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24. September 2018 at 05:17

Hallo ihr Lieben,

wir ihr sicher gemerkt habt, war es jetzt 3 Wochen ruhig hier auf dem Blog. Für mich stand der Jahresurlaub an und ich habe mir eine Auszeit hier auf dem Blog gegönnt. Wir haben 2 wunderschöne Wochen in der Karibik verbracht. Ich war das erste mal in der Dominikanischen Republik und ich war begeistert von den traumhaften Stränden und dem karibischen Feeling. Das Hotel hat keine Wünsche übrig gelassen und der Urlaub wurde auch noch mit einem persönlichen Highlight gekrönt.

Zurück in Deutschland ging es dann noch für ein langes Wochenende nach Holland in einen Center Park, bevor mich nun heute der Alltag wieder eingeholt hat.

Erholte Grüße

Katja

Verladetraining – ein Update

22. August 2018 at 16:59

Unser letzter Ausflug ging ja nach Holland ans Meer. Während Amy auf dem Hinweg innerhalb von 2 Minuten auf dem Hänger stand, mussten wir auf dem Rückweg bestimmt 40 Minuten diskutieren. Ich ärger mich über mich selbst, das Pony und die Situation, aber Verladen stellt für uns einfach ein Problem dar. Es ist eine Mischung aus Anspannung, Wut und Aufregung bei mir und einer Portion Unsicherheit, aber vor allem Sturheit und Respektlosigkeit beim Pony.

Ich versuche ihr die Unsicherheit zu nehmen, aber wenn dann die Sturheit bei ihr und die Ungeduld bei mir durchkommen, dann gibt es eine Diskussion. Wir regen uns beide auf und Amy vergisst jegliche Erziehung und wird frech. Von nach der Gerte treten, bis hin zu einfach losreißen und weglaufen war alles schon dabei. Rückwärts- oder Vorwärtsschicken ist dann auch mehr ein Bitten, als ein konsequent umgesetztes Signal.

Nach den Stunden mit dem Verladetrainier war ich ja zunächst zuversichtlich, aber grade der Rückweg eines Ausflugs wird noch immer zur Geduldsprobe. Während ich beim Training ja keinerlei Druck habe, müssen wir von unterwegs ja nun mal einfach nach Hause. An der Stelle kann ich nicht mit einem positiven Erlebnis aufhören, beendet kann der Verladeversuch nur werden, indem das Pony tatsächlich oben steht.

Immer wenn ich recht zuversichtlich war, hat es doch nicht ganz so wie geplant funktioniert und nachdem wir in Holland wieder vor dem Hänger standen und uns gegenseitig umbringen wollten, habe ich meinen Papa darum gebeten, dass ich das Auto bis Anfang September zum Üben behalten darf.

In meinem Kopf suchte ich Ausreden, es ist zu warm zum Üben, zu nass, zu kalt, zu windig oder es sind zu viele Menschen auf dem Hof, die zuschauen. Außerdem wollte ich den Hänger nicht holen und wieder parken müssen und schlechte Laune habe ich ja zurzeit sowieso sehr oft. Dann habe ich mir aber selbst in den Arsch getreten und beschlossen den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern weiter an unserem Problem zu arbeiten.

Die erste Übungseinheit nach Holland wollte ich mit ganz viel Ruhe angehen. Amy war leider richtig arschig und blieb noch nicht einmal vor dem Hänger ruhig stehen. In den ersten 10 Minuten war ich den Tränen nahe und sah keine Chance, dass Madame einen Huf auf die Klappe setzt. Amy drehte sich von einer zur anderen Seite neben den Hänger, hampelte rum und versuchte sich loszureißen. Ich war sauer, schließlich sollte sie ja erstmal einfach nur ruhig vor dem Hänger stehen. Ich war kurz davor zu weinen und sie wegzustellen und den Hänger in einen Graben zu fahren oder dem Pferd direkt den Kopf abzubeißen.

Dennoch wollte ich nicht aufgeben und blieb konsequent. Ich korrigierte Amys Verhalten und als sie frech wurde, versuchte ich noch energischer zu sein. Natürlich war ich weit von innerer Ruhe und Gelassenheit entfernt und stand angespannt neben meinem Pony, immer darauf gefasst, dass Amy sich etwas Neues überlegt. Ich habe tief durchgeatmet und irgendwann haben wir dann Fortschritte gemacht. Amy ließ sich auf die Klappe und auch immer weiter in den Hänger schicken. Wir übten noch einige Zeit und Amy hat bei jedem 5. Mal wieder angefangen zu testen und zu diskutieren, aber die guten Versuche waren eben wirklich gut. Sie stand für unsere Verhältnisse entspannt und lange oben und wartete auf mein Signal zum Rückwärts gehen. Es waren nur ganz selten Versuche dabei, wo sie kopflos einfach rückwärts rennt.

Dass das Training so einen guten Abschluss nimmt, hatte ich nach den ersten 10 Minuten nicht erwartet. Nach einem guten Versuch beendete ich die Einheit, wohl wissend, dass die nächste bestimmt wieder mit einer Grundsatzdiskussion beginnen würde.

Nach 3 Tagen Pause stand das nächste Training an und ich war gespannt, wie Amy diesmal mitmachen würde. Tatsächlich blieb eine große Diskussion am Anfang aus und Amy ging die ersten Versuchen recht gut hoch und wartete auch sehr geduldig. Aktuell reize ich das aber auch nicht aus und entlasse sie nach ca. 15 Sekunden ruhig stehen, aus der Situation. Dennoch folgten auch diesmal alle paar Versuche kleinere Gemeinheiten vom Pony. Beim Hochschicken versucht sie dann links am Hänger vorbei zu kommen, dreht den Kopf zur Seite weg oder dreht sich komplett vom Hänger weg. Es war aber deutlich weniger als bei dem Mal davor und somit schon ein Fortschritt.

Ich habe diesmal auch versucht nicht auf der anderen Seite bis ganz nach vorne mit zugehen, sondern vorher stehen zu bleiben, sodass sie das letzte Stück alleine geht. Schließlich ist mein Ziel ja, dass ich die Stangen hinten selber schließen kann. Von recht ordentlichen Versuchen, bis zu kleineren Unsicherheiten mit rausrennen war alles dabei. Ich bin mal mehr und mal weniger weit mit in den Hänger gegangen, war aber nach ca. 15-20 Minuten zufrieden und habe aufgehört.

Gestern haben wir uns dann erneut ans Training gewagt und Amy hatte schon Ansätze von: „Geh mal da weg, ich weiß wo ich rein muss.“ Amy hat 2-3-mal während der Einheit tatsächlich ihre Ruhepause unterbrochen und selbst schon begonnen, die Rampe hochzugehen. Meine Vernunft sagt mir, dass ich dies eigentlich unterbinden sollte, da sie ja weder bestimmen soll, wann sie einfach rausrennt, noch wann sie gerne reingehen will. Leider überwiegte meine Freunde über ihre Motivation und so habe ich sie dann ganz reingeschickt.

Insgesamt konnte ich ein paar Mal ganz auf am Anfang stehen bleiben und Amy alleine reinschicken. Theoretisch wäre es mir möglich gewesen, die Stange zu schließen. Da ich habe einfach noch nicht finde, dass wir diesen Punkt so gefestigt erreicht haben, bleibt die Stange erstmal offen. Ich habe aber versucht ihren Popo zu streicheln und von guten Versuchen, bis hin zu kleinen Unsicherheiten, wo sie nochmal rausgerannt ist, war aber das Positive überwiegend. Zumal ich sie nach einem Rausrennen ganz easy und prompt wieder reinschicken konnte. Noch vor einiger Zeit war nach einem Rausrennen wieder 10 Minuten Grundsatzdiskussion angesagt.

Amy bleibt insgesamt tatsächlich bei der ganzen Situation gelassener. Selbst wenn sie mal einen Ansatz zum Rausrennen macht, reagiert sie jetzt oft schon auf ein „NEIN“ und bleibt stehen, ganz ohne Druck.

Mit der Einheit gestern war ich wirklich sehr zufrieden. Ich werde morgen oder übermorgen nochmal übern und wenn das Wetter Sonntag schön ist, würde ich das gerne nochmal ein Stück fahren und das Verladen in fremder Umgebung testen.

Auch wenn es eigentlich sehr gut Läuft und besser wird, traue ich dem Braten nicht. Ich kenne Amy und wer weiß, wann die nächste Diskussion auf uns wartet. Aber mit konsequentem und regelmäßigem Üben werden wir unsere Schwachstelle definitiv weiter ausbauen. Ich hoffe nur, dass ich das Auto nach September nochmal für 2 Wochen zum Üben bekomme, denn ohne Auto können wir nicht trainieren.

Immerhin macht mir das Hänger fahren und parken absolut nichts mehr aus.

Möchtest du nach Amy nochmal ein Pferd?

15. Juli 2018 at 10:06

Diese Frage habt ihr mir in der letzten Zeit öfter gestellt und ich habe sie mit „Nein“ beantwortet. Diese Antwort stieß wohl bei einigen auf Unverständnis. Vielleicht fangen wir mal so an: Amy ist aktuell 11 Jahre alt und könnte theoretisch noch 20 Jahre leben. Wo ich im Leben mit dann fast 50 Jahren stehe, darüber mag ich mir jetzt noch gar keine Gedanken machen.

„Life is happend while you are making plans“

Vieles habe ich früher anders gesehen und zu Einigem hat sich meine Einstellung in den letzten Jahren geändert. Es gibt immer Dinge die sich verändern, sei es beruflich oder privat. Dagegen kann man nichts tun und man muss eben schauen, wie man mit neuen Situationen umgeht. Eine Krankheit, Arbeitslosigkeit oder ähnliches könnte ja auch dazu führen, dass sich selbst Amys und mein Weg trennen könnten. Aber auf den unwahrscheinlichen Fall mag ich auch gar nicht näher eingehen.

Natürlich habe ich schon drüber nachgedacht, was ich tun würde, wenn Amy beispielsweise nächstes Jahr tot aus dem Hufen kippt. Aktuell steht da meine Entscheidung fest, es würde kein neues Pferd an meiner Seite geben. Ich würde nicht mit dem Reitsport aufhören und mir bestimmt eine RB suchen, aber nochmal ein eigenen Pferd: nein.

Das Ganze hat basiert auf 3 Gründen, zwei Grundlegenden Dingen und etwas das eben aus dem Besitz eines Pferdes resultiert.

Anfangen möchte ich beim lieben Geld!

Ein Pferd ist teuer. Ich zahle jeden Monat allein über 400 € nur an reiner Stallmiete, was da noch alle dazu kommt, mag ich gar nicht ausrechnen. Reitstunden, Ausrüstung, Tierarzt, es gibt da eine ganze Palette. Ich bin nun seit 7 Jahren stolze Pferdebesitzerin und grade in der Anfangszeit hat mir diese finanzielle Belastung nicht viel ausgemacht. Ich habe gerne auf andere Dinge im Leben verzichtet, doch je älter man wird, desto anders setzt man eben Prioritäten. Das Pferd während einer Schwangerschaft und dem damit verbundenen Einkommensausfall zu finanzieren wird eines Tages sicher auch spaßig, aber man hat auch andere Träume, wie z.B. ein eigenes Haus.

Sollte ich im Lotto gewinnen oder doch das Erbe einer reichen Tante in Amerika erhalten, stände einem neuen Pferd oder auch einem 2. oder einem Fohlen aus Amy sicher weniger im Weg. Amy ist mein Leben und für sie bin ich bereit mich finanziell voll für sie aufzuopfern, dies aber dann nochmal zu machen und mich wieder für ca. 25 Jahre an ein Tier zu binden, ich denke nicht, dass ich das möchte.

Jeder der sein Pferd nicht vollständig selbst finanziert und weiß wie schwer es in manchen Monaten sein kann, wird dies vielleicht nicht verstehen können. Aber wer schon mal 4 Tage vor Monatsende mit leerem Tank und leerem Konto zur Arbeit fahren wollte, weiß sicher wovon ich rede.

Wer die Unterstützung von Partner und Familie hat, wird sicher auch sagen: Ach ja, passt schon. Aber ich finanziere mein Hobby alleine und muss somit schauen, wie ich mit meinem Gehalt auskomme. Wohnung, Nahrung, Kleidung, Auto, Versicherung, Urlaub, es gibt so vieles das finanziert werden möchte.

Der zweite Hauptgrund ist Amy selbst.

Kein Pferd der Welt könnte Amy jemals ersetzen. Was auch immer ich mir als Kind von einem eigenen Pferd erhofft habe, Amy hat alle Erwartungen bei weitem übertroffen. Wir haben mehr zusammen erlebt, als ich es mir je erträumt habe. Mein Traum vom eigenen Pferd hat sich für mich erfüllt: Ich bin einfach zufrieden!

Und der letzte Aspekt ist eben auch die Zeit. Beruflich können Tage länger werden, ich möchte mal eine Familie gründe, mein Partner und meine Freunde wollen etwas unternehmen. 356 Tage im Jahr für ein Pferd verantwortlich zu sein ist eben sehr zeitaufwändig. RB können unterstützen, Offenställe Tage überbrücken, aber letztlich hat man am Ende selbst viele Stunden des Jahres mit dem Thema Pferd verbracht.

„Sag niemals nie“

Ich schließe es ja auch gar nicht zu 100% aus, dass sich meine private oder berufliche Situation ändert, ich mich doch wieder in ein Pferd verliebe oder eben doch morgen vom Zug überfahren werde. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt!

Nur ärger ich mich über das „HÄÄÄÄ, wieso willst du denn nicht?“. Oft haben Dingen eben nicht nur mit wollen zu tun, denn wenn es danach ginge dann hätte ich gerne eine Villa, ein Boot, einen Privatjet, 15 Katzen, 4 Pferde und einen rosa Elefanten!

Bilder: Vanessa Gerner

Verladetraining – Der Hintergrund

16. April 2018 at 18:54

Das das Verladen nicht zu Amys und meinen Lieblingstätigkeiten zählst ist ja glaube ich kein Geheimnis. Nachdem wir vor einigen Jahren ein richtiges Problem hatten, wo wir fast eine Stunde mit allen Mitteln diskutiert haben, war mir klar, dass dies unsere größte Baustelle ist. Damals noch am alten Stall, bat ich meine Reitlehrerin um Hilfe, welche aber nach einer wirklich grausamen Übungseinheit keine Lust mehr hatte uns zu helfen.

Damals war ich am Boden zerstört und habe unter Tränen beschlossen, dass wir das Problem gemeinsam, aber eben für uns allein angehen werden. Nach einigen Tagen des Trainings stellte sich auch ein Erfolg ein, welcher damit gekrönt war, dass ich Amy sogar von unten allein in den Hänger schicken konnte.

Auf diesen Trainingsstand hin folgten einige Veränderungen in unserem Leben und wir zogen in einen anderen Stall. Weder auf der Fahrt beim Umzug, noch auf der Fahrt ein Jahr später in die Klinik, wollte ich beim Verladen irgendwelche Dramen vermeiden und bin einfach immer vorausgegangen und hatte eine zweite Person, die eben hinter gegangen ist und uns beim Verladen geholfen hat. Ganz zufrieden war ich mit diesem Zustand nicht, aber er war akzeptabel. Ich konnte Amy immer innerhalb von 30 Sekunden verladen, nur eben nicht allein.

Auch wenn wir eigentlich beide keine richtig schlechten Verladeerfahrungen gemacht haben, ist dies für mich immer eine absolute Stresssituation. Auch wenn es durch die Ausflüge letztes Jahr und erst recht jetzt, wo ich meinen Führerschein habe besser geworden ist, so kann ich die Abspannung einfach nicht ablegen.

An dieser Stelle ist dem Pferd natürlich auch kein Vorwurf zu machen, wenn die Pferdemutter schon 3 Tage vor einer Fahrt einem Nervenzusammenbruch nahe ist. So sehr ich mich bemühe und so viel besser meine Gefühlslage schon geworden ist, ich glaube die Angst und Anspannung werde ich so schnell nicht ablegen können.

Einige würden sich dieser Angst vielleicht einfach nicht stellen wollen und keine Ausflüge mit Pferd mehr machen oder eben die aktuelle Situation so akzeptieren wie sie beim Verladen eben ist. Also keine Frage, man kann sicher damit leben, sein Pferd zu 2. In unter einer Minute auf den Hänger zu bekommen, nur ich eben nicht. Mir ist es wichtig, dass wir es ganz allein schaffen, eben weil es immer Situationen geben kann, in denen keine weitere Person vor Ort ist. Und das ein Pferd grade in einem Notfall, wo man mal in die Klinik muss, verladesicher ist, ist so wichtig.

Nun habe ich überlegt mich einfach wieder alleine mit Amy ans Hänger Training zu wagen und mit ein bisschen Übung an unseren damaligen Stand anzuknüpfen, aber meine Angst etwas falsch zu machen, bzw. die Situation nachher noch zu verschlimmern ist groß. Ich meine ob mein Pferd nun Kompliment kann oder nicht ist irrelevant, aber wenn mein Pferd nachher in keinen Hänger mehr steigt, wäre dies doof.

Auf Tipps und Ratschläge muss man ja meistens nicht lange warten, aber komische Ideen bringen uns ja nicht weiter. Auch die Aussage: „Ach ihr müsste nur öfter fahren“ konnte ich nicht mehr höre. Natürlich kommt mit der Routine auch Sicherheit, aber ich möchte direkt eine korrekte Routine bei der ich mein Pferd ohne Hilfe verladen kann.

Mein Entschluss mir Hilfe zu suchen habe ich dann irgendwann gefasst und mich auf die Suche gemacht. Ich bin im Internet schnell auf einen sehr sympathischen Horsemanship-Trainer aufmerksam geworden, welcher uns am Donnerstag besuchte.

 

Warum bockt Amy?

15. Januar 2018 at 06:04

Unter den letzten Failbildern wurde ich gefragt, wieso Amy mich immer versucht umzubringen. Ich habe ja in den letzten Wochen öfter berichtet, dass Amy im Winter gut drauf ist und in Kombination mit den Bilder der wilden Hilde erweckt es wohl den Eindruck, dass ich fast jeden Tag von meinem Pony fliege.

Also zunächst einmal bin ich dieses Jahr noch gar nicht geflogen und im letzten Jahr nur 2-mal, wovon man nur einmal Amy wirklich böse Absicht anrechnen kann. Über die Sommermonate ist Amy meistens ein sehr ausgeglichenes und gechilltes Pony, sobald es allerdings kalt wird, hat sie oft Spaß in den Backen.

Diesen Winter habe ich mich lange gefragt, ob sie nun doch erwachsen geworden ist, weil sie sich lange Zeit gut benommen hat. Die letzten paar Wochen allerdings ist sie hin und wieder in Partystimmung. Es ist keinesfalls so, dass sie eine ganze komplette Reiteinheit böswillig bockt und sich allem widersetzt, meist hat sie so 1-4 kleine Ausraster, je nach Laune. Sie versucht sich mal davor zu drücken durch eine bestimmte Ecke zu gehen oder galoppiert beim Hupen eines Autos dramatisch los, aber es hält sich im Rahmen.

Beim Warmreiten im Schritt hat man selten Schwierigkeiten, meistens geht es wirklich erst los, wenn man nachgegurtet hat, die Abschwitzdecke weggelegt und seine Jacke ausgezogen hat. Nimmt man die Zügel auf und möchte mit der Arbeit beginnen, überlegt sich das Pony kleine Gemeinheiten. Hat man ihre kleinen Ausraster überstanden und sich durchgesetzt, kann man anschließend eine ganze Stunde ohne Faxen reiten.

Ich bin der festen Überzeugung, dass sie sich nicht wirklich erschreckt weil sie Angst hat, sie hat einfach Lust auf Party und sucht sich Gründe.

Körperliche Ursachen lassen sich auch ausschließen. Zähne wurden gemacht, Sattlerin war da, Pony erfreut sich bester Gesundheit. Und wer sonst wie ein Lämmchen läuft, hat ja nicht plötzlich einen drückenden Zahn, nur weil es gut drauf ist.

Amy steht nachts in einer Paddockbox und kommt tagsüber mit ihrer Herde raus, also bewegen könnte sie sich genug. Sie wird jeden Tag bewegt, insofern kann man auch nicht sagen, dass sie nicht ausgelastet ist. Abwechslung bekommt sie auch, denn ich reite nicht nur in der Halle, sondern auch auf dem Platz, longiere, mache Bodenarbeit etc.

Es ist ja auch nicht so, dass sie im Winter jeden Tag einmal losschießt. Von mal 2 Tage nacheinander bis hin zu 1 ½ Wochen, wo sie absolut nichts tut, ist alles dabei.

Ich reite immer konsequent weiter, schicke sie in die bösen Ecken, sie bekommt einen Klatsch, wenn sie bockt und dennoch: Wenn sie Lust hat, schmeißt sie eben eine Party. Nach ihren dollen 5 Minuten hat man absolut kein Problem mehr und sie läuft toll. Aber ohne Diskussionen und kleinen Mordversuchen kommen wir eben nicht durch den Winter.

Ich bin kein Schisshase und so lange sie nur einmal eine lange Seite Gas gibt und einen Bocksprung macht, ist das ganze ja auch halb so wild. Wenn sie allerdings Harken schlägt und ganz assi wird, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis ich dieses Jahr einen Abgang mache.

Eigentlich freut es mich ja, dass mein Pony so viel Lebensfreude hat und Charakter zeigt. Dennoch ist es manchmal echt nicht so spaßig, wenn man am Hals hängt und versucht oben zu bleiben. Nur ich wüsste auch nicht, was ich gegen ihre gute Stimmung im Winter tun sollte. Die wilden Tage kommen auch ganz unterschiedlich: Egal ob man 3 Tage am Stück reitet oder sie nach einem Spaziergangstag reitet, sie macht nur scheiße, wenn sie Lust drauf hat.

Ich habe einfach die Hoffnung, dass sich das Ganze im Alter legt. Tiere sind aber eben Tiere und die haben manchmal einfach ihren eigenen Kopf.

 

Wer ist Lady?

10. Januar 2018 at 05:28

Vor einiger Zeit haben wir einen Tagesritt zu unserem Schmied gemacht. Dort haben wir gemeinsam gegessen und einen lustigen Tag verbracht. Der Schmied stellte meiner Reitlehrerin ein Pferd vor: Lady. Ich habe mir dazu nicht viele Gedanken gemacht, weil ich ja nicht ahnen konnte, dass sie keine 3 Tage später tatsächlich auf unserem Hof stehen würde.

Ich durfte mich dann um Lady kümmern und so kam es, dass ich sie auch sehr gerne mochte. Ich weiß nur grade leider nicht, ob es 2013 oder 2014 war, dass sie zu uns kam. Jedenfalls hatte ich ab sofort zwei Pferde zum Bespaßen. An meinen Unitagen unter der Woche konnte ich Lady nicht machen, weil ich an diesen Tagen nur Zeit für Amy hatte. Die übrigen 5 Tage der Woche habe ich mich dann um 2 Ponys gekümmert.

Ich muss sagen, dass ich mich frage, wie ich neben Uni und Arbeit auch noch immer zwei machen konnte. Naja, damals war ich ja auch noch ein junger Hüpfer und Schlaf wird sowieso überbewertet.

Lady wurde zwar als geritten verkauft, dennoch haben wir von vorne angefangen. Ich habe noch ein Bild gefunden, wo ich zuerst an der Longe auf ihr saß. Jedenfalls klappte das grundlegende dann nach einigen Wochen problemlos. Für mich war es nur immer komisch plötzlich auch mal auf einem richtigen Pferd zu sitzen, denn die Gänge sind doch recht ungewohnt, wenn man nur die kleine Hafinase gewöhnt ist.

Lady ist übrigens ein wenig jünger als Amy und ich meine sie ist ein Westfahle. Als ich 2015 den Stall gewechselt habe, war es mir natürlich nicht mehr möglich Lady zu machen. Ich musste ja aufgrund der Entfernung schon mein Pony zu mir holen, weil ich nicht täglich eine Stunde zum Stall fahren konnte.

Es gab Zeiten, da habe ich mit dem Gedanken gespielt Lady zu kaufen. Im Endeffekt bin ich froh auf meine Vernunft gehört zu haben, denn zwei Pferden wirklich gerecht zu werden, dazu fehlt mir glaube ich einfach die Zeit. Vermutlich wäre es möglich mein Leben so umzustellen, aber spätestens bei dem finanziellen bin ich definitiv raus. Amy frisst mir schon das letzte Haar vom Kopf.

Lady war eigentlich immer sehr anständig. Wenn ich mir Amy mit ihren Ponyflausen so anschaue, war Lady doch einfach immer etwas erwachsener. Am Wochenende bin ich gerne mit Meike zusammen ausgeritten, so hatte ich ja direkt beide Pferde auf einmal bewegt. Ich weiß noch, als Lady sich nach dem Reiten einfach mit mir auf den Boden geworfen hat, weil sie sich wälzen wollte. Ich war so perplex, dass ich erst gar nicht reagieren konnte. Amy würde niemals auf so eine Idee kommen. Was ich besonders an ihr mochte war ihre ruhige Art. Während Amy immer sehr hyperaktiv ist und Aufmerksamkeit braucht, war Lady immer tiefenentspannt. Man konnte stundenlang mit ihr kuscheln, da hätte Amy schon 20-mal die Geduld verloren.

Es war anfangs schon komisch allein mit Amy im neuen Stall, aber es war zeitlich einfach auch eine Entlastung nur noch ein Pferd zu versorgen zu haben. Sollte ich je im Lotto gewinnen, dann würde ich aber mit dem Gedanken spielen sie zu mir zu holen.

Montag war ich sie besuchen und durfte reiten, es war so ungewohnt, nachdem ich ja die letzten 3 Jahre mit einer Ausnahme nur auf Amy saß. Es hat mich aber gefreut sie mal wieder zu sehen.

 

Halsring – Unsere Entwicklung

12. September 2017 at 05:29

Noch vor einigen Jahren war der Halsring fast unbekannt, doch er hat in den letzten Jahren sehr an Popularität gewonnen. Ich habe auf Youtube damals ein Video entdeckt, wo jemand mit einem Halsring in der Halle ritt und war irgendwie vollkommen fasziniert. Aus dem Reitunterricht kannte ich nur Trensen, aus dem Fernsehen vielleicht noch die Kandare, aber einen Halsring hatte ich bis dato noch nie gesehen.

Sein Pferd so frei zu reiten gefiel mir total und mir war schnell klar, dass ich es auch unbedingt ausprobieren muss. Nachdem ich einen Halsring im Internet gefunden und bestellt hatte, fuhr ich voller Erwartungen in den Stall. Ich putzte und sattelte Amy, stapfte anschließend mit dem Halsring bewaffnet in die Halle. In Gedanken gallopierte ich schon fröhlich durch die Gegend, als ich aufstieg. Dann folgte allerdings die Ernüchterung: Amy verstand überhaupt nicht was ich von ihr wollte.

Zu diesem Zeitpunkt war sie grade 4 und wir waren reiterlich nicht so weit, dass es einfach möglich war, die Trense durch den Halsring zu ersetzen. Zunächst war Amy sehr verunsichert und wollte gar nicht vorwärts gehen. Sobald sie sich zwei Schritte vorgewagt hatte, drehte sie sich einfach um und ging zur Tür, machen konnte ich dagegen wenig. Ich war etwa frustriert, sah aber ein, dass wir so nicht weiter kamen.

Einige Tage später begann ich einen neuen Versuch zu starten. Nachdem ich mit Trense geritten war, nahm ich zum Ende der Stunde den Halsring hinzu. Ich ließ die Trense drauf und nutze die Zügel einfach bei Bedarf, um die Hilfestellungen zu geben. Ich versuchte zum Abwenden zunächst die Hilfe mit dem Halsring zu geben, verstand Amy diese nicht, zeigte ich ihr über die bekannte Hilfe mit der Trense, was ich von ihr wollte. Es dauerte ein paar Einheiten aber irgendwann verstand sie die Hilfengebung über den Halring. Klappte etwas nicht auf Anhieb, dann hatte ich ja immer noch die Trense zur Korrektur.

Irgendwann habe ich dann zum Ende der Reiteinheit einfach mal die Trense ab gemacht und siehe da: Nichts. Es klappte doch tatsächlich immer noch nicht. Zwar kamen wir schon weiter vorwärts als beim allerersten Mal, wo wir eigentlich nur auf dem Fleck standen, aber vom kontrollierten Reiten waren wir noch weit entfernt. Amy ging immer ein paar Schritte und lief dann einfach in die Mitte. Aber wo ein Problem ist, da gibt es auch eine Lösung. Kurzerhand habe ich mir Hilfe vom Boden aus geholt und jemanden mit Pitsche in die Mitte gestellt. So wurden meine Versuche auf dem Hufschlag zu bleiben vom Boden aus unterstützt. Es dauerte auch hier etwas aber schließlich begann sie zu verstehen.

Mit jedem Mal üben wurden wir besser. Zunächst war ich sehr stolz darüber, wenn wir es schafften einfach auf dem Hufschlag zu bleiben, später folgten die ersten Hufschlagfiguren. Nachdem Volten und Zirkel im Schritt gut funktionierten nahmen wir Trab und später Galopp hinzu.

Mittlerweile sind die Grundlagen wie Schritt, Trab und Galopp kein Problem mehr. Amy kann auch Rückwärts richten und Ansätze vom Schenkelweichen im Schritt. Übergänge funktionieren mit Halsring wie mit Trense. Ob aus dem Schritt angaloppieren oder aus dem Trab stehen bleiben, alles kein Problem mehr.

Amy reagiert aber grundsätzlich auch sehr gut auf Stimme, so lässt sich diese zur Not immer noch unterstützend einsetzen. Wir haben uns dann nach einiger Zeit auch noch an das Springen gewagt. Amy liebt springen und so ist es heute auch gut machbar nur mit Halsring zu springen. Natürlich gibt es hier Tage, wo sie ihren Ponydickkopf durchsetzen will und machen wir uns nichts vor, die Einwirkung eines Halsrings ist definitiv nicht mit einer Trense zu vergleichen.

Wenn ich sehe, dass ich sie heute nur mit Halsring reiten kann, dann macht mich das echt stolz. Sie war definitiv kein Selbstläufer, dem man den Ring nur um den Hals gelegt hat und der damit einfach lief. Ich habe bei keinem anderen Pferd gesehen, dass die Anfänge so grauenhaft waren, wie bei uns. Dies mag daran liegen, dass wir zu einem Zeitpunkt angefangen haben, wo das normale Reiten noch nicht ganz gefestigt war. Amy hat aber immer Spaß an der Arbeit mit Halsring und nutzt nur selten ihre Freiheit aus.

Auf sicheren Wegen sind wir auch schon mal im Gelände mit Halring unterwegs. Hier achte ich aber immer darauf, dass wir uns und andere keiner Gefahr aussetzen. Wir halten uns immer sehr nahe am Hof auf, sodass Amy schlimmsten Falls niemanden oder sich selbst gefährdet.

Halsringreiten macht sehr viel Spaß!

 

Xletix – Sport ohne Pferd

6. September 2017 at 05:07

Schon als Kind war ich absoluter Fan von lustigen Hindernissen. Nach der Schule habe ich immer Takeshi´s Castle geschaut und war traurig, dass es so etwas nicht bei uns in Deutschland gab. Mit meinen 10 Jahren hätte ich da wohl sowieso nicht mitmachen dürfen, aber cool wäre es gewesen.

In den letzten Jahren wurden aber hier bei uns Matschläufe immer populärer und so sind wir letztes Jahr bei dem Muddy Angels Run gestartet. Der Lauf ging über 5 Kilometer und war eigentlich ganz lustig. Ich fand die Hindernisse aber doch recht langweilig, was man sich aber hätte denken können, da dieser Lauf ausschließlich für Frauen ist.

Auf Facebook sah ich Bilder vom Tough Mudder und anderen größeren Läufen und so stand fest, dass wir dieses Jahr zu einem richtigen Lauf wollten. Irgendwer hatte beschlossen, dass der Xletix-Lauf cool aussieht und so wollten wir uns dort anmelden. Es gab hier die Wahl zwischen drei Streckenlängen: 6 km, 12 km oder 18 km. Da ich außer Reiten ja eher wenig Bewegung im Alltag habe, schienen mir die 18 km etwas zu übermotiviert, aber nur 6 km zu laufen zu langweilig. Wir entschieden uns für den Start beim 12 km Lauf.

Mein Plan war natürlich einige Wochen vorher ein paar Mal joggen zu gehen, um nicht völlig zu versagen. Plötzlich war aber schon der Mittwoch vor dem Lauf und somit eindeutig zu spät für das geplante Training. Am Abend vorher war ich dann doch recht nervös, weil mir bewusst wurde, dass die Strecke doch etwas weiter werden könnte, als ursprünglich gedacht.

Der Tag des Laufes

Ich war schon vor dem Wecker wach und habe mich geduscht und meine Einhornhose angezogen. Nach dem Frühstück habe ich darauf gewartet, bis ich endlich abgeholt wurde und als mein Taxi sich verspätet hatte, war ich echt richtig nervös.

Nachdem wir das Feld zum Parken erreicht hatten, mussten wir noch fast 2 km bis zum Eingang des Geländes laufen. Im Grunde war das schon mehr als genug Sport für mich. Als wir ankamen, musste alles schnell gehen, damit wir unsere Startzeit auch nicht verpassen. Beim Warming-Up haben wir uns als ganzes Team zum Glück noch vor dem Start zusammengefunden und dann ging es auch schon los.

Pünktlich zum Start fing es an zu regen. Ich hatte mir zwar Sonne gewünscht, aber da wir ja eh dreckig und nass werden sollten, war es halb so schlimm. An den ersten Hindernissen war der Regen allerdings doch sehr störend, da man sich echt schlecht an den nassen und rutschigen Klettermöglichkeiten festhalten konnte.

Nach einiger Zeit hörte es aber auf und die Sonne kam wieder raus. Die ersten 3 km fielen mir am schwersten, denn nachdem ich mich mit Laufen abgefunden hatte, ging es echt besser. Mir fehlten am Anfang die Kilometerangaben, sodass es zwischendurch echt schwer war abzuschätzen, wie weit der Weg noch war.

Für meine miserable Ausdauer waren die Hindernisse eine kleine Erholung, da diese doch etwas Zeit in Anspruch genommen haben, schließlich musste ja das ganze Team mitgenommen werden.

Die meisten Hindernisse haben mir sehr viel Spaß gemacht und sie waren eine Motivation zum Weiterlaufen. Von mir aus hätte man auch einfach die Hindernisse in eine Reihe stellen können, das Laufen dazwischen war doof. Nein Spaß beiseite, es war ein richtig toller Tag.

Meine Lieblingshindernisse waren die Wasserrutsche, das Becken mit 2 riesigen Schaumstoffrollen und die Matschgrube, über die man mit einem Seil schwingen musste.

Ich fand die ganze Veranstaltung super organisiert und wir wollen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein 🙂

 

Wenn sich die Familie nicht für dein Hobby interessiert

19. August 2017 at 20:36

Ich hatte ja schon bei der Motivation für den Blog berichtet, dass meine Eltern sich eher so gar nicht für mein Hobby interessieren. Heute wurde mir wieder bewusst, dass sich in den letzten 6 Jahren als Pferdebesitzerin daran auch noch nicht viel geändert hat. Ich wollte stolz ein paar Pferdebilder zeigen, aber diese wurden mit den Worten: „Vielleicht solltest du mal lieber Geld für ein neues Staubtuch ausgeben, als für bunte Lappen unter dem Sattel.“

Es ist ja nicht abzustreiten, dass in dieser Aussage durchaus etwas Wahres drin steckt, aber Reiten macht eben doch etwas mehr Spaß, als Staub zu wischen. Möglicherweise lässt sich ja auch über die Menge an Reitsportzubehör streiten, aber ein wenig mehr Interesse wünsche ich mir manchmal eben doch.

Hin und wieder gibt es einen Tag im Jahr, da darf ich mal schnell 5 Minuten Bilder zeigen, welche mit: „Sieht ja ganz nett aus“ abgetan werden. Wenn ich mich aber am Stall oder im Internet so umschaue, dann gibt es viele Eltern, die ihre Kinder voll unterstützen, immer mit in den Stall kommen und auch sonst dahinter stehen.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe meine Eltern und komme super mit ihnen zu Recht, aber vom Pferd möchten sie eben trotzdem nichts wissen. Ich finde das eigentlich ziemlich schade, aber ich muss es eben hinnehmen, wie es ist. In den letzten 2 Jahren war mein Papa Amy zweimal besuchen und meine Mama immerhin dreimal. Wenn sie mitkommen, dann gibt es ein paar Möhrchen für das Pony und einen Streichler über die Nase und schon sind sie wieder auf dem Heimweg.

Mir macht es deshalb umso mehr Spaß diesen Blog zu führen und unseren Stallalltag in den Social Media mit der sonstigen Pferdewelt zu teilen. Hier bekomme ich Feedback und kann mich einfach über alle möglichen Dingen austauschen. Ich habe schon viele nette Menschen über das Internet kennen gelernt und so teile ich meine Freuden, Ängste oder Sorgen eben mit Leuten, die es interessiert.

Ich bin einfach froh, dass meine Eltern schon lange nicht mehr versucht haben mir einzureden, dass es doch vielleicht besser wäre, Amy einfach zu verkaufen. So lange sie mein Dasein als Pferdebesitzerin akzeptieren bin ich doch schon zufrieden.

Wenn ich sehe, dass es doch einige Leute gibt, die ihr Pferd und alles drum herum mal ebenso von ihren Eltern bezahlt bekommen und das Ganze für sie auch noch völlig selbstverständlich ist, dann gibt mir das echt zu denken. Diese Leute haben es wirklich gut, da es allein nicht unbedingt besonders einfach ist, sich den Traum vom eigenen Pferd zu erfüllen.

Sein Hobby völlig in Eigenregie zu führen ist bestimmt nicht immer leicht, aber man weiß wenigstens, dass man von niemandem abhängig ist. Amy gehört eben genauso zu meiner Familie wie meine Eltern auch.

Meine Wünsche für die Zukunft mit Amy

23. Mai 2017 at 18:48

Als ich noch kleiner war, hatte ich unzählige Wünsche. Ganz oben stand natürlich immer ein eigenes Pferd. Diesen Wunsch habe ich mir vor 5 ½ Jahren erfüllt und seitdem ist Amy an meiner Seite. Zu Beginn unserer gemeinsamen Zeit hatte ich ebenfalls viele Träume: Gemeinsam am Strand reiten, ein Turnier gehen und Amy das Liegen beibringen.

Vor 3 Jahren fuhren wir gemeinsam für eine wundervolle Woche ans Meer. Ich weiß noch ganz genau wie sprachlos und dankbar ich für diese Zeit war. Es war besser als ich es je erträumt hatte. Unser erster Galopp am Strand und Baden im Meer machten so unglaublich viel Freude. Ich wünsche mir so sehr, dass wir das noch mal erleben können.

Auch ein Turnier haben wir gemeinsam besucht, es war das erste und einzige für uns beide. Mit einem 3. Platz in der Dressur war ich mehr als stolz. Dass wir beim Springen rückwärts die Sprünge umgerissen haben, war immerhin eine Belustigung für alle. Amy hat sich einfach so bemüht, dafür dass sie alles nicht kannte. Wer weiß, ob uns der Weg noch einmal auf ein Turnier führt. Lust hätten wir beide, nicht um uns zu messen, sondern einfach als Abwechslung zum Alltag.

Nachdem ich lange dachte, Amy wird nie eine Zirkuslektion verstehen oder mir beim Spielen auf dem Platz folgen, klappt es heute doch wirklich gut. Wir haben beide viel Spaß am gemeinsamen Spielen und ich finde es toll, wenn ich sehe wie viel Amy gelernt hat. Es wird für mich immer etwas Besonderes sein, wenn ich neben ihr liege.

Wenn ich uns heute so anschaue, habe ich eigentlich alles mit ihr erreicht, was ich mir damals gewünscht habe. Trotzdem hat man ja noch Wünsche für die Zukunft. Neben einem Ausflug ans Meer würde ich auch wahnsinnig gerne mal auf einen richtigen Geländeparcours und mit Amy die ganzen abwechslungsreichen Sprünge erkunden. Außerdem würde ich auch gerne an Lehrgängen teilnehmen oder einfach mal zum Ausreiten woanders hinfahren oder Freunde besuchen. Da ich nur leider nicht unabhängig bin, wird das Ganze nicht so einfach umzusetzen sein. Aber wir haben ja auch keinen Stress und schauen einfach mal was die Zukunft so für uns bringt.

In den 7 Monaten Verletzungspause ist mir bewusst geworden, dass alle Träume und Wünsche, die einfach einen Zusatz für unsere gemeinsame Zeit darstellen, so unbedeutend sind, wenn es dem Pferd nicht gut geht. Von daher hat es bei mir die aller größte Priorität, dass Amy gesund ist. Auf spaßige Ausflüge kann ich auch verzichten, aber niemals auf die Gesundheit meines Pferdes.

Wir haben in den letzten Jahren so viel Schönes erlebt, sodass ich einfach froh bin, so viel Zeit wie möglich mit meiner Dicknase zu verbringen.