Studieren neben dem Beruf mit Pferd

15. März 2017 at 20:40

Als ich noch zur Schule gegangen bin, habe ich immer gedacht, dass ich nach dem Abi einfach irgendwas studiere. Kurz vor dem Abschluss wusste ich allerdings gar nicht so wirklich, was ich machen wollte und meine Mutter ist mir ständig auf die Füße getreten, ich solle mich doch auch einfach mal für eine Ausbildung bewerben, damit ich zur Not etwas habe. Danke dafür. Also habe ich dann einfach mal 5 Bewerbungen geschrieben, damit Mama endlich Ruhe gibt. Kurze Zeit später saß ich im Vorstellungsgespräch und als ich den Vertrag in den Händen hielt, unterschrieb ich ihn. Was studieren kann ich ja immerhin auch später noch.

Ich erinnere mich noch an eine Autofahrt, wo ich hinten auf der Rückbank saß und Däumchen drehte, während meine Eltern, die beide nach einer Ausbildung neben dem Beruf studiert haben, einen Vortrag darüber gehalten haben, wie hart es ist, diesen Bildungsweg zu wählen. War mir egal: Hunger, Durst, Pipi, Keks. Jetzt bereue ich es fast, damals nicht zugehört zu haben und mich nicht direkt für ein Studium entschieden zu haben.

Die Ausbildungszeit verging eigentlich wie im Fluge und nachdem ich diese sehr erfolgreich beendet hatte stand fest, ich werde jetzt wohl noch irgendetwas Sinnvolles anfangen müssen. Wirklich Lust hatte ich eigentlich nicht, aber meine Vernunft hat mir gesagt, dass ein Studienabschluss definitiv sinnvoll ist. So habe ich mich dazu entschieden, meinen staatlich geprüften Betriebswirt und meinen Bachelor in BWL zu machen.

Mittlerweile habe ich die Prüfung zum Betriebswirt bestanden und blicke nun auf das letzte halbe Jahr bis zum Bachelor hin. Ich bin ein wenig verwundert dem Ziel so nah zu sein, weil es den einen oder anderen Tag gab, an dem ich alles schmeißen wollte. Es ist definitiv anstrengend und erfordert ein gewisses Maß an Selbstdisziplin, neben einer 40 Stunden Woche noch einen Studiengang zu absolvieren. Im Grunde bin ich auch nach 8 Stunden Arbeit schon müde und bereit für die Couch, aber in den letzten 3 ½ Jahren musste die ganz schön zurückstecken. Zweimal unter der Woche abends und samstags vormittags zum Lernen unterwegs zu sein, Zeit für Hausarbeiten und Lernen noch nicht mit eingerechnet, belastet einen auf Dauer doch sehr.

Der Haushalt möchte ja dann schließlich auch noch gemacht werden, zumindest etwas Sauberes zum Anziehen und eine warme Mahlzeit. Das restliche Chaos wird dann immer bei Bedarf beseitigt, hier empfehlen sich große Schränke, in die kurz vor Erscheinen des Besuchs einfach mal schnell alles hereingestopft werden kann. Doch neben Studium und Beruf gibt es ja auch noch das Pferd.

Zwischen die Pflichtaufgaben auch noch das Pony unterzubringen erfordert ein sehr sehr gutes Zeitmanagement. Früh aufstehen, früh im Büro sein, um so Feierabend zu machen, dass man es noch vor der Schule in den Stall schafft. Es ist alles machbar, aber definitiv eine harte Zeit. In Vollzeit zu studieren war auch nicht möglich, da ich das Geld ja schließlich brauche um das Pferd zu finanzieren, also blieb mir nur dieser Weg. Ich bin wahnsinnig froh, wenn ich im September meinen Abschluss habe und endlich eine Sache weniger zu bewältigen habe.

 

Du machst besser nicht mit, du schaffst es nämlich nicht!

13. März 2017 at 18:37

Dies ist wohl einer der prägenden Sätze in meiner reiterlichen Laufbahn. Doch beginnen wir von vorne. In der 5. Klasse hatte ich eine Freundin, die reiten ging. Fand ich cool, wollte ich auch. Wir fuhren gemeinsam für eine Woche auf einen Reiterhof. Am ersten Tag wurde gefragt, wer denn schon alles reiten kann. Einer konnte nichts und das war ich. So folgten meine ersten Longenstunden und ich hätte im Leben nicht gedacht, dass ich einmal Leichtraben kann. Ich wusste nicht, ob ich aufgrund mangelnder Kondition ersticke, an Seitenstichen sterbe oder einfach runterfalle. Genau genommen kann ich es immer noch nicht auf dem richtigen Fuß, lach. 

Nach 2 Tagen durfte ich dann aber frei am Platz reiten, eigentlich viel zu früh so im Nachhinein betrachtet, aber ich glaube, die 2 Betreuerinnen Mitte 20 haben lieber geraucht und sich die Nägel gefeilt als sich um mich zu kümmern. Ich saß also auf dem Pferd und galoppierte meine Runden, immer mit der Gerte auf den Pferdepo, weil diese viel zu lang war und ich auch gar keine Ahnung hatte, wie ich Zügel und Gerte halten sollte. Aber hey, die Mädchen lachten. Mein Pferd ließ sich auf der Wiese auch nicht einfangen und es dauerte jedes Mal gute 20 Minuten mit mehreren Leuten bis wir es hatten. Außerdem ist mir auch noch ein Pferd auf den Fuß getreten. Warum ich trotz dieser fragwürdigen Woche weiter reiten wollte weiß ich gar nicht. Auf dem Hof lief so einiges schief und mein Kind würde ich dort bestimmt nicht abladen. Aber die einhändig, mit Kippe im Mund reitenden Mädchen fand ich schon ein bisschen cool. Aber ich brauchte die Zügel schließlich zum Festhalten.

Meine nächsten Reiterferien verbrachte ich auf einem Hof, wo die Ausbildung dann doch etwas mehr im Vordergrund stand. Problem war nur, dass ich echt schlecht war. Am Ende der Woche konnte man sein kleines Hufeisen machen, so zu mindestens die Theorie. Alle Kinder wollten teilnehmen, ich auch. Die Reitlehrerin kam zu mir: „Du machst aber besser nicht mit, du schaffst es nämlich eh nicht!“ Nun stand ich da, alle meine Reiterferienfreunde freuten sich auf die Prüfung und ich durfte nicht teilnehmen. Gar nicht so cool. Alle präsentierten ihren Eltern stolz ihre Urkunden, ich natürlich nicht. Wenn ich heute Kinde sehe, die ihr kleines Hufeisen machen, frage ich mich wie schlecht ich gewesen sein muss. Im Grunde reicht ja es ja schon fast, nicht runter zu fallen. Nach diesem Tag hatte ich auch kurz überlegt einfach nie wieder auf ein Pferd zu steigen. Neue Ferien, neues Glück und so kam ich in den nächsten Ferien wieder und schaffte mein kleines Hufeisen.

Gerne würde ich den Leuten von damals, Bilder von heute unter die Nase halten und ihnen zeigen, dass ich doch gar nicht so unfähig bin. Wenn man nicht aufgibt und fleißig weiter übt, kann man fast alles schaffen. Dass ich mal ein eigenes Pferd habe, und es sogar in meiner Obhut überlebt, wer hätte das jemals gedacht 😉

 

Wie der Herr so das Gescherr?!

12. März 2017 at 19:00

Ja was ist an diesem Spruch eigentlich dran? Wenn ich Amy und mich so betrachte, glaube ich doch recht viel. Die Frage ist nur, ob wir uns gefunden haben weil wir uns so ähnlich sind oder ob man mit der Zeit einfach Charakterzüge seines Partners übernimmt.

Similarity 1: Die Verfressenheit

Essen, egal was, egal wo. Amy und ich lieben es beide. Wenn Amy etwas zu fressen aufspürt, dann verschlingt sie es gnadenlos. Man muss sie im Grunde schon vor sich selber schützen. Hätte sie einen Heuballen vor sich, würde sie fressen, bis sie tot umfällt. Bananen findet sie besonders klasse, sagt natürlich auch zu sonst nichts nein. Wer mich kennt, weiß, dass es ähnlich ist. Ich kenne nur zwei Zustände: Hunger oder Übelkeit. Am liebsten esse ich natürlich auch ungesundes Zeugs und davon ganz schön viel. Mich trifft man meistens mit was Essbaren im Mund an und wenn ich anfange Amys Möhren zu essen, wird mir immer unterstellt, ich lasse dem armen Pferd ja gar nichts übrig. Wenn wir mal nicht mehr reiten können, dann werden wir am besten Restauranttester.

 

Similarity 2: Tollpatschigkeit

Durch die Gegend starren und seine Füße beim Laufen nicht heben ist auch eine unserer ganz großen Stärken. Wir schaffen es beide, ohne Grund zu stolpern. Letztens lag ein etwas größerer Stein auf dem Weg, natürlich trete ich dagegen und fall fast hin. Und was sehe ich aus den Augenwinkeln?! Eine taumelnde Amy, die grade noch so ihr Gleichgewicht findet. Mir fallen auch Brotdosen einfach so aus der Hand und wenn ich sie auffangen will, bekommt sie jemand anders an den Kopf.

Similarity 3: Bauerntrampel

Amy und ich sind alles andere als feinfühlig. Ich habe eine sehr direkte und offene Art und bei Amy kann ich dies auch feststellen. Wenn ich versuche jemanden anzutippen, haue ich ihn fast um. In einen Porzellanladen würde ich mit mir auch nicht unbedingt gehen. Amy ist auch nicht sehr sensibel. Wenn sie einen Grashalm sieht, dann werden Leute auch schon mal einfach dorthin gezogen. Amy ist nie böse, aber manchmal eben ein kleines Trampel.

Similarity 4: Ohne Familie sein

Ja diesen Punkt muss ich wohl etwas erklären. Am alten Stall hatte Amy ihre Freundin Sunny. Sunnys Mutter und ihr Onkel standen auch bei uns am Stall. Sie hatte also quasi ihre Familie um sich zum Aufwachsen und Amy kam ganz allein zu uns. Mir ging es ähnlich. Einige Kinder hatten Geschwister und Eltern am Stall. Ich hingegen wurde von meinen Eltern immer nur mal schnell aus dem Auto geworfen. Als ich kleiner war, fühlte ich mich ihr einfach verbunden, weil wir beide allein waren. Natürlich haben wir beide Freunde gefunden, aber wir waren doch irgendwie immer die ohne Familie.

Similarity 5:  Verhalten

Wir können beide einfach unheimlich stur sein und werden zickig, wenn etwas nicht so läuft wie wir uns das vorstellen. So lange wir an einem Strang ziehen sind wir ein cooles Team, aber wehe einer hat mal schlechte Laune, dann zicken wir uns an. Und last but not least: Sind wir beide verdammt heiße Blondinen!

Vielleicht habt ihr euch ja auch schon mal Gedanken gemacht, was ihr mit eurem Vierbeiner gemeinsam habt und wo ihr euch unterscheidet. Ich denke, dass Amy und ich ein Team sind, hat schon etwas mit unseren Gemeinsamkeiten zu tun, allerdings resultiert vieles bestimmt auch einfach aus der Zeit die wir miteinander verbringen.

10 Arten von Reitern (Part 1)

9. März 2017 at 17:49

1) Der Markensuchti
Geht der Markensuchti auf die Messe,
bekommt er schnell mal eine auf die Fresse.
Geprügelt wird sich um die guten Dinge,
da zieht man besser seinen Kopf aus der Schlinge.
Ist die neue Kollektion auch noch so schlicht,
sie wird gekauft, ob mans braucht oder nicht.
Aber wer genug Kohle hat,
der hat die doofe Schnäppchenjagd sowieso satt.
Hauptsache es steht eine Marke drauf,
es ist ja schließlich nicht egal, womit ich am Stall rumlauf.

2) Die Verwöhnte
30 Schabracken, 5 Trensen und 40 Decken sind nicht genug,
sieht man etwas Neues, ist Papis Kreditkarte am Zug.
Alles haben und nichts dafür tun,
dafür aber genug Zeit, um sich auf dem Geld auszuruhn.
Stall wird gemistet, Sache hintergetragen und Pferd geputzt,
da werden die Eltern schnell mal ausgenutzt.
Läuft etwas nicht wie geplant, wird geweint,
bis Mama flott mit etwas Teurem erscheint.

3) Der Internetstar
Was das Pferd gerne möchte ist Nebensache,
viel wichtiger ist, ob ich auf jedem Bild auch lache.
Raus aus der Box zum Fotografieren,
man muss sich ja schließlich vor der Kamera profilieren.
Ich poste mein Leben und bettel um Klicks,
will ja sein die Beste von allen Chicks.
Ich weiß alles besser als die anderen, dass ist ja klar,
schließlich bin ich ein ja auch Internetstar.

4) Der Hypochonder
Hat das Pferd auch nur einen kleinen Kratzer,
ist dies für mich ein riesen Patzer.
Der Tierarzt wird für jedes fehlende Haar gerufen,
die Nummer brauche ich da gar nicht lange suchen.
Schüsslersalze gibt’s mit sämtlicher Nummer,
da ist etwas dabei für jeden Kummer.
Gamaschen, Bandagen und noch Glocken,
da ist der Beobachter mal schnell erschrocken.
Da ist die Tierarztrechnung von Millionen schnell hier,
aber was tut man nicht alles fürs liebe Tier.

5) Die Lästertante
Mein zu Hause ist die Bande,
nein hier steh ich nicht am Rande.
Ein guter Blick auf den Platz ist wichtig,
vielleicht macht ja jemand etwas nicht ganz richtig.
Am liebsten lästre ich hinterm Rücken,
ein offenes Gespräch hat schließlich so seine Tücken.
Auch wenn ich es selbst nicht besser kann,
maule ich andere mit großer Freude an.
Den abwertenden Blick habe ich voll drauf,
und wenn wer kommt, sehe ich zu, dass ich schnell davon lauf.

First Blog

6. März 2017 at 17:00

Sicher stellen sich jetzt einige die Frage: Was will die Alte jetzt eigentlich mit einem Blog? Vor ungefähr 5 Jahren habe ich für Amy eine Facebook Seite erstellt und somit begonnen, mein Leben rund um den Stall mit euch zu teilen. Instagram und Youtube folgten auch. Bilder, Videos und Berichte über Amy und mein Leben gehören für mich nun einfach zu meinem Dasein als Pferdemädchen dazu. Es macht mir Spaß.

Auf Youtube kommen die Videos, auf Instgram die Bilder und auf Facebook, mhh, ja da war immer ein Mix aus allem. Nur haben sicher alle mitbekommen, dass Facebook die Beitragsreichweiten stark einschränkt und nicht mal mehr alle, die eine Seite geliked haben auch alle Beiträge angezeigt bekommen. Dies hat nichts mit Likegeilheit zu tun, aber wenn ich einer Seite folge, möchte ich ja auch alle Beiträge sehen. Für einen Seiteninhaber ist es jedenfalls unbefriedigend, wenn kaum noch Menschen die eigenen Beiträge überhaupt sehen. Und dann stand ich letzte Woche unter der Dusche und dachte: Du brauchst einen Blog.

Ich verspreche mir mit meinem eigenen Blog ein wenig Unabhängigkeit von den Social Media Plattformen. Selbstverständlich werdet ihr auch weiterhin unsere Bilder auf Instagram und die Videos auf Youtube finden, die Facebookseite bleibt auch bestehen. Da ich lieber schreibe, als mich vor die Kamera zu setzen, weil wegen schüchtern und so, dachte ich mir, ist ein Blog doch einer super Idee.

Gedanken zu Blogthemen habe ich mir auch schon gemacht und bin total motiviert, endlich loszulegen. Ich würde mich freuen, wenn uns auch auf unserem Blog viele von euch folgen werden. Für Lob & Kritik sind wir immer offen, also haut in die Tasten.

Somit erstmal: Herzlich Wilkommen auf unserem Blog!