst, dass es bei wenigen Fahrstunden günstiger ist, als bei vielen. Ich habe ca. 600,00 € für den Führerschein bezahlt.

Wie viele Fahrstunden sind Pflicht?

Man muss 6 Pflichtstunden erfüllen: 2 Nachtfahrten, 2 Überlandfahrten und 2 Autobahnfahrten.

Wie läuft die Prüfung ab?

Man fährt eine ganz normale Fahrstunde von 45 Minuten, wie bei Klasse B auch. Autobahn, kleine Straßen und vielleicht eine gemeine Stelle können vorkommen. Der Unterschied zum PKW ist eigentlich nur, dass man statt dem Einparken rückwärst um eine Ecke fahren muss.

Was ist anders im Gegensatz zum normalen PKW?

Die Größe des Gespanns ist natürlich zu beachten. Beim Abbiegen, im Kreisverkehr oder in engen Straßen sollte man besonders vorsichtig fahren. Das Rückwärtsfahren ist das einzige, was man meiner Meinung nach wirklich üben muss.

Welche Unterlagen muss man zur Anmeldung mitbringen?

Ihr benötigt ein Lichtbild und einen aktuellen Sehtest. Das Foto lässt sich bei jedem Fotoladen machen und den Sehtest könnt ihr beim Optiker oder Augenarzt machen lassen. Nachdem ihr mit diesen Unterlagen die Anmeldung in der Fahrschule vornehmt, bekommt ihr einen Umschlag mit allen Unterlagen und müsst diesen Antrag beim Straßenverkehrsamt abgeben.

Wie lange Dauert der Führerschein?

Ich würde einen Tag für die Beschaffung der nötigen Unterlagen und die Anmeldung in der Fahrschule rechnen, einen weiteren Tag für die Abgabe aller Daten beim Straßenverkehrsamt einplanen und dann heißt es warten. Je nach Schnelligkeit des Straßenverkehrsamts kann es um die 2 Monate dauern, bis die Fahrschule alle Unterlagen erhält und die Ausbildung beginnen kann. Benötigt man lediglich die Pflichtstunden, so kann man die Prüfung ca. nach 2-3 Wochen ablegen.

Sonstiges?

Es ist kein neuer Erste-Hilfe-Schein nötig!

 

Hängerführerschein Teil 2: Der Prüfungstag

21. September 2017 at 05:27

Wie ich zum Prüfungstag gekommen bin, könnt ihr unter Hängerführerschein Teil 1: Anmeldung und Fahrstunden nachlesen.

Die Nacht vor der Prüfung habe ich kaum geschlafen und war ziemlich nervös. Glücklicherweise konnte ich mich mit Arbeit ablenken, war aber dann doch froh, als ich früh Feierabend gemacht habe und auf dem Weg zur Fahrschule war.

Vor der Prüfung wollte ich noch eine letzte kleine Runde fahren, da die letzte Fahrstunde einige Tage zurück lag. Nachdem mein Fahrlehrer mir nochmal eindringlich gepredigt hat, langsam zu fahren und ruhig zu bleiben, machten wir uns auf den Weg, noch einmal eine Runde zu fahren.

Mir ist vollkommen bewusst, dass ich mit Pferd im Hänger vor lauter Angst unfassbar vorsichtig fahren werde, aber mit einem leeren Hänger erwischte ich meinen Fuß doch das eine oder andere Mal auf dem Gaspedal. Ich hatte mir für die Prüfung vorgenommen mir einzureden, dass Amy hinten drin ist, sodass ich auf gar keinen Fall die Fahrprüfung mit einem Rennen auf dem Nürburgring verwechsle.

Bis zur Prüfung waren zum Glück noch ein paar Minuten Zeit und so konzentrierte ich mich auf meine letzte Fahrt davor. Ich sollte 3-4-mal rückwärts um die Ecke fahren und 2-mal klappte es auch ganz gut. Beim vierten Mal hatte ich dann allerdings einen Knoten im Kopf und es klappte gar nichts mehr. Ich musste es so oft versuchen, bis ich ordentlich stand und ich war den Tränen nahe. Ich war mit den 3 guten Versuchen zufrieden gewesen und etwas sauer auf meinen Fahrlehrer, weil er den vierten überhaupt gefordert hatte. Gut, der arme Kerl kann für meinen plötzlichen Anfall an Unfähigkeit ja nun wirklich nichts.

Es ging zurück zur Fahrschule und ich wollte eigentlich ganz gerne einfach weglaufen. Mein Fahrlehrer hat versucht mich zu beruhigen und war sehr zuversichtlich, dass es klappen wird.

An der Fahrschule angekommen winkte mir dann ein tolles Fettnäpfchen zu und ich sprang mit Anlauf rein. Da wir noch Zeit bis zur Prüfung hatten, sollte ich das Gespann vor der Fahrschule parken. Selbstverständlich war natürlich keine große Lücke da und so meinte mein Fahrlehrer zu mir: Na komm, wir fahren einfach etwas auf den Gehweg, dann kommen wir auch in die kleine Lücke rein.

Mir war das Ganze ja etwas suspekt, aber ich fuhr mit der Nase auf den Bordstein. Aus der Tür der Fahrschule kam ein Mädchen, gefolgt von ihrem Fahrlehrer und … dem Prüfer. Alle drei blieben vor meinem Auto, das ja mit der Nase mitten auf dem Gehweg stand stehen und schauten mich an.

Wie ich es geschafft habe, in der Sekunde nicht einfach drauf los zu weinen weiß ich gar nicht. Wie sollte ich bei diesem Prüfer jetzt noch eine Fahrprüfung ablegen, wo er mich grade in dieser ungünstigen Situation gesehen hat. Mein Fahrlehrer fand seine Idee über den Bordstein zu fahren dann auch gar nicht mehr so clever und wir wollten dann einfach schnell noch eine Runde um den Block fahren und woanders parken. Die Sache mit dem Hänger hinten dran, machte den Abbruch des Parkversuchs leider gar nicht so leicht. Je weiter ich mit dem Auto vom Bordstein runter fuhr, desto näher kam der Hänger dem anderen Fahrschulauto, in das unsere Zuschauer eigentlich grade steigen wollten. Der Prüfer war so nett mich heraus zu winken und es waren laut meinen Spiegel noch gute 0,5 cm Platz zwischen Hänger und Auto. Ohne etwas zu beschädigen fuhren wir noch einmal um den Block und ich war absolut fertig mit den Nerven.

An der Fahrschule wartete ich mich meinem Fahrlehrer auf die Rückkehr des Prüfers und den Beginn meiner Prüfung. Er beruhigte mich und meinte dass dies grade gar kein Drama war, schließlich hab ich ja auf seine Anweisung das Fahrmanöver durchgeführt. Gut, dass wusste ich, aber der Prüfer draußen doch nicht?! Da ich leider nicht im Erdboden versinken konnte, wartete ich auf den Beginn der Prüfung. Das Mädchen vor mir hatte bestanden und kehrte zurück. Mein Fahrlehrer sprach kurz mit dem Prüfer und ich hörte, dass der Prüfer unsere Einparkaktion zum Glück vollkommen entspannt sieht. Meine Angst, er denkt direkt, dass ich die größte Graupe der Welt bin, hat sich nicht bestätigt.

Die Prüfung ging los und ich gab mir alle Mühe vorbildlich zu fahren. An dieser Stelle will ich mich ja nicht selbst loben, aber so geil bin ich noch nie gefahren. Die Fahrt lief super und wir kamen zum Rückwärtsfahren. Es gab dort 2 Stellen an denen dies möglich war und ich betete, dass er mich an Stelle A rückwärtsfahren lässt. „Und dann fahren wir dort oben zu Stelle B und wollen rückwärtsfahren.“

Gut, warum sollte es auch einfach werden?! Ich saß im Auto, Prüfer und Fahrlehrer stiegen aus und meine Beine zitterten vor Aufregung. Ich atmete einmal tief durch und fuhr in einem Zug, ganz ohne Schlangenlinien absolut wie im Bilderbuch rückwärts und stand total grade 10 cm neben dem Bordstein. Ich wollte eine kleine Party feiern und grinste ein wenig selbstgefällig. Ich war so stolz auf mich und meinen Fahrlehrer, denn jetzt ging es nur noch über die Autobahn zurück zur Fahrschule. Nun stand noch das Abkoppeln des Hängers an und in dem Moment, wo ich fertig war und hochschaute, streckte mir der Prüfer seine Hand entgegen: BESTANDEN!

Hängerführerschein Teil 1: Anmeldung und Fahrstunden

20. September 2017 at 05:22

Als ich mich vor 10 Jahren in der Fahrschule angemeldet habe, war ich weit davon entfernt jemals ein eigenes Pferd zu haben. Genau genommen habe ich es eigentlich ausgeschlossen, einmal Pferdemama zu werden. Ich war 16 Jahre und meine Eltern sind nun mal keine Freunde des Reitsports, somit war einfach nicht abzusehen, dass ich eines Tages mal einen Hängerführerschein benötigen würde.

Fast zur selben Zeit als ich mich in der Fahrschule angemeldet habe, wurde anderswo ein kleines Hafibaby geboren. Im November 2007 habe ich meinen Führerschein bestanden und einige Wochen später kam ein Fohlen zu uns an den Stall, das mein Leben verändert hat.

Jetzt sind gute 10 Jahre vergangen und das Ponytier und ich möchten eigentlich gerne mobil sein. Vor 3-4 Jahren habe ich erstmals drüber nachgedacht, ob ich nicht meinen Hängerführerschein noch machen soll oder nicht. Irgendwie war es zu dem Zeitpunkt aber einfach nicht zwingend notwendig und mir fielen auch diverse Gründe ein, wieso ich es guten Gewissens vor mir herschieben konnte.

Mich hielten eigentlich viele Dinge davon ab, mich einfach in der Fahrschule anzumelden. Zum einen natürlich der finanzielle Aspekt, denn der Führerschein muss auch erstmal zusammengespart werden. Außerdem habe ich 2013 mein Abendstudium begonnen und somit war auch einfach nicht die Zeit, bzw. wollte ich mir das auch einreden. Hinzu kam die Tatsache, dass ich wusste, ich würde durch den Sehtest fallen. Das mag jetzt vielleicht lächerlich klingen, aber ich hatte keine Lust auf eine Brille und schon gar nicht, dass es im Führerschein steht. Schließlich bin ich ein Depp und auch noch an eine Brille denken, das war mir irgendwie zu doof. Ergänzt wurden meine Gedanken von der absoluten Angst es einfach nicht zu schaffen und durch die Prüfung zu fallen, denn mit Einparken hab ich es auch nicht so.

Jetzt ist einige Zeit vergangen und mein Wunsch nach Unabhängigkeit gewachsen. Ich habe Träume und Wünsche und ich war endlich bereit, über meinen Schatten zu springen und den ersten Schritt zur Unabhängigkeit mit meinem Pferd zu gehen. Ich habe so eine lange Zeit neben der Arbeit mein Studium bestritten und ein Pferd versorgt, da werde ich ja wohl noch die Zeit für ein paar Fahrstunden aufbringen können.

In den letzten Jahren habe ich etwas Geld für den Führerschein gespart, somit stand einer Anmeldung in der Fahrschule eigentlich nichts mehr entgegen. Ich habe dann all meinen Mut zusammengefasst, bin zum Sehtest und zum Passfoto machen gegangen und dann stand ich auch schon in der Fahrschule und unterschrieb meine Anmeldung. Ich war schrecklich aufgeregt, denn die Angst durchzufallen war immer noch da.

Es dauerte einige Wochen, bis die Unterlagen vom Amt zurück kamen und ich den Anruf erhielt, ich könnte meine erste Fahrstunde nehmen. Leider musste diese wieder ein paar Tage warten, weil mein Auto beschlossen hatte einen wochenlangen Aufenthalt in der Werkstatt zu buchen.

Doch dann stand mein großer Tag bevor und ich machte mich auf den Weg zu meiner ersten Fahrstunde. Ja, Autofahren kann ich grundsätzlich schon, wie schwer konnte es also werden mit Anhänger zu fahren?! Die Fahrschule sagte mir, dass in der Regel nur die 6 Pflichtfahrstunden zu absolvieren sind, da der normale Führerschein ja schon auf ein paar Jahre Übung beim Autofahren schließen lässt. Ich war mir da allerdings nicht so sicher und befürchtete schon, weitere 87 Fahrstunden zu benötigen.

Geradeaus fahren stellte tatsächlich kein großes Problem dar und wir kamen sicher an einem Parkplatz an, um das schwierigste am Hänger fahren zu üben: Rückwärts.

In der ersten Doppelstunde habe ich eigentlich gar nicht verstanden, was ich tun sollte. Natürlich wusste ich, dass man wohl immer entgegen der Richtung lenken muss, in die man eigentlich fahren will und es klappte auf Anweisung des Fahrlehrers auch halbwegs, aber ich tat nur das, was mir gesagt wurde. Mir war irgendwie peinlich, dass nichts mehr geklappt hat, sobald mir nicht gesagt wurde: Jetzt rechts lenken, jetzt links und nun wieder rechts. Zu Hause angekommen, war ich ein wenig frustriert und bin abends im Bett nochmal durchgegangen, wie sich der Hänger hinterm Auto verhält, wenn ich lenke. Nachdem ich eingeschlafen war, hatte ich am nächsten Tag doch tatsächlich ein Bild von dem Ganzen im Kopf.

Die nächste Doppelstunde lief schon vielversprechender und ich begann instinktiv richtig zu lenken. Nur zeigte sich jetzt mein definitiv größtes Problem: Die Geschwindigkeit. Ich habe mich in den letzten Jahren zum kleinen Raser entwickelt. Beim Fahren mit dem Hänger sieht man eigentlich schnell, ob das durchgeführte Lenkmanöver auch korrekt war, da der Hänger sofort reagiert. Da ich aber mit gefühlten 28 km/h rückwärts gerast bin, war es jedes Mal unmöglich Fehler zu korrigieren, weil ich einfach viel zu schnell fuhr.

Mir tat mein armer Fahrlehrer leid, denn er musste sich den Mund fusselig reden, dass ich es doch einfach nur einmal langsam machen soll, damit ich sehe, wie sich der Hänger verhält. Ich musste mich echt zusammen reißen und langsam fahren, aber es funktionierte langsam doch sehr viel besser.

Bei meiner letzten Stunde sah ich Licht am Ende des Tunnels. Ich hatte das Grundprinzip verstanden und klappte jetzt in 18 von 20 Versuchen recht ansehnlich rückwärts um eine Ecke zu kommen. Meistens habe ich mir das Leben aber selbst schwer gemacht und viel zu schnell und zu hektisch in alle möglichen Richtungen gelenkt. Meistens bin ich nicht gerade um die Ecke, sondern in Schlangenlinien gefahren. Ist zwar durchaus auch zielführend, aber sah optisch eher nach einem Unfall aus.

Mein Fahrlehrer war optimistisch und die Prüfung stand in der kommenden Woche an.

Weiter in: Hängerführerschein Teil 2: Der Prüfungstag

 

Warum ich mir selber folgen würde

16. September 2017 at 22:22

Der Titel mag zunächst etwas merkwürdig klingen, aber ich habe mir in den letzten Tagen mal Gedanken gemacht, welchen Bloggern ich eigentlich verfolge und warum. Nun bin ich ja auch schon die etwas ältere Generation mit meinen 26 Jahren und habe sicher andere Vorlieben, als jemand mit 12 Jahren.

Grundsätzlich finde ich es schön, dass es Menschen gibt, die ihr Pferdeleben mit anderen teilen. Es ist ein bisschen wie eine Serie, jeden Tag gibt es Neuigkeiten vom jeweiligen Team und freut sich, wenn man Bilder und Berichte seiner Lieblingsblogger sieht. Für mich ist „Blogger schauen“ quasi eine Ergänzung zum TV geworden, nur dass man sich mit dem Leben eines Bloggers besser identifizieren kann.

Nunja, doch ist das wirklich immer so?

Das man anhand von Berichten und Fotos auf Social Media Plattformen kein komplettes Bild einer Person erhält ist mir bewusst, dennoch finde ich ist da eine andere Nähe als zu Brad Pitt, der über die Kinoleinwand hüpft. Dennoch ist hier für mich ein zum Teil großer Unterschied zwischen den einzelnen Bloggern zu beobachten.

An dieser Stelle kommen wir zur näheren Erläuterung meiner provokanten Überschrift. Mir ist es wichtig, dass ein Blogger authentisch ist. Ich möchte mich mit seinen Handlungen identifizieren können. Dies bedeutet nicht, dass alles, was derjenige tut immer meiner Meinung entsprechen muss, sondern dass das Gesamtbild sympathisch und authentisch ist.

Einige Pferdeblogger leben ein Leben vor, welches für den Großteil der Pferdenachwuchskinder gar nicht zu erreichen ist. Nicht jeder wird von seinen Eltern finanziell unterstützt und bekommt ein Pferd geschenkt. Es gibt Menschen, die sich ihr Pferd hart erarbeiten müssen und alles voll und ganz selbst finanzieren. Wenn ich Nachrichten erhalte wie: „Ich bin 13 Jahre alt, aber meine Mama will mir kein Pferd kaufen, kannst du sie überreden?“, dann stelle ich mir die Frage, was das Mädchen für Vorstellungen vom Leben hat. Mir hat auch keiner ein Pferd gekauft! Ich habe Amy nach Beginn meiner Ausbildung mit 20 Jahren gekauft.

Ich möchte da auch keinesfalls alle Menschen, deren Eltern ihnen ein Pferd kaufen über einen Kamm scheren, aber neben den Dankbaren, die auf dem Boden geblieben sind, gibt es eben auch die, die gar nicht zu schätzen wissen, was ein eigenes Pferd bedeutet, wenn man ALLES selbst dafür tun muss.  Mir macht es selbst jetzt wenig Freude jemandem zu folgen, der jede Woche eine Eskischabbi von Mama geschenkt bekommt oder samt Pferd zu Turnieren oder in den Urlaub gefahren wird. Einige leben Dinge vor, die einfach nicht für jeden erreichbar sind. Wenn ich mich 13 Jahre zurückversetze, dann möchte ich Bilder von Menschen sehen, die etwas haben, das auch mir möglich ist. Ich möchte nicht lesen, was jemand schon wieder einfach so mal bekommen hat, sondern sehen, was auch ich mir mit einem guten Schulabschluss erarbeiten kann.

Versteht mich nicht falsch, aber alle jungen Mädchen, die jetzt als Traum haben Blogger oder Youtuber zu werden, sind auf dem Holzweg. Es mag sein, dass einer von 2000000 der kleinen Mädchen es vielleicht schafft bekannt zu werden, aber die meisten werden wohl mit ihrem Leben etwas Sinnvolles anfangen müssen.

Ich bin voll berufstätig, studiere abends und habe dennoch die Zeit ein tolles Leben mit meinem Pony zu verbringen und finde auch noch Zeit zum Bloggen, was mir auch sehr viel Freude bereitet. JA, ich bin ein wenig stolz auf mich. Hier nun auch zu meiner Überschrift: Ich würde mir folgen, weil an meinem Leben absolut nichts unerreichbar für andere ist, wenn sie es nur wollen. Ich denke keinesfalls, dass ich perfekt oder fehlerfrei bin, aber so das Große und Ganze an Amys und meinem Leben ist einfach real und für jeden möglich zu erreichen.

Wenn ich das Leben von Bloggern verfolge, dann weil ich darin etwas für mich selbst sehe.

Anhängerkupplung nachrüsten – kein Problem

15. September 2017 at 05:20

Plant man Ausflüge mit dem Pferd, sei es in den Urlaub oder auf ein Turnier, so muss definitiv ein Auto mit Anhängerkupplung her. Ich habe mich eine ganze Zeit mal auf dem Gebrauchtwagenmarkt umgesehen, weil ich davon ausgegangen bin, dass es doch am einfachsten ist, einfach direkt ein Auto mit Kupplung zu kaufen.

Das Problem ist, dass es die Auswahl an Autos doch einschränkt und Autos die bereits eine Anhängerkupplung haben, dementsprechend auch für verschiedene Arbeiten eingesetzt wurden und eben häufig auch mal ziemlich runtergekommen sind.

Mein alternativer Plan war es zunächst, sich für die Tage im Jahr, wo ich gerne mit Pferd unterwegs sein möchte einfach ein Auto zu leihen. Das Problem daran ist, dass es echt schwer ist jemanden privates zu finden, der bereit wäre sein Auto zu verleihen. Schaut man auf gewerblichen Autovermietungsseiten nach, so fällt schnell auf, dass große Autos mit Kupplung auch schon für wenige Leihtage gutes Geld kosten.

Ich muss mit meinen Finanzen schon haushalten und habe leider kein Geld einen schicken komplett ausgestatteten Neuwagen zu kaufen. Umso mehr habe ich mich vor einigen Wochen gefreut, als ich das Auto von meinem Papa zur Verfügung hatte und mir bei einem Blick in die Papiere auffiel, dass die Zugkraft doch tatsächlich ausreicht, um mit Amy mobil zu sein.

Jetzt musste ich nur noch einen Plan entwickeln, wie ich meinen Papa von der Nachrüstung einer Anhängerkupplung überzeuge. Zum Glück war er ausgesprochen kooperativ und stimmte sofort zu, bester Papi. Seine Bedingung war allerdings, dass es keine Feste sein sollte, sondern eine die bei Nichtnutzung auch nicht zu sehen ist. Ich habe ihm sofort zugesagt, dass ich mich um alles kümmere und Angebote einhole.

Im Internet habe ich mich dann auf die Suche nach Anbietern gemacht und habe Angebote eingeholt. Ich war sichtlich überrascht, als ich von einem Anbieter „AHK-NRW“ innerhalb weniger Stunden eine total ausführliche und individuelle Nachricht erhalten habe. Mir sagte das Angebot sofort zu und so entschied ich mich auch den etwas weiteren Weg nach Düsseldorf auf mich zu nehmen, um dort die Kupplung nachrüsten zu lassen.

Ich bekam meinen vorgeschlagenen Wunschtermin in der Werkstatt von Georg Velser und auch das Finanzielle sagte mir zu. Der Kontakt für Rückfragen und die Terminabsprache waren super. Ich erhielt immer zeitnah die gewünschten Auskünfte und fühlte mich toll beraten.

Was ich besonders positiv hervorheben möchte ist, dass es sogar möglich war für den Tag des Einbaus ein kostenfreies Ersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt zu bekommen, sodass ich mir nicht einmal frei nehmen musste.

Am vereinbarten Termin brachte ich das Auto morgens in die Werkstatt und konnte es nach Feierabend auch direkt wieder abholen. Die Anhängerkupplung war montiert und die Elektronik auch schon direkt bei Peugeot kodiert, sodass die Kupplung direkt einsatzbereit war.

Bei der Abholung wurde mir die Funktion der Kupplung noch ausführlich erklärt und ich war wirklich überrascht von der netten und kompetenten Erklärung. Nach meinen grausamen Erfahrungen in anderen Werkstätten mit meinem Auto in den letzten Monaten war ich total begeistert, dass es eben auch noch gute Werkstätten gibt.

Ich habe mich absolut gut beraten gefühlt und fand es schön, dass sich für den einzelnen Kunden noch Zeit genommen wurde. Falls jemand überlegt ein Auto mit Anhängerkupplung zu kaufen, es ist auch durchaus ganz einfach möglich, eins ohne zu besorgen und diese unkompliziert nachrüsten zu lassen. Für alle die aus Nordrhein-Westfahlen kommen kann ich nur empfehlen sich an https://www.ahk-nrw.de/ zu wenden!

Egal welche Art von Anhängerkupplung ihr sucht, der Service ist dort wirklich toll. Der Preis stimmt, die Beratung ist kompetent und dass man sogar einen Leihwagen bekommt war mir definitiv auch eine etwas weitere Anfahrt wert.

 

Halsring – Unsere Entwicklung

12. September 2017 at 05:29

Noch vor einigen Jahren war der Halsring fast unbekannt, doch er hat in den letzten Jahren sehr an Popularität gewonnen. Ich habe auf Youtube damals ein Video entdeckt, wo jemand mit einem Halsring in der Halle ritt und war irgendwie vollkommen fasziniert. Aus dem Reitunterricht kannte ich nur Trensen, aus dem Fernsehen vielleicht noch die Kandare, aber einen Halsring hatte ich bis dato noch nie gesehen.

Sein Pferd so frei zu reiten gefiel mir total und mir war schnell klar, dass ich es auch unbedingt ausprobieren muss. Nachdem ich einen Halsring im Internet gefunden und bestellt hatte, fuhr ich voller Erwartungen in den Stall. Ich putzte und sattelte Amy, stapfte anschließend mit dem Halsring bewaffnet in die Halle. In Gedanken gallopierte ich schon fröhlich durch die Gegend, als ich aufstieg. Dann folgte allerdings die Ernüchterung: Amy verstand überhaupt nicht was ich von ihr wollte.

Zu diesem Zeitpunkt war sie grade 4 und wir waren reiterlich nicht so weit, dass es einfach möglich war, die Trense durch den Halsring zu ersetzen. Zunächst war Amy sehr verunsichert und wollte gar nicht vorwärts gehen. Sobald sie sich zwei Schritte vorgewagt hatte, drehte sie sich einfach um und ging zur Tür, machen konnte ich dagegen wenig. Ich war etwa frustriert, sah aber ein, dass wir so nicht weiter kamen.

Einige Tage später begann ich einen neuen Versuch zu starten. Nachdem ich mit Trense geritten war, nahm ich zum Ende der Stunde den Halsring hinzu. Ich ließ die Trense drauf und nutze die Zügel einfach bei Bedarf, um die Hilfestellungen zu geben. Ich versuchte zum Abwenden zunächst die Hilfe mit dem Halsring zu geben, verstand Amy diese nicht, zeigte ich ihr über die bekannte Hilfe mit der Trense, was ich von ihr wollte. Es dauerte ein paar Einheiten aber irgendwann verstand sie die Hilfengebung über den Halring. Klappte etwas nicht auf Anhieb, dann hatte ich ja immer noch die Trense zur Korrektur.

Irgendwann habe ich dann zum Ende der Reiteinheit einfach mal die Trense ab gemacht und siehe da: Nichts. Es klappte doch tatsächlich immer noch nicht. Zwar kamen wir schon weiter vorwärts als beim allerersten Mal, wo wir eigentlich nur auf dem Fleck standen, aber vom kontrollierten Reiten waren wir noch weit entfernt. Amy ging immer ein paar Schritte und lief dann einfach in die Mitte. Aber wo ein Problem ist, da gibt es auch eine Lösung. Kurzerhand habe ich mir Hilfe vom Boden aus geholt und jemanden mit Pitsche in die Mitte gestellt. So wurden meine Versuche auf dem Hufschlag zu bleiben vom Boden aus unterstützt. Es dauerte auch hier etwas aber schließlich begann sie zu verstehen.

Mit jedem Mal üben wurden wir besser. Zunächst war ich sehr stolz darüber, wenn wir es schafften einfach auf dem Hufschlag zu bleiben, später folgten die ersten Hufschlagfiguren. Nachdem Volten und Zirkel im Schritt gut funktionierten nahmen wir Trab und später Galopp hinzu.

Mittlerweile sind die Grundlagen wie Schritt, Trab und Galopp kein Problem mehr. Amy kann auch Rückwärts richten und Ansätze vom Schenkelweichen im Schritt. Übergänge funktionieren mit Halsring wie mit Trense. Ob aus dem Schritt angaloppieren oder aus dem Trab stehen bleiben, alles kein Problem mehr.

Amy reagiert aber grundsätzlich auch sehr gut auf Stimme, so lässt sich diese zur Not immer noch unterstützend einsetzen. Wir haben uns dann nach einiger Zeit auch noch an das Springen gewagt. Amy liebt springen und so ist es heute auch gut machbar nur mit Halsring zu springen. Natürlich gibt es hier Tage, wo sie ihren Ponydickkopf durchsetzen will und machen wir uns nichts vor, die Einwirkung eines Halsrings ist definitiv nicht mit einer Trense zu vergleichen.

Wenn ich sehe, dass ich sie heute nur mit Halsring reiten kann, dann macht mich das echt stolz. Sie war definitiv kein Selbstläufer, dem man den Ring nur um den Hals gelegt hat und der damit einfach lief. Ich habe bei keinem anderen Pferd gesehen, dass die Anfänge so grauenhaft waren, wie bei uns. Dies mag daran liegen, dass wir zu einem Zeitpunkt angefangen haben, wo das normale Reiten noch nicht ganz gefestigt war. Amy hat aber immer Spaß an der Arbeit mit Halsring und nutzt nur selten ihre Freiheit aus.

Auf sicheren Wegen sind wir auch schon mal im Gelände mit Halring unterwegs. Hier achte ich aber immer darauf, dass wir uns und andere keiner Gefahr aussetzen. Wir halten uns immer sehr nahe am Hof auf, sodass Amy schlimmsten Falls niemanden oder sich selbst gefährdet.

Halsringreiten macht sehr viel Spaß!

 

Farbenfroh und Glitzer – meine Lieblingsstücke im September

9. September 2017 at 14:22

Wie dem einen oder anderen aufgefallen sein dürfte bin ich ein Fan von außergewöhnlichem Zubehör, im Sinne von möglichst farbenfroh und am besten mit Glitzer. Seit ich Amy habe, schaue ich mir gerne die aktuellen Pferde- und Reitertrends an. Ich finde es schön aufzufallen und habe Freude an bunten Sachen.

Zum Glück steht Amy ja auch fast jede Farbe, sodass ich immer wieder etwas Schönes für uns beide zum Anziehen finde, natürlich auch gerne im Partnerlook.

Ich möchte euch nun meine heutige Top 5 für diesen Monat vorstellen:

1 Einhornsocken von HKM

Für jeden Einhornfan ein absolutes Must-Have. Die Socken sind aus einem angenehmen und dehnbaren Stoff und haben niedliche kleine Einhörner als Motiv. Die Socken lassen sich toll tragen und sehen zu dem sehr nett aus. Sie sind vielleicht nicht für jeden was, aber ich finde sie sind ein echter Hingucker. Mir gefallen sie total und ich stehe dazu, dass ich ein wenig verrückt bin.

2 Reistiefel Epplejeck Montreal

Seit einigen Wochen bin ich stolze Besitzerin dieser schicken Stiefel. Die Schlangenoptik und das tolle Design fallen sofort auf, zudem sind die Stiefel sehr bequem. Wer auf der Suche nach etwas außergewöhnlichen Stiefeln ist, sollte sich dieses Model auf jeden Fall anschauen.

3 Magic Tack Handschuhe

Wenn es mal wieder nicht nur am Pferd glitzern soll, sind die Handschuhe das perfekte Reiteraccessoire. Es ist möglich die Patches in allen erdenklichen Farben zu bekommen und so passen sie zu jedem Outfit. Ich muss sagen, dass die Steine aber auch wirklich richtig funkeln. Bei einigen Stirnriemen ist dies oft nicht so der Fall, aber die Magic Tack Steinchen glänzen richtig toll.

4 Knotenhalfter von Catalin

Das Knotenhalfter ist sehr schlicht und filigran und eignet sich hervorragend für Fotoshootings. Selbstverständlich ist es auch möglich das Halfter für normale Bodenarbeit zu benutzen, aber bei uns liegt der Schwerpunkt der Nutzung bei dem Einsatz für schicke Bilder. Mir gefällt es an Amys Kopf einfach sehr gut.

5 Horsegloss Poloshirt

Das schöne schwarze Poloshirt trage ich beim Reiten sehr gerne. Es hat einen angenehmen Stoff und ist aufgrund der Farbe nicht allzu anfällig für Schmutz. Da Amy gerne mal ihre Nase an mir abwischt, trifft es sich gut, dass man nicht jeden Flecken sofort sieht.

Schaut doch auch nächsten Monat wieder bei „Farbenfroh und Glitzer – meine Lieblingsstücke“ vorbei.

Xletix – Sport ohne Pferd

6. September 2017 at 05:07

Schon als Kind war ich absoluter Fan von lustigen Hindernissen. Nach der Schule habe ich immer Takeshi´s Castle geschaut und war traurig, dass es so etwas nicht bei uns in Deutschland gab. Mit meinen 10 Jahren hätte ich da wohl sowieso nicht mitmachen dürfen, aber cool wäre es gewesen.

In den letzten Jahren wurden aber hier bei uns Matschläufe immer populärer und so sind wir letztes Jahr bei dem Muddy Angels Run gestartet. Der Lauf ging über 5 Kilometer und war eigentlich ganz lustig. Ich fand die Hindernisse aber doch recht langweilig, was man sich aber hätte denken können, da dieser Lauf ausschließlich für Frauen ist.

Auf Facebook sah ich Bilder vom Tough Mudder und anderen größeren Läufen und so stand fest, dass wir dieses Jahr zu einem richtigen Lauf wollten. Irgendwer hatte beschlossen, dass der Xletix-Lauf cool aussieht und so wollten wir uns dort anmelden. Es gab hier die Wahl zwischen drei Streckenlängen: 6 km, 12 km oder 18 km. Da ich außer Reiten ja eher wenig Bewegung im Alltag habe, schienen mir die 18 km etwas zu übermotiviert, aber nur 6 km zu laufen zu langweilig. Wir entschieden uns für den Start beim 12 km Lauf.

Mein Plan war natürlich einige Wochen vorher ein paar Mal joggen zu gehen, um nicht völlig zu versagen. Plötzlich war aber schon der Mittwoch vor dem Lauf und somit eindeutig zu spät für das geplante Training. Am Abend vorher war ich dann doch recht nervös, weil mir bewusst wurde, dass die Strecke doch etwas weiter werden könnte, als ursprünglich gedacht.

Der Tag des Laufes

Ich war schon vor dem Wecker wach und habe mich geduscht und meine Einhornhose angezogen. Nach dem Frühstück habe ich darauf gewartet, bis ich endlich abgeholt wurde und als mein Taxi sich verspätet hatte, war ich echt richtig nervös.

Nachdem wir das Feld zum Parken erreicht hatten, mussten wir noch fast 2 km bis zum Eingang des Geländes laufen. Im Grunde war das schon mehr als genug Sport für mich. Als wir ankamen, musste alles schnell gehen, damit wir unsere Startzeit auch nicht verpassen. Beim Warming-Up haben wir uns als ganzes Team zum Glück noch vor dem Start zusammengefunden und dann ging es auch schon los.

Pünktlich zum Start fing es an zu regen. Ich hatte mir zwar Sonne gewünscht, aber da wir ja eh dreckig und nass werden sollten, war es halb so schlimm. An den ersten Hindernissen war der Regen allerdings doch sehr störend, da man sich echt schlecht an den nassen und rutschigen Klettermöglichkeiten festhalten konnte.

Nach einiger Zeit hörte es aber auf und die Sonne kam wieder raus. Die ersten 3 km fielen mir am schwersten, denn nachdem ich mich mit Laufen abgefunden hatte, ging es echt besser. Mir fehlten am Anfang die Kilometerangaben, sodass es zwischendurch echt schwer war abzuschätzen, wie weit der Weg noch war.

Für meine miserable Ausdauer waren die Hindernisse eine kleine Erholung, da diese doch etwas Zeit in Anspruch genommen haben, schließlich musste ja das ganze Team mitgenommen werden.

Die meisten Hindernisse haben mir sehr viel Spaß gemacht und sie waren eine Motivation zum Weiterlaufen. Von mir aus hätte man auch einfach die Hindernisse in eine Reihe stellen können, das Laufen dazwischen war doof. Nein Spaß beiseite, es war ein richtig toller Tag.

Meine Lieblingshindernisse waren die Wasserrutsche, das Becken mit 2 riesigen Schaumstoffrollen und die Matschgrube, über die man mit einem Seil schwingen musste.

Ich fand die ganze Veranstaltung super organisiert und wir wollen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein 🙂

 

Halsring- Über Sinn und Unsinn

4. September 2017 at 06:06

Wirft man einen ganz oberflächlichen Blick in die Social Media Plattformen, so fällt schnell auf, das nahezu jeder heutzutage mit Halsring unterwegs ist. Noch vor ein paar Jahren war der Halsring fast unbekannt und heute wirft ihn jeder mal eben um den Hals seines Pferdes.

Funktion

Meine Intention hinter dem Reiten mit Halsring war wohl damals eine andere, als sie heute bei vielen zu sein scheint. Ich wollte möglichst frei mit meinem Pferd arbeiten. Mein Ziel war es, meine Hilfen zu minimieren und optimieren und trotzdem ein harmonisches Reitbild abzugeben. Mit harmonischem Bild war da aber nicht der Galopp über ein Stoppelfeld gemeint, sondern verschiedene Lektionen auch möglichst frei reiten zu können. Der Gedanke mein Pferd über Gewicht- und Schenkelhilfen zu reiten und von der Einwirkung der Reiterhand auf das Pferdemaul wegzukommen.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass es eine Vielzahl an Reitern gibt, die den Halsring gar nicht für die Dressurarbeit einsetzen wollen, sondern ihn einfach nur irgendwo im Gelände für ein paar Wendybilder um den Hals legen. Ich möchte hier niemanden verurteilen und auch ich trabe schon mal ohne Sattel und Trense über eine Wiese, aber für mich ist dies die Belohnung für die Arbeit auf dem Platz.

Mit einem Halsring ist es möglich seine Gewichts- und Schenkelhilfen zu überprüfen. Lenken und das Tempo regulieren ist da nämlich nicht durch einen kleinen Zug am Zügel zu meistern. Es ist für den Reiter anspruchsvoll, sich auf die Hilfen zu konzentrieren und Lektionen ordentlich umzusetzen. Das Reiten mit Halsring zeigt einem reiterliche Fehler schnell auf.

Bilder

Es steht außer Frage, dass Bilder mit Halsring, vor allem im Gelände ein Gefühl von Freiheit und Vertrauen verkörpern. Auch mir gefallen diese Bilder und das Wissen, mein Pferd mit feinen Hilfen kontrollieren zu können, dennoch bin ich davon überzeugt, dass viele den Halsring weniger im vollen Bewusstsein seiner Funktion nutzen, sondern ihn lediglich um den Hals werfen, um coole Bilder zu bekommen.

Es muss einem bewusst sein, dass die Einwirkung auf das Pferd um einiges geringer ist als mit einer Trense. Erschreckt sich das Pferd wird es sehr viel schwieriger die Kontrolle zurück zu gewinnen. Mir ist es einfach wichtig ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es nicht vollkommen ungefährlich ist.

Auf abgezäunten Wiesen sehe ich im Halsringreiten für Bilder gar kein Problem. Für mich ist es jedoch fraglich, ob man ein Wendybild verdient hat, wenn man nicht dazu bereit ist auch dressurmäßig mit dem Halsring zu arbeiten.

Für mich ist der Halring eine Zäumung, deren eigentlicher Sinn darin liegt, den Reiter bei der Arbeit und seiner Hilfengebung zu unterstützen.

Reitersitz

Durch das Reiten mit Halsring ist es möglich an einem zügelunabhängigen Sitz zu arbeiten. Gewicht- und Schenkelhilfen sehr viel mehr in den Vordergrund zu rücken und der Reiter muss dem Pferd ein Stück weit Freiheiten einräumen.

Die dressurmäßige Arbeit mit dem Halsring halte ich für eine schöne Abwechslung zur klassischen Reiterei. Es macht Spaß und man lernt eine neue Seiten von sich und seinem Pferd kennen.